Am 28. Spieltag der Primeira Liga 2025-2026 trennte sich Casa Pia im Estádio Municipal de Rio Maior mit 1:1 von dem SL Benfica. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Benfica die Partie in der 68. Minute in Führung, ehe Casa Pia zehn Minuten später ausglich. Der Spielverlauf war über weite Strecken von klaren Ballbesitzphasen des SL Benfica und wenigen, gezielten Momenten von Casa Pia geprägt.
Ballbesitz und Spielfeldneigung
Die statistische Grundordnung des Spiels war eindeutig: Der SL Benfica hatte mit 78 Prozent Ballbesitz und 596 Pässen bei 514 erfolgreichen Zuspielen die fast durchgängige Kontrolle über die Ballzirkulation, während Casa Pia mit 22 Prozent Ballbesitz und 160 Pässen bei 71 angekommenen Pässen vor allem ohne längere Passfolgen agierte. Diese Verteilung zeigte sich auch in den Standards und Feldpositionen, denn Benfica erarbeitete sich zwölf Ecken gegenüber drei von Casa Pia und hielt das Spiel damit über lange Phasen in Richtung des Casa-Pia-Strafraums.
Trotz dieser Dominanz in Ballbesitz und Passvolumen blieb die Zahl der klaren Toraktionen begrenzt. Das Schussverhältnis von 17:8 zugunsten Benficas und 3:2 bei Schüssen aufs Tor verdeutlicht, dass Casa Pia das Geschehen häufig vor dem eigenen Tor bündelte und Benfica zwar zu mehr Abschlüssen kam, aber relativ selten präzise auf den Kasten. Dass Benfica zudem sechs Abschlüsse von außerhalb des Sechzehners nahm, passt zu einem Spiel, in dem viele Angriffe in Schusspositionen mündeten, ohne dass sich daraus entsprechend viele Torabschlüsse mit hoher Torwahrscheinlichkeit ergaben.
Chancenqualität und Effizienz
Bei der Chancenqualität lagen die Schwerpunkte ebenfalls klar bei Benfica. Das Expected-Goals-Verhältnis von 1.62 zu 0.36 beschreibt, dass Benficas Angriffe deutlich häufiger in Situationen mit höherer Abschlusswahrscheinlichkeit führten, während Casa Pia mit insgesamt acht Schüssen nur selten in Abschlussräume kam. Gleichzeitig zeigt die Verteilung der Abschlüsse im Strafraum, dass beide Teams ihre Abschlüsse eher aus zentralen Zonen suchten: Casa Pia nahm sieben seiner acht Schüsse innerhalb des Sechzehners, Benfica elf von siebzehn. Der Unterschied entstand somit weniger durch die reine Zone, sondern durch Häufigkeit und Wiederholung solcher Situationen.
Die Torfolge spiegelt diese Effizienz-Dynamik. Benfica ging in der 68. Minute durch Richard Ríos Montoya in Führung, vorbereitet von Andreas Rædergård Schjelderup. Ríos war auch abseits des Treffers ein zentraler Endpunkt, kam auf drei Schüsse und zwei Schüsse aufs Tor und verband das mit hohem Arbeitsanteil in Duellen und Tacklings. Casa Pia glich in der 78. Minute durch Rafael Alexandre de Sousa Gancho de Brito aus, der in seinen 87 Minuten Spielzeit mit einem Schuss auch nur eine direkte Abschlussaktion hatte, diese aber verwertete. Damit stand ein Spiel, in dem Benfica die Mehrzahl der Abschlüsse und die deutlich höheren xG sammelte, am Ende dennoch auf einem Ergebnis, das stark von der Verwertung einzelner Momente geprägt war.
In der Torhüterstatistik blieb die Partie ebenfalls eng: Casa Pias Patrick Sequeira verzeichnete zwei Paraden, Benficas Anatolii Trubin eine. Das passt zur niedrigen Zahl an Schüssen aufs Tor insgesamt und dazu, dass sich viele Abschlüsse in geblockten Versuchen auflösten, Benfica fünf und Casa Pia drei abgewehrte Schüsse. In Summe war Benficas Überlegenheit vor allem volumetrisch und positionsbezogen sichtbar, während Casa Pia mit geringer eigener Abschlusszahl aus einem kurzen Fenster den Ausgleich erzielte.
Schlüsselphasen und personelle Eingriffe
Die erste strukturelle Veränderung kam direkt zur Halbzeit: Casa Pia brachte Oluwakorede David Osundina für Tiago Morais. Benfica reagierte später mit einem Flügelwechsel, als Gianluca Prestianni in der 58. Minute für Dodi Lukébakio kam. Kurz darauf fiel die Führung: In der 68. Minute nutzte Benfica eine Aktion, die über Schjelderup vorbereitet und von Ríos abgeschlossen wurde. Dass Benfica in dieser Phase weiter auf Ballbesitz und wiederholte Angriffe setzte, zeigt sich auch darin, dass die Führung nicht aus einer seltenen Umschaltsituation, sondern aus dem laufenden Druckspiel entstand, das bereits zuvor durch hohe Eckballzahlen und ein deutliches Passübergewicht unterlegt war.
Casa Pia antwortete mit einem Wechsel im Angriff, als Claudio Mendes Vicente in der 70. Minute Cassiano ersetzte, und kam acht Minuten später zum Ausgleich durch Brito. Diese Phase war der entscheidende Einschnitt im Ergebnisverlauf: Benfica hatte die Führung, konnte sie jedoch nicht bis zum Ende stabilisieren. Danach verstärkte Benfica die Schlussoffensive mit zwei Wechseln in der 81. Minute, A. Cabral für Enzo Barrenechea und Franjo Ivanović für Alexander Bah, was auf eine stärkere Besetzung der vorderen Zonen und zusätzliche Präsenz im letzten Drittel hindeutete. Casa Pia reagierte wiederum spät mit mehreren Wechseln zwischen der 87. Minute und der Nachspielzeit, darunter der Abgang des Torschützen Brito, um die letzten Minuten personell zu überbrücken.
Auch die Foul- und Kartenstatistik beschreibt den Charakter der Schlussphase und die Rollenverteilung: Casa Pia beging neunzehn Fouls gegenüber neun von Benfica und sah die einzige Gelbe Karte der Partie, als Torhüter Patrick Sequeira in der 85. Minute wegen Spielverzögerung verwarnt wurde. Auf individueller Ebene ragten bei Benfica Schjelderup und Ríos mit jeweils einem Spielerrating von 7.7 heraus, wobei Schjelderup mit Assist sowie zwei Key-Pässen und Ríos mit Tor und hoher Aktivität in beiden Richtungen direkt an der Führung beteiligt waren. Bei Casa Pia war Brito mit einem Rating von 7.6 der auffälligste Spieler, weil sein Treffer den einzigen Moment maximaler Ausbeute aus einer insgesamt sehr niedrigen xG-Basis darstellte.
Zusammenfassung
- Der SL Benfica dominierte Ballbesitz und Passvolumen deutlich und drückte das Spiel über lange Phasen in Richtung Casa-Pia-Strafraum.
- Benfica hatte mehr Abschlüsse und die klar besseren xG-Werte, kam aber nur selten zu Schüssen aufs Tor.
- Die Tore fielen in einer kurzen Phase der zweiten Halbzeit: 68. Minute Benfica durch Richard Ríos nach Vorlage von Andreas Schjelderup, 78. Minute Ausgleich durch Rafael Brito.
- Casa Pia blieb bei geringem Ballbesitz und niedriger Chancenbasis effizient, während Benfica trotz Überlegenheit nur zum Remis kam.
- Schlüsselspieler nach Datenlage waren Schjelderup und Ríos mit Rating 7.7 sowie Brito mit Rating 7.6 als Ausgleichsschütze.