Der Casa Pia verlor am 32. Spieltag der Primeira Liga 2025-2026 im Estádio Municipal de Rio Maior mit 0:1 gegen den CD Tondela. Zur Pause stand es 0:0, ehe ein Platzverweis gegen Cassiano in der zweiten Halbzeit den Spielverlauf veränderte. Das einzige Tor fiel nach einem Tondela-Wechsel in der 68. Minute.
Entscheidung durch Überzahl und den Treffer nach dem Wechsel
Bis zur Pause blieb die Partie torlos, und auch die Zahlen zeichnen kein Bild einer dominanten Anfangsphase: Der Ballbesitz lag insgesamt bei 48 zu 52 Prozent zugunsten des CD Tondela, die Passverteilung mit 352 zu 402 Pässen und 261 zu 328 erfolgreichen Pässen deutet auf leichte Vorteile der Gäste im kontrollierten Ballvortrag hin, ohne dass daraus sofort ein deutliches Chancenplus entstand. In dieser Statik blieb das Spiel zunächst offen, weil beide Teams im letzten Drittel nur begrenzt zu klaren Abschlüssen kamen.
Die entscheidende Phase setzte direkt nach Wiederbeginn ein. Innerhalb weniger Minuten sammelte der Casa Pia gelbe Karten, und in der 55. Minute folgte die rote Karte gegen Cassiano. Mit dem Platzverweis verschoben sich die Bedingungen spürbar, weil der Casa Pia ab diesem Zeitpunkt mehr Zeit gegen den Ball verbringen musste und seltener in ruhige Abschlusspositionen kam. Der CD Tondela nutzte diese Phase zudem auch personell: Roberto de Jesus Machado wurde in der 63. Minute eingewechselt und traf fünf Minuten später zum 0:1. Der Treffer war damit eng an die Sequenz aus Überzahl und dem nachfolgenden Wechsel gekoppelt, während der Casa Pia in Unterzahl anschließend hauptsächlich über Umstellungen reagierte.
Chancenbild und Effizienz im Abschluss
Das Schussverhältnis von 4:8 und die Schüsse aufs Tor von 3:5 sprechen für den CD Tondela, allerdings ohne eine extreme Differenz. Entscheidend war, dass die Gäste aus ihrem höheren Abschlussvolumen auch den Treffer erzielten, während der Casa Pia trotz drei Schüssen aufs Tor ohne Tor blieb. Die Expected Goals unterstreichen diese Relation: 0,45 zu 1,11 zugunsten des CD Tondela, also ein klarer Vorteil in der Qualität der herausgespielten Chancen, auch wenn das Spiel insgesamt eher chancenarm blieb.
Bei den Strafraumabschlüssen lag der CD Tondela mit 3:4 knapp vorn, und auch die Verteilung der Distanzschüsse weist auf unterschiedliche Angriffsmuster hin. Der Casa Pia nahm nur einen Schuss außerhalb des Sechzehners, der CD Tondela vier, was auf mehr Versuche der Gäste aus der zweiten Reihe hindeutet, wenn der direkte Weg in den Strafraum nicht offen war. Gleichzeitig musste der Torhüter des Casa Pia fünf Paraden liefern, während der Tondela-Keeper drei Paraden verzeichnete. Dass Bernardo Caltabiano Parise Fontes mit einem Spielerrating von 7,7 zu den auffälligsten Spielern der Gäste gehörte, passt zum Spielverlauf: Er sicherte den knappen Vorsprung, indem er die wenigen Abschlüsse des Casa Pia auf das Tor entschärfte.
Auf der Gegenseite stach Patrick Gilmar Sequeira Mejías beim Casa Pia mit fünf Paraden heraus und kam auf ein Rating von 7,5. Das zeigt, dass der Casa Pia trotz Unterzahl und trotz des 0:1 im Spiel gehalten wurde und der Rückstand nicht durch eine Serie klarer Torchancen anwuchs. In der Offensive blieb die Ausbeute jedoch zu gering, gemessen an der ohnehin niedrigen Gesamtschusszahl und dem xG-Wert.
Zweikämpfe, Fouls und Karten als Spielparameter
Die Partie wurde stark über Zweikämpfe und Unterbrechungen geprägt. Mit 21:19 Fouls lag der Casa Pia leicht vorn, auffälliger ist jedoch die Kartenverteilung: sieben Gelbe Karten und eine Rote Karte beim Casa Pia gegenüber drei Gelben Karten beim CD Tondela. Diese Disziplinbilanz wirkte unmittelbar auf die Handlungsmöglichkeiten, weil sie in Unterzahl nicht nur das Positionsspiel, sondern auch das Nachrücken in die Pressing- und Zweikampfsituationen beeinflusst. Dass gleich mehrere Casa-Pia-Spieler zudem die nächste Partie verpassen, unterstreicht die Konsequenz dieser Spielweise über neunzig Minuten.
Ein Blick auf einzelne Beiträge stützt das Bild eines intensiven Spiels. Jérémy Livolant war beim Casa Pia ein zentraler Akteur in den direkten Duellen, gewann neun von fünfzehn Zweikämpfen, zog vier Fouls und gab einen Schuss aufs Tor ab. Sein Rating von 7,2 ordnet ihn als einen der stabileren Feldspieler des Heimteams ein, auch weil er in einem Spiel mit vielen Unterbrechungen wiederholt Aktionen unter Gegnerdruck lösen konnte. Abdu Cadri Conté erreichte ebenfalls ein Rating von 7,2 und gewann sieben seiner neun Duelle, was vor allem in einer Phase wichtig war, in der der Casa Pia vor dem Platzverweis noch häufiger in Gleichzahl verteidigte und die Duelle auf den Flügeln und in den Halbräumen nicht verlieren durfte.
Beim CD Tondela fiel Hugo Félix Sequeira mit einem Rating von 7,9 als klarer Ausreißer nach oben auf. Seine elf gewonnenen Duelle bei zwölf Versuchen und neun gezogene Fouls zeigen, wie stark er das Spiel über körperliche Präsenz und Ballbehauptung beeinflusste und damit Ballbesitzphasen absicherte. In einem knappen Auswärtsspiel mit nur zwei Ecken auf Tondela-Seite war diese Form von Stabilisierung im direkten Kontakt besonders wertvoll, weil sie Angriffe verlängerte und Standards oder ruhige Aufbauphasen ermöglichte. Gleichzeitig blieb der CD Tondela in der Schlussphase kontrolliert genug, um den Vorsprung trotz späten Karten und Wechseln über die Zeit zu bringen.
Zusammenfassung
- Der Casa Pia verlor in der Primeira Liga 2025-2026 am 32. Spieltag gegen den CD Tondela mit 0:1.
- Nach einer torlosen ersten Halbzeit kippte das Spiel durch die rote Karte gegen Cassiano in der 55. Minute.
- Der Siegtreffer fiel in der 68. Minute durch den eingewechselten Roberto de Jesus Machado.
- Der CD Tondela hatte Vorteile bei Ballbesitz, Pässen, Abschlüssen und Expected Goals, während beide Torhüter mehrfach eingreifen mussten.
- Viele Fouls und eine deutliche Kartenüberzahl des Casa Pia prägten das Spiel und reduzierten nach dem Platzverweis die Offensivanteile der Gastgeber.