Am 27. Spieltag der La Liga 2025-2026 gewann der Real Madrid bei dem Celta Vigo mit 2:1. Nach der frühen Führung durch Aurélien Tchouaméni glich Celta durch Borja Iglesias noch in der ersten Halbzeit aus. In der Nachspielzeit entschied Federico Valverde die Partie mit dem späten 2:1.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Der Real Madrid prägte den Spielrhythmus über lange Phasen durch klare Vorteile im Ballbesitz und in der Passzirkulation. Mit 64 Prozent Ballbesitz und 805 Pässen gegenüber 464 Pässen bei Celta zeigte sich eine Partie, in der die Gäste deutlich häufiger und länger in eigenen Ballbesitzphasen agierten. Das spiegelte sich auch in der Passsicherheit wider, denn der Real Madrid brachte 736 Pässe erfolgreich an, Celta kam auf 401.
Trotz dieser Überlegenheit war das Spiel im Ergebnis bis in die Schlussphase offen, weil Ballbesitz nicht automatisch zu einer klaren Dominanz im Strafraum führte. Beide Teams kamen auf jeweils sieben Schüsse innerhalb des Sechzehners, was darauf hindeutet, dass Celta seine Angriffe zwar seltener, aber wiederholt bis in die gefährlichen Zonen tragen konnte. Der Unterschied lag eher in der Verteilung der Abschlüsse: Der Real Madrid nahm zusätzlich sieben Versuche von außerhalb des Strafraums, Celta nur einen. Dadurch erhöhte sich das Gesamt-Schussverhältnis auf 14:8 zugunsten der Gäste, ohne dass sich daraus zwingend eine höhere Qualität der Abschlüsse ableiten ließ.
Dass der Real Madrid trotz mehr Spielanteilen nicht deutlich mehr klare Torabschlüsse verzeichnete, zeigt auch das Verhältnis der Schüsse aufs Tor: Celta traf viermal den Kasten, der Real Madrid nur dreimal. Die Spielstatistik deutet damit auf ein Muster hin, in dem Celta in seinen wenigen Offensivphasen häufiger zu zielgerichteten Abschlüssen kam, während der Real Madrid viele Angriffe in Abschlüssen enden ließ, die nicht auf das Tor gingen oder geblockt wurden.
Chancenprofil und Effizienz
Die Tore fielen in einer Phase, in der beide Mannschaften ihre Offensivaktionen mit klarer Zielstrebigkeit abschlossen. In der elften Minute brachte Tchouaméni den Real Madrid nach Vorlage von Arda Güler in Führung, was den Gästen früh den Vorteil gab, das Spiel mit längeren Ballbesitzphasen zu steuern. Celta reagierte mit dem Ausgleich in der 25. Minute durch Borja Iglesias, vorbereitet von Williot Swedberg. Damit blieb die Partie trotz der Ballbesitzverhältnisse im offenen Spielstand und zwang den Real Madrid, weiter in Richtung Strafraum zu arbeiten.
Im Chancenprofil ergibt sich ein bemerkenswerter Kontrast zwischen erwarteten Toren und tatsächlichem Ergebnis. Celta kam auf 1,05 Expected Goals, der Real Madrid auf 0,80, dennoch gewannen die Gäste 2:1. Das spricht dafür, dass der Real Madrid aus einem insgesamt moderateren xG-Wert zwei Treffer erzielte, während Celta aus einem leicht höheren xG-Volumen nur einmal traf. In diesem Zusammenhang wird die Torhüterleistung relevant: Thibaut Courtois musste drei Paraden zeigen und beendete das Spiel mit einem Rating von 7,7, dem klaren Ausreißerwert im Team und ein Hinweis darauf, dass er in den Phasen, in denen Celta den Abschluss fand, mehrfach eingreifen musste. Auf der Gegenseite verzeichnete Ionuț Radu nur eine Parade bei zwei Gegentoren, was zur statistischen Konstellation passt, dass der Real Madrid zwar seltener aufs Tor traf, aber in den entscheidenden Momenten dennoch zum Torerfolg kam.
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Block-Statistik. Celta hatte keinen abgewehrten Schuss, während der Real Madrid sieben gegnerische Versuche blockte. Diese Zahl legt nahe, dass Celta in mehreren Situationen zwar zum Abschluss kam, die Versuche aber bereits vor dem Tor gebremst wurden. Der Real Madrid wiederum brachte nur drei Schüsse aufs Tor, profitierte aber davon, dass ein Teil der nicht aufs Tor gehenden Abschlüsse zumindest das Spiel nach vorne drückte und Celta in längere Defensivphasen zwang, was sich auch im Eckballverhältnis von 6:1 zugunsten der Gäste ausdrückt.
Schlüsselphasen, Zweikämpfe und Wechselwirkungen
Die Partie blieb über weite Strecken in einem Gleichgewicht aus Spielanteilen und Wirkung im letzten Drittel. Celta verteidigte lange in tieferen Phasen und suchte nach Ballgewinnen den Weg nach vorne, wobei die eigenen Offensivmomente häufig in Abschlüsse mündeten, die den Torwart beschäftigten. Dass Celta trotz nur 36 Prozent Ballbesitz vier Schüsse aufs Tor produzierte, unterstreicht die Fähigkeit, die wenigen Vorstöße konsequent abzuschließen.
Die Intensität zeigte sich eher über die Foulzahlen als über Kartenhäufung. Der Real Madrid beging zwölf Fouls, Celta nur vier, was zu einem Spielbild passt, in dem die Gäste nach Ballverlusten häufiger in direkten Duellen unterbrechen mussten. Gelbe Karten gab es auf beiden Seiten, auffällig ist die Verwarnung gegen Tchouaméni in der 86. Minute, der bis dahin neben seinem Tor auch über Zweikampf- und Defensivbeiträge auffiel. Sein Rating von 8,2 sticht als höchster Wert des Real Madrid heraus und ist im Kontext der Daten plausibel, weil er sowohl als Torschütze als auch mit sieben gewonnenen Duellen und vier Interceptions in mehreren Spielphasen beteiligt war.
Die Wechsel griffen in eine Schlussphase, in der Celta versuchte, mit frischen Kräften mehr Präsenz nach vorne zu erzeugen. Die Einwechslungen von Fernando López, Hugo Álvarez und Jones El Abdellaoui ab der 69. Minute veränderten vor allem die personelle Besetzung der vorderen Linie, ohne dass dies unmittelbar zu einem neuen Treffer führte. Auf der anderen Seite ersetzte der Real Madrid Güler nach 65 Minuten durch César Palacios und brachte später Gonzalo García für Brahim Díaz. Die entscheidende Szene fiel dann erst in der 90. Minute plus vier, als Valverde das 2:1 erzielte und damit eine Partie entschied, die bis dahin trotz der Spielanteile der Gäste offen geblieben war.
Zusammenfassung
- Der Real Madrid gewann bei dem Celta Vigo in der La Liga 2025-2026 mit 2:1, Valverde traf in der 90. Minute plus vier.
- Ballbesitz und Passvolumen lagen klar beim Real Madrid, Celta blieb mit wenigen, aber zielgerichteten Offensivphasen im Spiel.
- Das Schussverhältnis sprach für den Real Madrid, bei Schüssen aufs Tor lag Celta vorn, was die enge Spielentwicklung erklärt.
- Celta hatte den höheren xG-Wert, der Real Madrid nutzte seine Chancen effizienter, Courtois prägte die Balance mit drei Paraden.
- Sieben geblockte Schüsse und das Eckballverhältnis zugunsten des Real Madrid begleiteten eine Partie, die erst spät entschieden wurde.