In der Scottish Premiership 2025-2026 gewann der Hibernian Edinburgh am 28. Spieltag im Celtic Park mit 2:1 bei Celtic. Nach der Führung durch Felix Passlack glich Erik Benjamin Nygren kurz vor der Pause aus. In der Schlussphase entschied Kai Andrews das Spiel nach einer Roten Karte gegen Celtic.
Ballbesitz und Feldlage
Celtic trug die Partie über weite Strecken mit klaren Vorteilen in Ballbesitz und Passvolumen: 61 Prozent Ballbesitz und 636 Pässe bei 568 erfolgreichen Zuspielen standen 39 Prozent sowie 408 Pässe und 335 erfolgreiche Pässe des Hibernian Edinburgh gegenüber. Diese Verteilung zeigte sich auch in der anhaltenden Präsenz rund um den Strafraum, die sich in elf Ecken für Celtic ausdrückte, während Hibernian nur auf eine kam.
Die Feldlage schlug sich jedoch nicht geradlinig in klare Torannäherungen nieder. Celtic brachte zwar ein deutliches Schussvolumen zustande, aber die Präzision in Richtung Tor blieb auffällig begrenzt: Aus 21 Schüssen wurden nur drei Schüsse aufs Tor. Hibernian war im Aufbau und im letzten Drittel deutlich seltener, kam aber im Verhältnis häufiger zu Abschlüssen, die tatsächlich auf das Tor gingen, und verzeichnete bei acht Schüssen vier Schüsse aufs Tor. In der Summe entstand damit ein Spielbild, in dem Celtic den Ball und die Standards kontrollierte, Hibernian aber die wenigen Gelegenheiten direkter zum Torabschluss brachte.
Chancenqualität und Effizienz
Bei der Chancenqualität lag Celtic nach Expected Goals mit 1,86 zu 0,63 klar vorn. Auch die Verteilung der Abschlüsse deutete auf häufige Aktionen in gefährlichen Zonen hin: Celtic kam auf 16 Schüsse innerhalb des Sechzehners, Hibernian auf fünf. Trotzdem blieb Celtic in vielen Situationen an Block- und Abwehraktionen hängen, was sich in acht abgewehrten Schüssen widerspiegelte. Auf der anderen Seite waren es bei Hibernian nur drei abgewehrte Schüsse, was zur geringeren Abschlusszahl passte.
Entscheidend war, dass Hibernian aus einem insgesamt kleineren Offensivpaket zwei Tore erzielte. Der erste Treffer fiel in der 24. Minute durch Passlack nach Vorlage von Nicholas Cadden. Celtic antwortete noch vor dem Seitenwechsel mit dem 1:1, als Nygren in der 45. Minute nach Assist von Kieran Tierney traf. In dieser Phase hatte Celtic zwar die höhere Spielaktivität, doch Hibernian blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten effizient und hielt das Spiel über die Konter- und Abschlussqualität offen.
Der Blick auf einzelne Beiträge unterstreicht diese Konstellation: Tierney prägte Celtics Angriffsspiel bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute mit vier Key-Pässen und dem Assist zum Ausgleich, was sich auch im Spielerrating von 8,3 als höchstem Wert bei Celtic niederschlug. Auf Hibernians Seite verband Passlack seine einzige Abschlussaktion auf dem Weg zu einem Schuss aufs Tor direkt mit dem Tor und kam damit auf ein Rating von 7,9, ebenso wie Warren O'Hora mit 7,9, der mit hoher Passsicherheit und mehreren Blocks auffällig viele Situationen im letzten Drittel entschärfte.
Schlüsselmomente und Spielverlauf nach Platzverweis
Der Spielverlauf kippte in der Schlussphase vor allem über das personelle Ereignis in der 74. Minute. Auston Trusty sah nach VAR-Überprüfung wegen einer Kartenkorrektur Rot, als das Vergehen als violent conduct gewertet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Celtic zwar die Kontrolle über Ballbesitz und die Anzahl der Angriffe, nach dem Platzverweis änderten sich die Rahmenbedingungen für die Schlussphase, ohne dass Celtic seine Feldvorteile vollständig verlor.
Die Wechsel rund um die Stunde markierten zunächst einen Versuch, Celtics Offensivdruck zu variieren: Daizen Maeda und Reo Hatate kamen in der 60. Minute, später folgten Marcelo Saracchi und James Forrest in der 69. Minute. Nach der Roten Karte reagierte Celtic unmittelbar mit der Einwechslung von Benjamin Arthur für Sebastian Tounekti in der 74. Minute, was den Fokus sichtbar auf Stabilisierung und das Absichern von Räumen legte. Hibernian brachte mit Dane Scarlett und Ante Šuto bereits in der 60. Minute frische Kräfte und ergänzte in der 75. Minute mit Kai Andrews und Josh Campbell weitere Optionen.
Die entscheidende Szene folgte in der 87. Minute: Andrews, erst zwölf Minuten auf dem Platz, traf nach Assist von Šuto zum 2:1. Das Tor fügte sich in die Gesamtlogik des Spiels, in der Hibernian aus wenigen, dafür zielgerichteten Aktionen maximalen Ertrag zog. Celtic kam trotz hoher Abschlusszahl und vieler Strafraumaktionen nicht zu einem späten Ausgleich, was auch mit der geringen Quote an Schüssen aufs Tor korrespondierte. Die Gelben Karten gegen McGregor in der 25. Minute und Scales in der 85. Minute rahmten eine Schlussphase, in der Celtic zwar weiter arbeiten musste, am Ende aber nach dem Platzverweis die entscheidende Aktion gegen sich hatte.
Zusammenfassung
- Hibernian Edinburgh gewinnt bei Celtic in der Scottish Premiership 2025-2026 mit 2:1, Tore durch Passlack und Andrews, Celtic trifft durch Nygren
- Celtic dominiert Ballbesitz, Passvolumen und Ecken, Hibernian bleibt mit weniger Ballaktionen zielstrebiger zum Tor
- Chancenqualität spricht mit 1,86 zu 0,63 Expected Goals und vielen Strafraumabschlüssen für Celtic, die Präzision bleibt mit 3:4 Schüssen aufs Tor im Nachteil
- Der Platzverweis gegen Trusty nach VAR in der 74. Minute prägt die Schlussphase, Andrews entscheidet kurz vor Schluss nach Vorlage von Šuto