Der Como gewann am siebenundzwanzigsten Spieltag der Serie A 2025-2026 im Stadio Giuseppe Sinigaglia mit 3:1 gegen den US Lecce. Nach dem frühen 0:1 in der dreizehnten Minute drehte der Como die Partie noch vor der Pause durch drei Treffer in kurzer Folge auf 3:1. In der zweiten Halbzeit fiel kein weiteres Tor, das Ergebnis blieb bis zum Schlusspfiff bestehen.
Erste Halbzeit: Früher Rückstand, schnelle Wende
Der Spielverlauf kippte innerhalb von gut einer halben Stunde vollständig. Der US Lecce ging in der dreizehnten Minute in Führung, als Lassana Coulibaly nach Vorarbeit von Lameck Banda traf. Im direkten Anschluss an dieses 0:1 blieb der Como jedoch nicht passiv, sondern stellte den Spielstand rasch wieder auf Anfang: In der achtzehnten Minute glich Anastasios Douvikas nach Assist von Jesús Rodríguez zum 1:1 aus.
Entscheidend war, dass der Como den Ausgleich nicht als Endpunkt, sondern als Startsignal nutzte. In der fünfunddreißigsten Minute erzielte Jesús Rodríguez das 2:1, vorbereitet von Máximo Perrone. Kurz vor der Pause folgte das 3:1 durch Marc Oliver Kempf nach Assist von Lucas da Cunha in der vierundvierzigsten Minute. Die Abfolge der Tore passt zur Gesamttendenz der ersten Hälfte: Der Como hielt den Ball klar häufiger, und die Angriffe endeten deutlich öfter in Abschlüssen und vor allem in Abschlüssen aus dem Strafraum.
Auch die individuellen Daten unterstreichen diese Phase. Jesús Rodríguez war direkt an zwei der drei Como-Tore beteiligt und hatte mit einem Spielerrating von 9,3 den klaren Ausreißerwert der Partie auf seiner Seite. Douvikas brachte es neben seinem Treffer auf drei Schüsse, davon zwei aufs Tor, und blieb damit der sichtbarste Abnehmer der Como-Angriffe in Tornähe. Auf Lecce-Seite war Coulibaly mit seinem Tor die auffälligste unmittelbare Endprodukt-Szene, weitere klare Toraktionen blieben vor der Pause jedoch rar.
Ballbesitz und Passvolumen: Como kontrolliert, Lecce reagiert
Über neunzig Minuten war die Statik der Partie klar: Der Como hatte neunundsechzig Prozent Ballbesitz und kam auf 591 Pässe, von denen 516 ankamen. Lecce stand dem mit einunddreißig Prozent Ballbesitz, 266 Pässen und 195 erfolgreichen Zuspielen gegenüber. Dieses Verhältnis erklärt, warum sich das Spiel über weite Strecken im Lecce-Teil der Feldzonen abspielte: Der Como konnte längere Ballbesitzphasen aneinanderreihen, während Lecce häufig in kürzeren Sequenzen blieb und eher aus Umschaltmomenten zu seinen Aktionen kam.
Die Passzahlen einzelner Como-Spieler zeigen, wie stark die Ballzirkulation getragen wurde. Jacobo Ramón kam auf 101 Pässe bei 94 erfolgreichen Zuspielen und war damit ein zentraler Taktgeber im Aufbau. Dazu passten die Werte auf den Außenpositionen: Alberto Moreno spielte 66 Pässe, Lucas da Cunha 75, jeweils mit hoher Quote und mit zwei Key Pässen. Diese Verteilung deutet auf wiederholte Angriffsansätze hin, die nicht auf einzelne lange Bälle reduziert waren, sondern auf fortlaufendes Nachschieben und erneute Anläufe nach Ballverlusten.
Lecce musste in dieser Konstellation vor allem verteidigen und Wege in den eigenen Strafraum schließen. Einzelne Defensivleistungen stechen dabei statistisch heraus, ohne den Spielverlauf zu drehen: Danilo Veiga gewann sieben seiner neun Duelle und kam auf vier Tacklings, Jamil Siebert blockte zwei Aktionen. Trotzdem blieb der Grundkonflikt bestehen, weil der Como dauerhaft mehr Angriffe bis in gefährliche Zonen brachte und damit die Häufigkeit der entscheidenden Situationen kontrollierte.
Chancenprofil und Effizienz: Dominanz im Strafraum entscheidet
Die Zahlen zur Chancenqualität sind der klarste Unterschied zwischen beiden Teams. Der Como kam auf zwölf Schüsse, davon sieben aufs Tor, Lecce lediglich auf fünf Schüsse und zwei Schüsse aufs Tor. Noch deutlicher wird es bei den Abschlusszonen: Der Como hatte zwölf Schüsse innerhalb des Sechzehners, Lecce nur einen. Umgekehrt nahm Lecce vier seiner fünf Abschlüsse von außerhalb des Strafraums, während der Como keinen einzigen Distanzschuss verzeichnete. Damit war die Angriffsauswahl beider Teams gegensätzlich: Como suchte konsequent Abschlüsse aus unmittelbarer Tornähe, Lecce blieb meist vor der Box hängen.
Diese Verteilung spiegelt sich im Expected-Goals-Wert. Der Como erreichte 2,77 xG, Lecce nur 0,24 xG. Das 3:1 ist damit nicht nur ein Ergebnis der frühen Torfolge, sondern folgt auch aus der Qualität und Nähe der Abschlüsse. Lecce brauchte für seinen Treffer eine der wenigen gelungenen Sequenzen, während der Como wiederholt in Positionen kam, die hohe Abschlusswahrscheinlichkeit erzeugen. Dass der Lecce-Torhüter Wladimiro Falcone drei Paraden zeigte, während Jean Butez auf Como-Seite nur eine Parade benötigte, fügt sich in dieses Bild.
Nach der Pause änderte sich am Kräfteverhältnis wenig, auch wenn keine Tore mehr fielen. Beide Teams wechselten früh, der Como nahm Kempf direkt zur Halbzeit vom Feld und ersetzte ihn durch Diego Carlos, Lecce brachte mit Pierotti ebenfalls zur Pause frische Kräfte. Spätere Wechsel auf beiden Seiten veränderten vor allem die personelle Besetzung, nicht aber die Grunddaten: Lecce kam weiterhin kaum zu Abschlüssen aus dem Strafraum, während der Como sein Chancenprofil aus der Nähe beibehielt. Die geringe Zahl an Eckbällen, vier zu eins, passt zu einem Spiel, das weniger über Flankenserien als über kontrollierte Angriffe und klare Strafraumaktionen aufging.
Zusammenfassung
- Der Como dreht das frühe 0:1 durch Coulibaly nach Banda-Assist mit drei Treffern bis zur Pause auf 3:1.
- Ballbesitz und Passvolumen liegen klar beim Como, was lange Spielphasen in Richtung Lecce-Tor ermöglicht.
- Das Chancenprofil entscheidet: zwölf Schüsse im Strafraum für den Como gegenüber einem für Lecce, dazu 2,77 zu 0,24 xG.
- Jesús Rodríguez prägt die Wende mit Tor und Assist und einem auffälligen Spielerrating von 9,3.
- In der zweiten Halbzeit fallen trotz Wechseln keine Tore, die statistische Überlegenheit des Como bleibt bestehen.