Am 35. Spieltag der Serie A 2025-2026 trennten sich der Como und der SSC Napoli im Stadio Giuseppe Sinigaglia 0:0. Das Spiel verlief über weite Strecken mit klaren Ballbesitzphasen zugunsten von Como, während Napoli vor allem auf wenige Entlastungsangriffe kam. Tore fielen nicht, obwohl beide Teams zu Abschlüssen kamen.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Como prägte den Rhythmus über den Ball: 58 Prozent Ballbesitz und 501 Pässe bei 462 erfolgreichen Zuspielen stehen 42 Prozent Ballbesitz und 372 Pässen des SSC Napoli gegenüber. Diese Verteilung zeigte sich nicht nur in längeren Passfolgen, sondern auch darin, dass Como häufiger das Spiel in Napolis Hälfte verlagern konnte und damit mehr Sequenzen im letzten Drittel bekam.
Napoli blieb im Aufbau deutlich selektiver und kam insgesamt seltener in kontrollierte Anschlussaktionen, was sich an der geringeren Passzahl und der geringeren Passausbeute von 318 erfolgreichen Pässen widerspiegelte. Einzelne Phasen, in denen Napoli mit flachen Verbindungen durch das Zentrum die erste Linie überspielte, änderten daran wenig, weil die Folgeaktionen nicht regelmäßig in Abschlüsse oder klare Strafraumszenen mündeten.
Im direkten Spielervergleich unterstreicht das Bild vor allem bei Como das Zentrum: Máximo Perrone war mit 74 Pässen ein sichtbarer Taktgeber in der Ballzirkulation, während Nicolá s Paz mit drei Key-Pässen und hoher Aktivität in Duellen die Verbindung zwischen Ballbesitz und Angriffsdrittel herstellte. Auf Napolis Seite fiel Kevin De Bruyne in seiner Stunde mit zwei Key-Pässen und hoher individueller Effizienz in den Zweikämpfen auf, blieb aber insgesamt in ein Spiel eingebunden, das Napoli selten längere Ballbesitzketten erlaubte.
Chancenverteilung und Strafraumpräsenz
Die statistische Chancenverteilung lag klar auf Comos Seite. Das Schussverhältnis von 16:8 und vor allem die Schüsse aufs Tor von 5:1 sprechen dafür, dass Como nicht nur häufiger abschloss, sondern auch öfter Präzision in Richtung Tor brachte. Dazu passt der Expected-Goals-Wert von 1,29 gegenüber 0,63 für Napoli, der die höhere Qualität und Häufigkeit der Como-Abschlüsse im Durchschnitt abbildet.
Auffällig war zudem die Strafraumpräsenz: Como kam auf zehn Schüsse innerhalb des Sechzehners, Napoli nur auf vier. Damit war Como häufiger in Positionen, aus denen Abschlüsse nahe am Tor möglich waren, während Napoli mehr seiner wenigen Versuche aus weniger bedrohlichen Zonen oder unter stärkerem Gegnerdruck nehmen musste. Dass Napoli dennoch ohne Gegentor blieb, hing eng damit zusammen, dass Como zwar wiederholt in den Strafraum kam, die letzte Ausführung aber nicht zu einem Tor führte.
Der Torhütervergleich stützt diese Lesart: Napolis Schlussmann Vanja Milinković-Savić musste vier Paraden liefern, Comos Jean Butez nur eine. Milinković-Savić wurde dadurch zum zentralen Faktor für das 0:0, während Como aus dem Übergewicht keine Effizienz ableiten konnte. Auf der Abwehrseite war bei Como Jacobo Ramón Naveros mit Rating 7,5 ein klarer Ausreißer nach oben und zugleich ein Hinweis darauf, dass Como Napolis seltene Vorstöße häufig frühzeitig verteidigte oder im Abschluss blockte. Bei Napoli ragte Amir Rrahmani mit ebenfalls 7,5 bis zu seiner Auswechslung nach achtzig Minuten heraus, was die Stabilität in einer Phase erklärt, in der Como konstant mehr Angriffsszenen hatte.
Spielverlauf, Anpassungen und Disziplin
Der Spielverlauf blieb bis weit in die zweite Hälfte ohne einschneidendes Ereignis wie einen Platzverweis oder einen Strafstoß, was das zähe Ringen im Ergebnis erklärt. Napoli reagierte nach einer Stunde mit dem Wechsel von Kevin De Bruyne auf André-Frank Zambo Anguissa. Diese Anpassung verschob die Rollen im Mittelfeld, änderte aber am grundsätzlichen Bild wenig: Napoli blieb bei acht Schüssen und einem einzigen Schuss aufs Tor, wodurch sich trotz einzelner Entlastungen kein anhaltender Druck aufbauen ließ.
Como setzte in der Schlussphase auf frische Optionen: In der achtzigsten Minute kamen Álvaro Morata, Jesús Rodríguez und Alberto Moreno, dazu in der 86. Minute Mërgim Vojvoda und Sergi Roberto. Die Wechsel sprechen für den Versuch, das vorhandene Übergewicht in zusätzliche Präsenz und neue Passwinkel im letzten Drittel zu übersetzen. In den individuellen Zahlen der Einwechselspieler bleibt der Einfluss jedoch begrenzt, etwa weil Morata und Rodríguez nur auf jeweils drei Pässe kamen und damit eher in kurze Sequenzen als in dauerhafte Abschlussserien eingebunden waren.
Die Disziplinwerte blieben insgesamt moderat: Como sah zwei Gelbe Karten, Napoli eine, dazu ein ausgeglichenes Abseitsverhältnis von 1:1. Auch bei Standards ergab sich kein großes Gegengewicht zu Comos Feldüberlegenheit, obwohl Como mit 3:1 Ecken leicht vorne lag. In Summe blieb es bei einem Spiel, in dem Como über Ballbesitz und Abschlussvolumen mehr produzierte, Napoli aber über defensive Stabilität, Blocks und Torhüteraktionen das Ergebnis hielt.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen dem Como und dem SSC Napoli am 35. Spieltag trotz klarer Vorteile von Como in Ballbesitz und Passvolumen
- Como mit deutlichem Plus bei Abschlüssen 16:8, Schüssen aufs Tor 5:1 und Expected Goals 1,29 zu 0,63, Napoli jedoch ohne Gegentor
- Napolis Torhüter mit vier Paraden und die Defensivleistungen, gestützt durch starke Einzelwerte, hielten die Partie offen, während Comos Schlussphase-Wechsel das Übergewicht nicht in ein Tor ummünzten