Im Spiel der Weltmeisterschaft 2026 - Finalspiele trennten sich Deutschland und Paraguay nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1. Paraguay ging kurz vor der Pause durch Julio Enciso in Führung, Deutschland glich nach dem Seitenwechsel durch Kai Havertz aus. In der Entscheidung vom Punkt setzte sich Paraguay im Elfmeterschießen mit 4:3 durch.
Ballbesitz und Spielrichtung
Deutschland prägte das Spiel über lange Phasen mit sehr klarer Spielkontrolle am Ball. Die Zahlen bilden diesen Verlauf deutlich ab: 75 Prozent Ballbesitz, 799 Pässe und 719 davon erfolgreich stehen Paraguays 25 Prozent, 257 Pässen und 161 erfolgreichen Pässen gegenüber. Das führte zu einem Spielbild, in dem sich Deutschland überwiegend in der gegnerischen Hälfte festsetzte und Paraguay den eigenen Ballbesitz meist in kürzere Sequenzen bekam.
Aus dieser Dominanz entstanden vor allem viele Situationen, in denen Deutschland den Druck über wiederholte Angriffe hochhielt und Paraguay zu Verteidigungsaktionen in Tornähe zwang. Das zeigt sich an sechzehn Ecken für Deutschland bei nur sechs für Paraguay und an der Zahl abgewehrter Schüsse, die bei Deutschland mit acht deutlich höher ausfällt. Das ist ein Hinweis darauf, dass viele deutsche Abschlüsse in Räume gingen, in denen Paraguay noch in letzter Linie klären konnte.
In der individuellen Statik dieser Kontrolle sticht Florian Wirtz heraus, der mit einem Spielerrating von 8,3 den deutlichsten Ausreißer auf deutscher Seite stellte. Seine vier Key-Pässe und der Assist beim 1:1 sind in diesem Kontext der sichtbarste Ertrag aus Deutschlands hohen Passvolumen. Joshua Kimmich unterfütterte das mit 141 Pässen bei 129 angekommenen Zuspielen und einem Rating von 7,3, was den konstanten Ballvortrag und die häufige Einbindung im Aufbau abbildet.
Chancenverteilung und Effizienz
Das Chancenbild war klar zugunsten Deutschlands verschoben, ohne dass sich das im Ergebnis in der regulären Spielzeit absetzen konnte. Deutschland kam auf ein Schussverhältnis von 21:7 und hatte auch bei den Schüssen aufs Tor mit 6:3 Vorteile. Die Expected Goals von 1,49 zu 0,42 ordnen das zusätzlich ein: Deutschland erspielte sich über die gesamte Spielzeit hinweg die deutlich größere Abschlussqualität, Paraguay blieb insgesamt bei wenigen, aber punktuell wirksamen Momenten.
Paraguays Führung in der 42. Minute durch Enciso fiel in eine Phase, in der Deutschland bereits viel Ballbesitz hatte, aber den Ertrag in Tore nicht ummünzte. Der Treffer wurde von Matías Galarza vorbereitet und gab Paraguay zur Halbzeit ein 1:0, obwohl die Gesamtstatistiken bereits auf ein Spiel in Richtung des paraguayischen Tores hindeuteten. Dass Enciso in nur 57 Minuten Spielzeit ein Tor erzielte und auf ein Rating von 7,6 kam, passt zu dieser Effizienz in den wenigen Offensivaktionen.
Nach der Pause glich Deutschland früh aus. Kai Havertz traf in der 54. Minute nach Vorlage von Wirtz und blieb mit drei Schüssen aufs Tor bei insgesamt drei Abschlüssen der klarste deutsche Zielspieler in der unmittelbaren Verwertung. Sein Rating von 7,5 steht dabei weniger für eine Vielzahl an Aktionen als für die konkrete Ausbeute, die Deutschland brauchte, um das Spiel wieder auf Gleichstand zu stellen.
Ein wesentlicher Grund, warum Deutschland trotz des Übergewichts nicht zum zweiten Tor kam, liegt in der Kombination aus paraguayischer Blockarbeit und Torhüterleistung. Paraguays Torhüter O. Gill verzeichnete sechs Paraden und kam auf ein Rating von 8,2, das als Leistungsmaximum im Spiel klar herausragt. Bei Deutschlands sechs Schüssen aufs Tor ist diese Zahl direkt spielentscheidend, weil sie den Unterschied zwischen optischer Dominanz und tatsächlicher Führung markiert.
Verlauf, Wechsel und die Verlängerung
Der Spielverlauf wurde rund um die Halbzeit und in der zweiten Hälfte auch durch Wechsel geprägt. Deutschland brachte Leon Goretzka bereits zur Pause für Felix Nmecha, später folgten Jamal Musiala für Deniz Undav in der 63. Minute sowie weitere personelle Anpassungen mit Waldemar Anton in der 79. Minute und Nick Woltemade in der 88. Minute. Paraguay reagierte nach dem deutschen Ausgleich mit Wechseln in kurzer Folge, unter anderem mit G. Caballero für Gabriel Ávalos sowie Maurício Prado für Torschütze Enciso.
In der Verlängerung blieb das Grundverhältnis bestehen: Deutschland hielt den Ball, Paraguay verteidigte tief und arbeitete sich über Zweikämpfe und Fouls in die Partie. Die Kartenverteilung mit jeweils zwei Gelben Karten spiegelt eine Partie wider, in der die Intensität über die Zeit zunahm, ohne dass sie in Platzverweisen mündete. Auf deutscher Seite fielen Verwarnungen für Havertz in der 106. Minute und Musiala in der 115. Minute, auf paraguayischer Seite für Cubas in der 65. Minute und Galarza in der 117. Minute.
Ein zentraler Moment der Verlängerung war das VAR-Ereignis in der 104. Minute, als ein Tor von Jonathan Tah aberkannt wurde. Dieses Detail erklärt, warum Deutschlands Druckphase in der Verlängerung zwar einen unmittelbaren Ertrag zu haben schien, am Ende jedoch ohne Tor blieb. Dass Deutschland insgesamt auf 21 Abschlüsse kam, unterstreicht, wie lange die Partie in Richtung paraguayisches Tor lief, ohne dass die letzte Konsequenz im Ergebnis sichtbar wurde.
Am Ende fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen, in dem Paraguay mit 4:3 gewann. Damit setzte sich eine Mannschaft durch, die in den offenen Statistiken deutlich weniger Ballbesitz und weniger Abschlüsse hatte, ihre Führung vor der Pause aber als Ausgangspunkt für einen langen Abwehrkampf nutzte und in der Torhüterleistung einen klaren Stabilitätsfaktor hatte.
Zusammenfassung
- Deutschland mit deutlicher Spielkontrolle durch 75 Prozent Ballbesitz und hohes Passvolumen
- Chancenbild zugunsten Deutschlands mit 21:7 Schüssen, 6:3 Schüssen aufs Tor und 1,49 zu 0,42 Expected Goals
- Paraguay ging durch Enciso in der 42. Minute in Führung, Deutschland glich durch Havertz in der 54. Minute nach Wirtz-Vorlage aus
- Paraguays Torhüter O. Gill mit sechs Paraden und Rating 8,2 als Schlüsselfaktor gegen Deutschlands Abschlussvorteile
- In der Verlängerung wurde ein Tor von Tah nach VAR aberkannt, Entscheidung anschließend im Elfmeterschießen mit 4:3 für Paraguay