Am 35. Spieltag der Serie A 2025-2026 trennten sich der FC Bologna und Cagliari im Stadio Renato Dall'Ara 0:0. Bologna hatte über weite Phasen mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse, während Cagliari mit weniger Aktionen zu den statistisch größeren Chancen kam. Tore fielen trotz mehrerer Standardsituationen und Wechselimpulsen in der zweiten Halbzeit nicht.
Ballbesitz ohne Durchschlagskraft
Der FC Bologna legte die Partie klar auf Spielkontrolle an und belegte das mit 65 Prozent Ballbesitz sowie 492 Pässen, von denen 413 ankamen. Cagliari blieb mit 35 Prozent Ballbesitz und 273 Pässen deutlich darunter, was den Verlauf prägte: Bologna spielte längere Phasen im gegnerischen Drittel, Cagliari konzentrierte sich auf kürzere Sequenzen und auf das Überbrücken der ersten Pressinglinie mit wenigen Kontakten.
In den Abschlusszahlen spiegelte sich diese Rollenverteilung grundsätzlich wider, aber ohne zwingende Folge im Strafraum. Bologna kam auf 13 Schüsse, Cagliari auf acht. Auffällig ist dabei die Verteilung der Schüsse: Bologna nahm sieben Versuche von außerhalb des Sechzehners, Cagliari nur zwei. Gleichzeitig lag die Anzahl der Strafraumschüsse bei beiden Teams identisch bei 6:6. Das erklärt, warum der Ballbesitzvorteil Bolognas nicht automatisch zu klaren Torabschlüssen aus der besten Zone führte, sondern häufig in Distanzschüssen endete oder in Sequenzen, die vor dem letzten Pass stoppten.
Auch die Ecken unterstreichen Bolognas Feldüberlegenheit, ohne das Ergebnis zu bewegen. Mit 7:2 Eckbällen hatte Bologna mehr Standards in Tornähe, Cagliari verteidigte diese Phasen jedoch ohne Gegentreffer. Dass Cagliari-Torhüter Elia Caprile vier Paraden verzeichnete, zeigt, dass Bologna durchaus Abschlüsse auf das Tor brachte, jedoch insgesamt nur vier Schüsse aufs Tor und damit zu wenig, um den Ertrag aus der Ballzirkulation zu erhöhen.
Chancenqualität spricht für Cagliari
Obwohl Bologna mehr Schüsse abgab und öfter am Ball war, lag die Expected-Goals-Verteilung auf Cagliaris Seite. Bologna kam insgesamt nur auf 0.49 xG, Cagliari auf 1.07 xG. Diese Differenz beschreibt eine Partie, in der Cagliari aus weniger Angriffen die höherwertigen Möglichkeiten erzeugte, während Bologna zwar öfter abschloss, aber häufiger aus ungünstigeren Positionen oder unter stärkerem Druck.
Das Schussverhältnis aufs Tor verstärkte diesen Eindruck: Bologna brachte 4 Schüsse aufs Tor, Cagliari 2. Dennoch war Bolognas xG niedriger, was darauf hindeutet, dass die Bologna-Abschlüsse eher aus geringerer Abschlusswahrscheinlichkeit entstanden, während Cagliari in einzelnen Situationen näher an klare Abschlüsse herankam. Dass beide Teams gleich viele Strafraumschüsse hatten, aber Cagliari trotzdem den höheren xG-Wert, passt zu einer Verteilung, in der Cagliaris Strafraumabschlüsse tendenziell aus zentraleren oder freieren Situationen kamen.
Aus Spielersicht fällt bei Bologna vor allem die Absicherung im eigenen Aufbau positiv auf, weniger die Zuspitzung nach vorn. Eivind Fauske Helland hatte mit Spielerrating 8.2 das höchste Rating der Partie und war mit 82 Pässen bei 75 angekommenen Bällen stark in den Ballbesitzphasen eingebunden. Jhon Janer Lucumí Bonilla ergänzte das mit einem Spielerrating von 7.7 und stabilen 77 Pässen bei 71 erfolgreichen. Diese Werte erklären, warum Bologna das Spiel lange in Richtung Cagliari-Hälfte schieben konnte, sagen aber gleichzeitig wenig über die entscheidende Qualität im letzten Drittel aus, die in den Gesamtdaten mit 0.49 xG klar begrenzt blieb.
Auf Cagliaris Seite stach Adam Obert mit einem Spielerrating von 7.5 heraus. Seine sechs von sechs gewonnenen Duelle und vier Tackles passen zu einem Spiel, in dem Cagliari längere Verteidigungsphasen hatte und einzelne Aktionen im Zentrum und seitlich konsequent verteidigen musste, um Bolognas Ballbesitz nicht in bessere Abschlüsse kippen zu lassen.
Wechsel und Spielphasen in Halbzeit zwei
Die Personalentscheidungen setzten vor allem nach der Pause Impulse, ohne den Spielcharakter grundlegend zu verändern. Cagliari wechselte bereits in Minute 42 und brachte Ibrahim Sulemana Kakari für Alessandro Deiola. Bologna reagierte zur Halbzeit mit Jonathan David Henry Rowe für Simon Solomon Junior Sohm, was in der zweiten Hälfte zu mehr direkten Duellen und zu mehr Fouls führte, ohne dass sich das in eine klare Abschlussdominanz in Strafraumnähe übersetzte.
Rowe zog in seiner Einsatzzeit viele Kontakte unter Gegnerdruck auf sich und war über vier gezogene Fouls sichtbar in körperbetonte Szenen eingebunden. Gleichzeitig blieb seine Passzahl mit neun Pässen niedrig, was zur Spielanlage passt: Bologna suchte nach der Pause eher punktuelle Beschleunigung über einzelne Aktionen als zusätzliche Zirkulation. In Minute 63 folgte der Doppelwechsel mit Santiago Thomas Castro für Jens Odgaard und Riccardo Orsolini für Benjamín Domínguez, ein klarer Versuch, im letzten Drittel mehr Abschlüsse und mehr Dribblingaktionen in Richtung Tor zu erzeugen.
Die Daten zeigen, dass Bologna im Verlauf des Spiels aktiv blieb, aber die Effizienz nicht stieg. Odgaard hatte bis zu seiner Auswechslung ein Spielerrating von 5.9, was im Kontext eines Teams mit viel Ballbesitz auf eine begrenzte Wirkung im Offensivspiel hindeutet. Castro brachte in kurzer Zeit zwei Abschlüsse und einen Schuss aufs Tor, Orsolini blieb mit wenigen Pässen und nur einem Dribbling eher in Einzelaktionen eingebunden. Auch der späte Wechsel von Lewis Ferguson für Federico Bernardeschi in Minute 78 zielte auf frische Beine, nachdem Bernardeschi zuvor mit drei Schüssen und einem Schuss aufs Tor zu den aktiveren Abschlussspielern Bolognas gehörte.
Auf Cagliaris Seite kam in Minute 73 P. Mendy für Sebastiano Esposito, später in Minute 89 Gabriele Zappa für den bereits verwarnten Michel Ndary Adopo. Die Kartenstatistik mit 2:1 Gelben Karten und insgesamt 25 Fouls zeigt eine Partie, in der die Zweikämpfe im zweiten Durchgang eher zunahmen. Adopo sah in Minute 52 Gelb, Helland in Minute 68 und Castro in der Nachspielzeit. Diese Ereignisse rahmen eine Schlussphase, in der Bologna weiterhin nach vorne spielte, Cagliari aber das Geschehen durch Verteidigen und Unterbrechen von Rhythmus kontrollierte, ohne selbst deutlich mehr Abschlüsse zu produzieren.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen dem FC Bologna und Cagliari am 35. Spieltag der Serie A 2025-2026 trotz klarer Ballbesitzvorteile Bolognas
- Bologna mit 65 Prozent Ballbesitz, 13:8 Schüssen und 7:2 Ecken, aber nur 0.49 xG durch viele Abschlüsse von außerhalb des Sechzehners
- Cagliari mit geringerem Ballanteil, aber höherer Chancenqualität und 1.07 xG bei gleich vielen Strafraumabschlüssen wie Bologna
- Caprile mit vier Paraden und Obert mit starkem Defensivbeitrag, während Helland und Lucumí Bolognas kontrollierten Aufbau prägten
- Wechsel nach der Pause erhöhten Bolognas Aktivität im letzten Drittel, veränderten aber weder Chancenrelation noch Ergebnis