Der FC Groningen gewann am sechsundzwanzigsten Spieltag der Eredivisie 2025-2026 in der Euroborg mit 3:1 gegen Ajax Amsterdam. Nach der frühen Führung durch Thom van Bergen glich Ajax über Davy Klaassen noch in der ersten Halbzeit aus. In der zweiten Halbzeit entschied Groningen die Partie mit zwei Treffern von Oskar Zawada nach der Pause.
Früher Wirkungstreffer und ausgeglichene erste Halbzeit
Der Spielverlauf wurde früh geprägt, weil Groningen bereits in der sechsten Minute in Führung ging. Thom van Bergen verwertete, vorbereitet von Dies Janse, und setzte damit einen ersten Akzent in einem Spiel, das insgesamt keine klare Dominanz in den Chancenverhältnissen zeigte. Zwar hatte Ajax über die gesamte Partie mehr Ballbesitz mit 60 Prozent und deutlich mehr Pässe mit 543 zu 370, doch Groningen blieb im Abschlussbild mindestens ebenbürtig.
Nach dem 1:0 verschob sich das Spiel in Richtung längerer Ajax-Phasen am Ball, ohne dass daraus sofort eine klare Steigerung bei den Abschlüssen entstand. Das Schussverhältnis lag am Ende knapp bei 13:12 für Groningen, bei den Schüssen aufs Tor bei 6:4, was die Grundtendenz unterstreicht: Ajax kontrollierte mehr Ballbesitzphasen, Groningen blieb jedoch präsenter in der finalen Aktion. Der Ausgleich fiel in der dreißigsten Minute, als Davy Klaassen nach Vorlage von Anton Gaaei traf und die erste Halbzeit ergebnislich wieder auf ein 1:1 stellte.
Auch die erwarteten Tore spiegelten diese Balance wider. Mit 1.92 zu 1.83 Expected Goals lag Groningen nur leicht vorn, was gut zu einem Spiel passt, in dem beide Teams regelmäßig ins letzte Drittel kamen, aber keine Mannschaft über längere Zeit eine deutliche Überzahl an hochkarätigen Abschlüssen aufbaute. Auffällig blieb dabei, dass Groningen mit neun Schüssen aus dem Strafraum gegenüber sieben Ajax-Abschlüssen aus dem Sechzehner etwas konsequenter in die Abschlusszonen gelangte.
Die Phase nach der Pause und die Wirkung der Groningen-Wechsel
Unmittelbar zur Halbzeit nahm Groningen drei Wechsel vor. Hidde Jurjus kam für Etienne Vaessen ins Tor, zudem wurden Oskar Zawada und Marco Rente eingewechselt. Diese Umstellungen fielen zeitlich zusammen mit der entscheidenden Phase des Spiels, weil Groningen nach dem Wiederanpfiff die Partie in Richtung eigener Effektivität drehte.
Der zentrale Unterschied lag in der Verwertung der Aktionen im Strafraum. Zawada benötigte zwischen seiner Einwechslung und seiner Auswechslung nur zwei Abschlüsse, um zwei Tore zu erzielen, und brachte beide Schüsse aufs Tor. Sein Spielerrating von 9.2 ragt als klarer Ausreißer heraus und passt zu einem Auftritt, der im Ergebnis unmittelbar sichtbar wurde. Beim 2:1 in der fünfundsechzigsten Minute kam die Vorlage von Marvin Peersman, und nur sieben Minuten später erhöhte Zawada erneut, diesmal nach Assist von Thijmen Blokzijl.
Dass Groningen in dieser Phase den Vorsprung ausbaute, war auch deshalb folgerichtig, weil die Heimelf ihre Abschlüsse nicht nur in der Menge hielt, sondern sie in der entscheidenden Zone platzierte. Beide Teams blieben insgesamt nahe beieinander, doch Groningen setzte seine Strafraumaktionen in Tore um, während Ajax nach dem 1:1 keine weitere Trefferfolge fand. Die Torhüterstatistik mit jeweils drei Paraden zeigt zudem, dass auf beiden Seiten Arbeit anlag, der Unterschied aber im Abschlussmoment lag.
Ajax reagierte nach dem 2:1 mit zwei Wechseln in der neunundsechzigsten Minute, unter anderem kam Kasper Dolberg für Steven Berghuis. Die Wechsel änderten jedoch nichts am unmittelbaren Spielstand, weil Groningen kurz darauf erneut traf. Nach dem 3:1 zog Groningen das Spiel in eine Lage, in der Ajax zwar weiter mehr Ballbesitz hatte, aber einen größeren Rückstand verwalten musste und unter Zeitdruck blieb.
Ballbesitzvorteil von Ajax ohne Durchschlagskraft im Strafraum
Ajax brachte die typischen Kennzahlen einer ballbesitzorientierten Partie auf seine Seite. Mit 60 Prozent Ballbesitz und 446 erfolgreichen Pässen bei Groningen waren es 273 erfolgreiche Zuspiele, wodurch Ajax deutlich länger in eigenen Ballbesitzphasen blieb. Dennoch übersetzte sich diese Kontrolle nicht in ein klares Chancenplus, weil die Abschlusszahlen nahezu ausgeglichen blieben und Groningen häufiger zu Schüssen aufs Tor kam.
Die Verteilung der Abschlüsse nach Zonen stützt diesen Eindruck. Ajax nahm fünf Schüsse von außerhalb des Strafraums, Groningen vier, doch im Sechzehner lag Groningen leicht vorn. Gerade in einem Spiel, in dem die Expected Goals fast gleich waren, entscheidet oft die Effizienz in den wenigen klaren Momenten. Groningen war hier konsequent, Ajax dagegen blieb nach dem Ausgleichstreffer ohne weiteren Durchbruch.
Ein Blick auf einzelne Beiträge ordnet das Bild: Bei Groningen war Thom van Bergen mit seinem frühen Tor und einem Spielerrating von 8.2 ein entscheidender Faktor, weil die Führung den Spielrahmen setzte und Ajax zu mehr Ballbesitz, aber nicht automatisch zu mehr klaren Torchancen zwang. Zudem war Dies Janse als Vorbereiter des 1:0 und mit einem Rating von 7.7 auffällig, nicht zuletzt über Interceptions und eine saubere Passquote. Auf Ajax-Seite gehörte Owen Wijndal mit 5.9 zu den niedrigsten Ratings im Team, während Anton Gaaei mit 7.2 neben seiner Vorlage zum 1:1 auch über mehrere Interceptions auffiel, was zu Ajax-Phasen passt, in denen der Ball schnell zurückgewonnen wurde, ohne dass daraus die entscheidende zweite Torfolge entstand.
In den Standardsituationen hatte Ajax leichte Vorteile über acht Ecken zu sechs, doch auch daraus ließ sich kein Tor ableiten. Disziplinarisch blieb das Spiel mit jeweils einer Gelben Karte und insgesamt wenigen Fouls auf beiden Seiten relativ ruhig, was die Partie weniger über Unterbrechungen als über die klare Effektivität in den entscheidenden Minuten nach der Pause entschied.
Zusammenfassung
- Der FC Groningen gewann in der Eredivisie 2025-2026 gegen Ajax Amsterdam mit 3:1 nach einem 1:1 zur Pause.
- Groningen traf früh durch Thom van Bergen, Ajax glich in der dreißigsten Minute durch Davy Klaassen aus.
- Trotz 60 Prozent Ballbesitz und 543 Pässen von Ajax blieb das Schuss- und Chancenbild nahezu ausgeglichen, mit 13:12 Schüssen und 1.92 zu 1.83 Expected Goals zugunsten von Groningen.
- Die Entscheidung fiel nach der Pause durch zwei Tore des eingewechselten Oskar Zawada, der beide Schüsse aufs Tor verwertete.
- Groningen war im Strafraum etwas präsenter und deutlich effizienter, während Ajax nach dem Ausgleich ohne weiteren Treffer blieb.