Der FC Heidenheim gewann am 13. Spieltag der Bundesliga 2025-2026 in der Voith-Arena mit 2:1 gegen den SC Freiburg. Freiburg ging kurz vor der Pause durch Johan Manzambi in Führung, Heidenheim drehte die Partie nach dem Seitenwechsel und entschied sie mit einem späten Treffer von Stefan Schimmer. Das Spiel lief über weite Strecken mit Freiburger Ballbesitzphasen, während Heidenheim seine Aktionen im Verlauf der zweiten Halbzeit besser in Tore umsetzte.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Der SC Freiburg prägte die Partie über längere Phasen mit deutlich mehr Ballbesitz und Passvolumen. Die Gäste kamen auf 61 Prozent Ballbesitz und spielten 456 Pässe, von denen 369 ankamen, während Heidenheim mit 39 Prozent Ballbesitz und 282 Pässen deutlich seltener längere Ballzirkulation hatte. Das zeigte sich auch im Spielrhythmus: Freiburg hatte häufiger den Ball und konnte das Geschehen in vielen Sequenzen im Mittelfeld stabil halten.
Gleichzeitig führte die Überlegenheit in der Zirkulation nicht zu einem klaren Vorteil bei den Abschlüssen. Das Schussverhältnis war mit 16:16 ausgeglichen, und bei den Schüssen aufs Tor lag Heidenheim sogar knapp vorn mit 3:2. Diese Verteilung passt zu einem Spiel, in dem Freiburg zwar den größeren Anteil an Ballbesitz hatte, Heidenheim aber wiederholt in Situationen kam, in denen Abschlüsse mit höherer Nähe zum Tor möglich waren oder zumindest der letzte Pass in gefährliche Räume gelang.
Auch die Standards und die Aktivität in der gegnerischen Hälfte waren nicht einseitig. Heidenheim erspielte sich acht Ecken gegenüber sechs der Freiburger, was trotz geringerer Ballbesitzzeit auf wiederkehrende Phasen im letzten Drittel hinweist, in denen Freiburg verteidigen musste und Aktionen geklärt wurden. Gleichzeitig blieb das Spiel insgesamt kontrolliert, was sich auch in ähnlichen Foulzahlen widerspiegelt, elf bei Heidenheim und zehn bei Freiburg, bei jeweils nur einem Abseits.
Chancenprofil und Effizienz
Die entscheidende Differenz lag weniger in der Anzahl der Versuche als in ihrer Qualität. Heidenheim kam auf ein Expected-Goals-Niveau von 2.14, Freiburg dagegen auf 1.00. Obwohl Freiburg mit zehn Abschlüssen innerhalb des Sechzehners gegenüber acht von Heidenheim nominell häufiger aus dem Strafraum abschloss, brachte Heidenheim seine Szenen insgesamt in bessere Abschlusspositionen oder zu klareren Schüssen, was sich in der höheren xG-Summe und in der besseren Torquote der zweiten Halbzeit widerspiegelte.
Freiburgs Führung in der 40. Minute war in dieser Hinsicht ein Moment hoher Effizienz. Johan Manzambi verwertete seinen einzigen Abschluss, der zugleich als Schuss aufs Tor gezählt wurde, nach Vorlage von Philipp Treu zum 0:1. Bis zur Pause blieb Freiburg damit vorne, ohne die Führung durch eine größere Anzahl an Schüssen aufs Tor abzusichern, denn auch über das ganze Spiel hinweg standen nur zwei Schüsse aufs Tor zu Buche.
Heidenheim nutzte nach dem Seitenwechsel seine besseren Phasen konsequenter. Der Ausgleich fiel in der 59. Minute, als Patrick Mainka nach Assist von Marnon-Thomas Busch traf. In der Schlussphase kippte das Ergebnis endgültig, als Stefan Schimmer in der 90. Minute das 2:1 erzielte. Bemerkenswert ist dabei, wie effizient Schimmer seine Einsatzzeit nutzte: Er kam in der 70. Minute und brachte zwei Schüsse aufs Tor an, beide gingen in die Wertung, einer davon als Tor. Auf der anderen Seite blieb Freiburgs Abschlussausbeute in der Endphase begrenzt, obwohl das Gesamtvolumen an Schüssen identisch war.
Dass beide Torhüter jeweils nur eine Parade verzeichneten, passt zur Gesamtstatistik: Es gab nicht viele klare, parierpflichtige Abschlüsse, und Treffer entstanden eher aus gezielten Situationen als aus einer Serie von Torchancen. Umso stärker fällt der Unterschied zwischen den Expected Goals und dem Endergebnis ins Gewicht, weil Heidenheim die wertvolleren Szenen in zwei Tore ummünzte.
Wendepunkte und personelle Einflüsse
Der Spielverlauf hatte zwei klare Zäsuren: die Freiburger Führung kurz vor der Pause und die personellen Änderungen direkt nach der Halbzeit. Heidenheim reagierte zur Pause mit zwei Wechseln, Tim Siersleben ersetzte Thomas Leon Keller und Arijon Ibrahimović kam für Benedikt Steffen Gimber. Parallel tauschte Freiburg mit Maximilian Rosenfelder für Philipp Lienhart ebenfalls in der Defensive. Die zweite Halbzeit begann damit in veränderten Konstellationen, und Heidenheim schaffte es, die Partie in Richtung Freiburger Strafraum häufiger zuzuspitzen, was sich in der späteren Wende auf der Anzeigetafel niederschlug.
Individuell war Patrick Mainka der sichtbarste Fixpunkt in Heidenheims Spiel, weil er den Ausgleich erzielte und darüber hinaus viele direkte Duelle für sich entschied. Sein Spielerrating von 8.3 stach als klarer Ausreißer nach oben heraus, passend zu einem Spiel, in dem er defensiv gefordert war und zugleich mit seinem Treffer das Momentum kippte. Auch Stefan Schimmer brachte nach seiner Einwechslung eine direkte Ergebniswirkung ein, untermauert durch sein Rating von 7.7 und den späten Siegtreffer.
Bei Freiburg war Johan Manzambi der entscheidende Akteur der ersten Stunde, weil sein Treffer die Halbzeitführung herstellte. Sein Spielerrating von 8.2 ordnet sich als Spitzenniveau ein, zumal er in seinen Duellen sehr stabil war und seine zentrale Aktion als Tor in einem Spiel mit wenigen Schüssen aufs Tor besonders schwer wog. Dass er in der 67. Minute durch Yuito Suzuki ersetzt wurde, markierte zugleich den Übergang in eine Phase, in der Freiburg zwar weiter viel Ballbesitz hatte, aber die entscheidende Durchschlagskraft in Richtung Tor seltener in klare Abschlüsse übersetzte.
Die Disziplin blieb insgesamt ohne große Eskalation, dennoch hatten Karten und Unterbrechungen punktuell Einfluss auf den Rhythmus. Heidenheim sah vor der Pause Gelb für Keller in der 13. Minute und für Gimber in der 37. Minute, Freiburg erst spät Gelb für Anthony Jung in der 87. Minute. Gerade bei Heidenheim fiel auf, dass trotz zweier früher Verwarnungen kein Platzverweis folgte und die Mannschaft ihre Intensität über neunzig Minuten hielt, bis zum entscheidenden Treffer in der Nachspielphase.
Zusammenfassung
- Heidenheim dreht in der Bundesliga 2025-2026 gegen Freiburg ein 0:1 zur Pause in ein 2:1 durch Treffer von Mainka und Schimmer
- Freiburg hat mit 61 Prozent Ballbesitz und 456 Pässen mehr Spielanteile, ohne daraus mehr Schüsse oder mehr Schüsse aufs Tor zu erzeugen
- Das Schussverhältnis ist 16:16, bei den Schüssen aufs Tor liegt Heidenheim mit 3:2 vorn
- Heidenheim hat mit 2.14 zu 1.00 die höheren Expected Goals und setzt die wertvolleren Szenen in zwei Tore um
- Mainka mit Tor und Rating 8.3 sowie Manzambi mit Tor und Rating 8.2 prägen die entscheidenden Momente, Schimmer entscheidet das Spiel spät nach Einwechslung