Der FC Heidenheim gewann am 29. Spieltag der Bundesliga 2025-2026 in der Voith-Arena mit 3:1 gegen den 1. FC Union Berlin. Nach zwei frühen Treffern durch Mathias Honsak ging Heidenheim mit 2:0 in die Pause, Union kam nach dem Seitenwechsel durch Leopold Querfeld noch einmal heran. Der dritte Treffer durch Budu Zivzivadze stellte den alten Abstand wieder her, ein später weiterer Heidenheimer Treffer wurde per VAR wegen Abseits aberkannt.
Frühe Heidenheimer Treffer und die Wirkung auf den Spielrhythmus
Heidenheim setzte die erste klare Zäsur bereits in der neunten Minute: Mathias Honsak verwertete mit Marvin Pieringer als Vorlagengeber zum 1:0. Der zweite Treffer folgte in Minute 36, erneut durch Honsak, diesmal nach Assist von Patrick Mainka. Damit war die Ausgangslage früh eindeutig, obwohl Union über das Spiel hinweg mehr Ballbesitz hatte. Die 55 Prozent Ballbesitz und die höhere Passzahl der Berliner mit 394 zu 315 spiegelten sich zunächst nicht im Ergebnis, weil Heidenheim in den entscheidenden Momenten schneller zu Abschlüssen kam und die eigenen Möglichkeiten konsequent zu Toren machte.
Die Spielstatistik unterstreicht, dass die Führung nicht aus einer dominanten Ballzirkulation entstand, sondern aus zielgerichteten Aktionen: Heidenheim kam insgesamt nur auf sieben Schüsse, brachte davon aber vier aufs Tor. Union schoss häufiger mit zehn Versuchen, brachte jedoch nur drei Schüsse aufs Tor. Dass Heidenheim zur Pause 2:0 führte, war damit weniger eine Frage der Menge an Aktionen als der Präzision im Abschluss und der Fähigkeit, aus wenigen klaren Szenen maximale Wirkung zu erzielen.
Individuell war Honsak als Doppeltorschütze der prägende Akteur der ersten Hälfte. Er traf mit zwei Schüssen, beide aufs Tor, und erreichte ein Rating von 7,7. Auffällig war zudem Pieringer, der neben seiner Vorlage zum 1:0 mit vielen direkten Duellen auffiel und sie häufig für sich entschied. Sein Rating von 8,2 passt dazu, dass Heidenheim in den Offensivaktionen zwar nicht viele Kontakte im letzten Drittel sammelte, aber bei Umschaltmomenten und zweiten Bällen häufig Anschlussaktionen erzeugte.
Union mit mehr Ball und mehr Strafraumabschlüssen, aber zu wenig Ertrag
Union hatte über längere Phasen mehr Spielanteile, was sich neben dem Ballbesitz auch im Passspiel zeigte. Mit 274 erfolgreichen Pässen gegenüber 223 auf Heidenheimer Seite war die Berliner Zirkulation stabiler, allerdings fehlte über weite Strecken die Umwandlung in klare Abschlüsse aufs Tor. Das ist besonders deshalb relevant, weil Union zwar insgesamt mehr Schüsse hatte, diese aber häufig ohne den finalen Ertrag blieben.
Ein Schlüssel liegt in der Verteilung der Abschlusszonen. Union kam auf zehn Schüsse innerhalb des Sechzehners und auf keinen Abschluss von außerhalb. Heidenheim hatte sechs Strafraumabschlüsse und nur einen Versuch aus der Distanz. Dass Union trotz der vielen Aktionen im Strafraum nur auf ein Expected-Goals-Niveau von 0,94 kam, während Heidenheim bei 1,85 landete, spricht dafür, dass Heidenheims Chancen im Schnitt günstiger waren. Union brachte zwar mehr Aktionen in die Box, aber weniger, die den Torhüter konstant zu schwierigen Paraden zwangen.
Dazu passt das Bild bei den Torhütern: Heidenheims Diant Ramaj musste zwei Paraden leisten und kassierte ein Gegentor, während Frederik Rønnow trotz drei Gegentreffern ohne Parade blieb. Das deutet darauf hin, dass Heidenheims Schüsse aufs Tor für Union schwerer zu verteidigen oder aus kurzer Distanz abgeschlossen wurden, sodass der Torhüter kaum eingreifen konnte. Auch das Verhältnis der geblockten Schüsse unterstützt diese Einordnung: Union blockte zwei Heidenheimer Versuche, Heidenheim blockte keinen Berliner Schuss, was zeigt, dass Union häufiger zum Abschluss kam, Heidenheim diese Abschlüsse aber nicht durch Blocks stoppte, sondern sie eher über Stellungsspiel, Zweikämpfe und das Zulassen weniger präziser Schüsse vom Tor fernhielt.
In den direkten Duellen war Unions Angriffsspiel zudem nicht sauber genug abgesichert. Union beging dreizehn Fouls gegenüber sieben von Heidenheim, dazu kam eine Gelbe Karte für Oliver Burke in Minute 31. Diese vielen Unterbrechungen passten zu einer Partie, in der Union zwar mehr Ball hatte, aber im Übergang in die gefährlichen Zonen immer wieder abgebremst wurde, während Heidenheim mit weniger Ballphasen auskam.
Phase nach der Pause: Anschluss, Wechsel und Heidenheims Entscheidung
Nach der Pause blieb Union bis zur Schlussphase im Spiel, weil die Berliner ihre personellen Optionen nutzten und kurzzeitig mehr Druck auf die entscheidenden Zonen bekamen. In Minute 62 kamen Tim Skarke und Tom Rothe, später folgten in Minute 70 Ilyas Ansah und Livan Burcu. Der Ertrag dieser Phase war der Anschluss in Minute 75: Leopold Querfeld traf nach Vorlage von Rani Khedira zum 2:1. Dieses Tor entsprach dem Berliner Muster, über Anwesenheit im Strafraum zu Chancen zu kommen, und es reduzierte den Rückstand auf einen Treffer.
Heidenheim reagierte nicht durch Rückzug, sondern durch ein klares Setzen auf frische Offensivaktionen. Budu Zivzivadze kam in Minute 70 für Stefan Schimmer, später wurde Honsak in Minute 77 durch Arijon Ibrahimović ersetzt, und Marvin Pieringer verließ in Minute 78 das Feld für Niklas Dorsch. Entscheidend war, dass die Führung nicht lange wackelte: In Minute 79 stellte Zivzivadze nach Assist von Jan Schöppner auf 3:1. Damit beantwortete Heidenheim die beste Unioner Phase unmittelbar mit einem Tor und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
Zivzivadzes Beitrag war nicht nur das Tor, sondern die unmittelbare Effizienz nach Einwechslung. Er kam in zwanzig Minuten auf zwei Schüsse, beide aufs Tor, erzielte ein Tor und gewann sechs seiner acht Duelle. Sein Rating von 8,5 war der klare Ausreißer im Heidenheimer Team und passt zu einer Partie, in der Heidenheim mit wenigen Offensivaktionen auskam, diese aber in Tore ummünzte. Dass Heidenheim in der Nachspielzeit noch einmal traf, der Treffer jedoch nach VAR-Prüfung wegen Abseits aberkannt wurde, änderte am Bild nichts: Heidenheim blieb bis zum Ende in der Lage, aus einzelnen Vorstößen gefährlich zu werden, während Union trotz höherer Aktivität im und am Strafraum nicht mehr als den Anschluss erzielte.
Zusammenfassung
- Der FC Heidenheim gewann in der Bundesliga 2025-2026 gegen den 1. FC Union Berlin mit 3:1 und führte zur Pause durch zwei Honsak-Tore 2:0.
- Union hatte mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse, brachte aber weniger Schüsse aufs Tor und blieb beim Expected Goals hinter Heidenheim.
- Der Anschluss durch Querfeld verkürzte kurzzeitig, Zivzivadze stellte nach Einwechslung mit dem 3:1 schnell den Abstand wieder her.
- Heidenheim nutzte wenige Chancen sehr effizient, während Union trotz vieler Strafraumaktionen zu wenig klare Abschlüsse in Tore umsetzte.
- Ein weiterer Heidenheimer Treffer wurde in der Nachspielzeit nach VAR wegen Abseits aberkannt.