Der FC Porto gewann das Europa-League-Spiel gegen den VfB Stuttgart mit 2:0 und führte bereits zur Pause mit 1:0. Porto ging in der einundzwanzigsten Minute in Führung und legte in der zweiundsiebzigsten Minute nach. Stuttgart hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse, konnte diese Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen.
Effizienz und Torwartspiel
Der zentrale Unterschied zwischen beiden Teams lag in der Verwertung und in den Aktionen der Torhüter. Porto kam bei nur 36 Prozent Ballbesitz auf neun Schüsse und nutzte zwei Situationen für Tore, Stuttgart dagegen brachte bei zwanzig Schüssen kein Tor zustande. Auch bei den Schüssen aufs Tor war Stuttgart mit 6:4 vorne, doch Diogo Meireles da Costa entschärfte sechs Abschlüsse und prägte damit die Phase, in der der VfB trotz Feldvorteilen auf den Ausgleich drängte. Sein Spielerrating von 8,0 war der klare Ausreißer bei Porto und passt zu der Belastung, die sich aus dreizehn Stuttgarter Abschlüssen aus dem Strafraum ergab.
Auf der anderen Seite musste Alexander Nübel zwei Gegentore hinnehmen und kam auf zwei Paraden. Das erklärt das Ergebnis nicht allein, ordnet es aber ein: Stuttgart erzeugte mit einem Expected-Goals-Wert von 1,55 etwas mehr als Porto mit 1,40, blieb im Abschluss jedoch ohne Ertrag, während Porto mit vier Schüssen aufs Tor zwei Treffer erzielte. Dass Porto trotz geringerer Spielanteile bei den klaren Ergebnissen blieb, wurde dadurch möglich, dass die wenigen Offensivaktionen im letzten Drittel konsequent zu Torabschlüssen geführt wurden.
Die Torschützen stehen dabei für zwei unterschiedliche Momente im Spielverlauf: William Gomes Carvalho Santos vollendete in der einundzwanzigsten Minute nach Vorlage von Borja Sainz Eguskiza, und Victor Mow Froholdt erhöhte in der zweiundsiebzigsten Minute. Beide Tore fielen in Phasen, in denen Stuttgart zwar mehr Pässe spielte und mehr Ballzirkulation hatte, Porto aber die Treffer setzte und den Spielstand kontrollierbar hielt. Froholdt unterstrich seinen Einfluss zudem über seine zwei Schüsse und das Tor bei einem Rating von 7,7.
Ballbesitz, Passvolumen und Angriffsgewicht
Stuttgart bestimmte die Ballzirkulation deutlich: 64 Prozent Ballbesitz und 482 gespielte Pässe bei 392 erfolgreichen Pässen stehen Portos 278 Pässen und 202 erfolgreichen Pässen gegenüber. Dieses Mehr an Ballbesitz übersetzte der VfB auch in Angriffsgewicht, sichtbar am Schussverhältnis von 20:9 und an der höheren Zahl von Abschlüssen aus dem Strafraum mit 13:6. Die Partie lief damit lange in einem Muster, in dem Stuttgart häufiger in die Abschlusszone kam, Porto jedoch seltener, dafür zielgerichteter.
Portos Offensivphasen waren stärker auf wenige, aber direkte Sequenzen ausgerichtet. Borja Sainz Eguskiza lieferte bis zu seiner Auswechslung in der sechsundsechzigsten Minute drei Key-Pässe und die Vorlage zum 1:0, wodurch Portos Offensivoutput bei begrenzten Ballbesitzphasen konkrete Endprodukte bekam. Sein Rating von 7,2 ordnet das als wichtigen Beitrag ein, ohne dass Porto insgesamt viele Passfolgen in Stuttgarts Hälfte brauchte. Auf Stuttgarter Seite waren es eher mehrere Spieler, die die letzten Aktionen vorbereiteten, etwa Deniz Undav mit drei Key-Pässen oder Bilal El Khannouss ebenfalls mit drei Key-Pässen, doch die letzte Ausführung blieb unpräzise oder wurde im Torabschluss abgefangen.
Das Verhältnis von Ecken verstärkte den Eindruck der Stuttgarter Feldüberlegenheit: elf Eckbälle für den VfB gegenüber vier für Porto. Gleichzeitig zeigen die abgewehrten Schüsse, wie Porto die Abschlusswellen häufig im und um den Strafraum überstand: Stuttgart hatte sechs geblockte Schüsse, Porto nur einen. Die Szeneauswahl bleibt dadurch klar datengestützt: Stuttgart kam oft zum Abschluss oder in Abschlussnähe, Porto brachte den Gegner jedoch immer wieder dazu, durch Verkehr zu schießen oder auf einen Torabschluss zu kommen, den der Keeper parierte.
Zweikämpfe, Fouls und die Unterzahlphase
Die Partie war von vielen Unterbrechungen auf Stuttgarter Seite geprägt, was sich in 16 Fouls gegenüber nur sechs von Porto abbildet. Dazu kamen vier Gelbe Karten für den VfB und drei für Porto. Die frühe Kartenfolge bei Porto mit Verwarnungen in der siebten, dreiundzwanzigsten und fünfundzwanzigsten Minute zeigte zwar, dass Porto in den ersten Minuten intensiv in die Duelle ging, doch Stuttgart sammelte über die Spielzeit mehr persönliche Strafen und verlor dadurch auch in entscheidenden Phasen an personeller Stabilität.
Der markanteste Einschnitt war die Gelb-Rote Karte gegen Nikolas Terkelsen Nartey in der siebenundsiebzigsten Minute, nur eine Minute nach seiner Gelben Karte. Zu diesem Zeitpunkt führte Porto bereits 2:0, sodass die Unterzahl vor allem Stuttgarts verbleibende Möglichkeit reduzierte, mit hoher Abschlussfrequenz noch einmal Druck auf den Anschluss zu erzeugen. Auffällig ist, dass Nartey in seinen fünfzehn Minuten Einsatzzeit zwei Fouls beging und damit direkt in die Ereigniskette hineinlief, die zum Platzverweis führte.
Auch personell reagierten beide Teams im zweiten Durchgang: Porto wechselte zur Halbzeit Rodrigo Mora de Carvalho aus, der bereits Gelb gesehen hatte, und nahm später mit Zaidu Sanusi einen weiteren verwarnten Spieler vom Feld. Diese Wechsel senkten das Risiko einer zweiten Verwarnung und halfen Porto, die Schlussphase ohne numerische Nachteile zu spielen. Stuttgart brachte zwischen der einundsechzigsten und neunundsiebzigsten Minute mehrere Wechsel, darunter Tiago Tomás, Bouanani und Chema Andrés, doch die Eingriffe fielen in eine Phase, in der Porto bereits das zweite Tor erzielt hatte oder kurz davor stand und anschließend die Unterzahl des VfB jede Aufholbewegung zusätzlich erschwerte.
Zusammenfassung
- Der FC Porto gewann in der UEFA Europa League gegen den VfB Stuttgart 2:0, mit einem 1:0 zur Pause.
- Stuttgart hatte mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, dazu ein klares Plus bei Schüssen und Ecken, blieb aber ohne Tor.
- Porto erzielte die Treffer in der 21. und 72. Minute und nutzte seine wenigen Abschlüsse deutlich effizienter.
- Der größte Einzelbeitrag kam von Portos Torhüter Diogo Meireles da Costa mit sechs Paraden und einem Rating von 8,0.
- Die Gelb-Rote Karte gegen Nartey in der 77. Minute nahm Stuttgart in der Schlussphase zusätzliche Möglichkeiten, auf das 2:0 zu reagieren.