Der SC Freiburg gewann am 27. Spieltag der Bundesliga 2025-2026 im Millerntor-Stadion mit 2:1 beim FC St. Pauli. Die Gastgeber gingen in der ersten Halbzeit durch ein Tor von Danel Sinani in Führung, bevor Freiburg nach der Pause durch Igor Matanović ausglich und das Spiel drehte. In der Schlussphase wurde ein weiterer Freiburger Treffer nach VAR-Entscheid wegen Abseits aberkannt, ehe Matanović erneut traf und die Partie entschied.
Spielverlauf und Wendepunkt nach der Pause
St. Pauli setzte in der Anfangsphase einen klaren Marker über das Ergebnis, ohne dass sich das in dominanten Ballbesitzphasen niederschlug. Der Führungstreffer fiel in der vierundzwanzigsten Minute: Danel Sinani verwertete, vorbereitet von Tomoya Ando. Bis dahin blieb die Partie in der Verteilung weitgehend ausgeglichen, was auch die Ballbesitzwerte über die gesamten neunzig Minuten stützen, mit 49 Prozent für St. Pauli und 51 Prozent für Freiburg.
Die zweite Halbzeit kippte dann über die deutlich höhere Freiburger Aktivität im Strafraum. Freiburg brachte nach Wiederanpfiff mehr Situationen in die gefährlichen Zonen und erhöhte den Druck messbar über das Abschlussprofil: Insgesamt 15:10 Schüsse und vor allem 13:5 Schüsse innerhalb des Sechzehners zugunsten der Gäste zeigen, dass Freiburg seine Angriffe häufiger bis in zentrale Abschlussräume trug, während St. Pauli ein ausgeglicheneres Verhältnis aus Fern- und Strafraumschüssen hatte, mit fünf Versuchen innerhalb und fünf außerhalb des Sechzehners. Der Ausgleich in der 65. Minute durch Igor Matanović passte in diese Entwicklung, weil Freiburg die Häufigkeit seiner Strafraumaktionen im Spielverlauf klar nach oben schob.
Die Phase zwischen der 65. und der 78. Minute war der entscheidende Abschnitt. In der 74. Minute wurde ein Freiburg-Tor von Cyriaque Kalou Irié nach VAR wegen Abseits zurückgenommen. Die Gäste blieben dennoch in derselben Richtung aktiv und kamen nur vier Minuten später zum 2:1, erneut durch Matanović. Damit wurde aus einem Spiel, das lange über einzelne Momente lief, eine Partie, die in der Schlussphase über wiederholte Freiburger Abschlüsse aus dem Strafraum entschieden wurde.
Chancenqualität und Effizienz im Abschluss
Die erwarteten Tore verdeutlichen den Unterschied in der Chancenqualität stärker als das Ergebnis allein. Freiburg kam auf 2,04 Expected Goals, St. Pauli auf 0,72. Das 2:1 war damit nicht nur über das höhere Schussvolumen zu erklären, sondern vor allem über die Art der Abschlüsse: Freiburgs 13 Strafraumschüsse bei nur zwei Versuchen von außerhalb sprechen für wiederkehrende Szenen in Tornähe, während St. Pauli häufiger aus der Distanz blieb und insgesamt weniger hochwertige Gelegenheiten produzierte.
Das Schussverhältnis bei den Schüssen aufs Tor lag bei 6:4 für Freiburg. St. Pauli brachte damit einen ordentlichen Anteil seiner Abschlüsse auf den Kasten, doch die geringere Gesamtzahl und die niedrigere Qualität der Versuche begrenzten den Ertrag. Auffällig ist, dass Freiburg trotz des hohen xG nur zweimal traf und zudem einen Treffer aberkannt bekam, während St. Pauli sein frühes Tor mit dem einzigen Schuss von Sinani direkt auf das Tor erzielte. Sinanis Spielerrating von 7,3 ordnet diesen Impact ein, weil er mit minimalem Abschlussvolumen den maximalen Ertrag herstellte, ohne dass St. Pauli danach eine ähnlich hochwertige zweite Gelegenheit erzwingen konnte.
Auf Freiburger Seite war Matanović der klare Ausreißer des Spiels. Mit zwei Toren, fünf Schüssen und drei Schüssen aufs Tor prägte er nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Schwerpunktsetzung der Gäste im letzten Drittel. Sein Spielerrating von 8,6 war folgerichtig das höchste auf dem Platz und spiegelt die direkte Umsetzung der Freiburger Strafraumpräsenz in Tore. Ergänzend stabilisierte Noah Atubolu das Freiburger Spiel mit drei Paraden und einem Rating von 7,7, sodass der frühe Rückstand nicht zu einem zweiten Gegentor führte, als St. Pauli in einzelnen Situationen zum Abschluss kam.
Ballzirkulation, Zugriff und Absicherung
Die Partie war in der Passmenge und im Ballbesitz eng beieinander, doch Freiburg hatte leichte Vorteile in der Ballzirkulation. Die Gäste spielten 445 Pässe gegenüber 421 bei St. Pauli und kamen auf 383 erfolgreiche Zuspiele, St. Pauli auf 338. Das erklärt keine Dominanz, zeigt aber, dass Freiburg über längere Phasen den Ball etwas häufiger in den eigenen Reihen hielt und damit mehr Angriffe bis in Abschlusspositionen tragen konnte.
St. Pauli blieb dabei im Spiel gegen den Ball nicht übermäßig foulintensiv, kam aber auf neun Fouls gegenüber fünf bei Freiburg. Gleichzeitig fiel auf, dass St. Pauli mit fünf Abseitsstellungen häufiger in Situationen lief, in denen Angriffe zwar angedeutet wurden, aber nicht sauber zu Ende kamen. Freiburg hatte mit drei Abseitsstellungen hier weniger Unterbrechungen in der eigenen Offensivabfolge. Standards spielten statistisch keine große Rolle, mit nur 3:2 Ecken für St. Pauli, sodass die entscheidenden Szenen aus dem laufenden Spiel heraus entstanden.
Die Torhüterwerte runden das Bild der Chancenverteilung ab. Nikola Vasilj musste vier Paraden leisten und kassierte zwei Gegentore, was zu Freiburgs sechs Schüssen aufs Tor passt. Sein Rating von 7,3 zeigt, dass St. Pauli trotz der Niederlage über einzelne Aktionen im Spiel gehalten wurde, während Freiburg insgesamt die höhere Last an gefährlichen Abschlüssen erzeugte. Auf der Gegenseite reichten Atubolus drei Paraden, um den Vorsprung nach dem 2:1 abzusichern, weil St. Pauli bis zum Abpfiff zwar Abschlüsse fand, aber nicht in der Häufigkeit und Nähe wie Freiburg.
Zusammenfassung
- Der FC St. Pauli führte ab Minute 24 durch Sinani nach Vorlage von Ando, Freiburg drehte nach der Pause auf 2:1 durch zwei Tore von Matanović.
- Freiburg setzte sich über höhere Chancenqualität durch, sichtbar an 2,04 zu 0,72 Expected Goals und 13:5 Strafraumschüssen.
- Das Abschlussbild kippte in der zweiten Halbzeit zugunsten Freiburgs, inklusive eines aberkannten VAR-Treffers wegen Abseits vor dem Siegtreffer.
- Ballbesitz und Passzahlen waren knapp, mit leichten Freiburger Vorteilen bei Pässen und erfolgreichen Zuspielen.
- Matanović als klarer Impact-Spieler mit Rating 8,6, dazu Atubolu mit drei Paraden und 7,7, während Vasilj mit vier Paraden und 7,3 St. Pauli im Spiel hielt.