Am 28. Spieltag der Serie A 2025-2026 trennten sich die AC Fiorentina und der Parma im Stadio Artemio Franchi 0:0. Die Gastgeber hatten über weite Strecken mehr Ballbesitz und kamen insgesamt zu mehr Abschlüssen, während Parma nur selten in aussichtsreiche Zonen kam. Tore fielen trotz einzelner Aktionen im Strafraum nicht.
Ballbesitz und Spielanlage
Die AC Fiorentina trug das Spiel über längere Phasen und spiegelte das auch in den Grundzahlen: 57 Prozent Ballbesitz, 500 gespielte Pässe und 442 erfolgreiche Zuspiele standen 43 Prozent Ballbesitz sowie 388 Pässe und 314 erfolgreiche Pässe des Parma gegenüber. Damit lag der Schwerpunkt des Spiels klar in Parms Hälfte, ohne dass sich daraus automatisch eine hohe Zahl an klaren Toraktionen ergab.
Die Ballzirkulation der Fiorentina war vor allem über Spieler mit hohem Passvolumen stabil: Luca Ranieri kam auf 67 Pässe bei 64 angekommenen Zuspielen, Robin Gosens auf 63 bei 57 und Marin Pongračić bis zu seiner Auswechslung in der 86. Minute auf 62 bei 54. Nicolò Fagioli brachte 54 seiner 59 Pässe zum Mitspieler und setzte dabei auch im letzten Drittel Akzente, was sich in einem Schuss aufs Tor und einem Rating von 7,2 widerspiegelte.
Parma blieb im Aufbau insgesamt passiver und musste häufiger über längere, weniger kontrollierte Ballbesitzphasen kommen. Das zeigte sich nicht nur an der geringeren Passzahl, sondern auch an einzelnen niedrigen Quoten, etwa bei Edoardo Corvi mit 21 erfolgreichen Pässen aus 36. Dass Parma dennoch lange im Spiel blieb, hing in dieser Partie weniger an längeren eigenen Ballbesitzketten als daran, dass die Fiorentina aus der Feldüberlegenheit zu selten direkte Abschlüsse auf das Tor ableitete.
Chancenbild und Effizienz im Abschluss
Im Schussverhältnis lag die Fiorentina mit 12:5 vorn, und vor allem die Verteilung der Abschlusszonen machte den Unterschied im Chanceaufbau deutlich. Die Fiorentina nahm acht ihrer zwölf Schüsse innerhalb des Sechzehners, Parma dagegen nur einen einzigen. Bei den Abschlüssen aus der Distanz war es mit 4:4 ausgeglichen, was Parms Offensivprofil in dieser Begegnung gut abbildete: eher einzelne Versuche aus weniger gefährlichen Bereichen als konsequente Strafraumpräsenz.
Auch die Expected Goals unterstrichen diese Asymmetrie. Die Fiorentina kam auf 1,30 xG, Parma auf 0,12 xG. Bei Parma passt dazu, dass auf Teamebene kein Schuss aufs Tor ausgewiesen ist und David de Gea für die Fiorentina ohne Parade blieb. Die Defensive der Fiorentina musste somit nur wenige Situationen verteidigen, in denen tatsächlich ein Eingreifen des Torhüters nötig gewesen wäre.
Dass es trotz des klaren xG-Vorteils 0:0 blieb, hatte seinen statistischen Kern in der fehlenden Präzision der Fiorentina im letzten Abschlussmoment. Aus zwölf Schüssen wurde nur ein Schuss aufs Tor, und damit war die letzte Ausführung nicht ausreichend, um die Feldkontrolle in Tore zu übersetzen. Corvi musste zwar nur einmal parieren, blieb in dieser Partie aber im entscheidenden Moment präsent und erhielt mit 7,5 ein herausgehobenes Rating, das sich direkt aus der geringen Zahl an, aber dafür spielentscheidenden Toraktionen erklären lässt.
Auf Spielerebene war außerdem auffällig, wie oft Abschlüsse geblockt oder frühzeitig entschärft wurden: Die Fiorentina hatte fünf abgewehrte Schüsse, Parma nur einen. Das deutet darauf hin, dass viele Versuche der Gastgeber in dichtem Raum oder unter unmittelbarem Gegnerdruck zustande kamen, was die ohnehin niedrige Zahl an Schüssen aufs Tor zusätzlich plausibel macht.
Zweikämpfe, Unterbrechungen und Wechselwirkungen
Im physischen und rhythmischen Teil der Partie war das Duell eng, ohne dass es durch Karten auf Parms Seite eskalierte. Die Fiorentina beging zwölf Fouls, Parma dreizehn. Gelbe Karten gab es ausschließlich für die Fiorentina: Rolando Mandragora sah in der 61. Minute Gelb wegen Haltens, Domilson Cordeiro dos Santos in der 90. Minute ebenfalls wegen Haltens. Die Statistik zeigt damit ein Spiel, in dem Parma über Disziplin und Zweikampfführung ohne Verwarnung blieb, während die Fiorentina in einzelnen Momenten Unterbrechungen durch Fouls in Kauf nahm.
Mandragoras Verwarnung fiel in eine Phase, in der er bis zu seiner Auswechslung in der 64. Minute bereits drei Key-Pässe geliefert hatte und damit ein spürbarer Zubringer im letzten Drittel war. Der Wechsel zu Giovanni Fabbian veränderte weniger die Spielrichtung als die Art der Beteiligung: Fabbian kam zwar auf mehrere Duelle, blieb aber mit neun Pässen und einer niedrigeren Passgenauigkeit von sechs angekommenen Zuspielen aus neun im Aufbau deutlich weniger eingebunden.
Parma reagierte früh in der zweiten Halbzeit mit dem Wechsel von Hans Nicolussi Caviglia auf Christian Ordoñez in der 54. Minute. Ordoñez brachte in seiner Einsatzzeit mehr defensive Aktionen in sein Profil, unter anderem drei Tackles und einen geblockten Ball, und stabilisierte damit die Arbeit gegen die Angriffe der Fiorentina, ohne dass Parma dadurch selbst deutlich mehr Offensivvolumen erzeugte.
Auf Seiten der Fiorentina blieb Robin Gosens ein klarer Faktor in den direkten Duellen. Er gewann fünf von sechs Zweikämpfen, steuerte drei Tackles bei und hatte mit 7,9 das beste Rating im Team. Seine Werte passten zum Gesamtbild: viel Präsenz im Spiel der Fiorentina und ein hoher Anteil an gewonnenen Situationen, die den Druck auf Parma aufrechterhielten. Für Parma stachen in der Abwehrarbeit Enrico Del Prato und Emanuele Valeri heraus, beide mit einem Rating von 7,2, wobei Del Prato mit drei Blocks und Valeri mit zwei Interceptions sowie sieben gewonnenen Duellen aus elf sichtbar an der Verteidigung der Strafraumszenen beteiligt waren.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen der AC Fiorentina und dem Parma am 28. Spieltag der Serie A 2025-2026
- Fiorentina mit mehr Kontrolle über Ballbesitz und Passvolumen, Parma mit geringerer eigener Spielzeit am Ball
- Deutliches Chancenplus der Fiorentina über Abschlüsse im Strafraum und 1,30:0,12 xG, aber nur 1 Schuss aufs Tor
- Parma offensiv kaum im Strafraum präsent und ohne ausgewiesenen Schuss aufs Tor, defensiv jedoch mit wenigen, entscheidenden Aktionen stabil
- Wechsel und Zweikampfwerte stützten Parms Widerstand, während die Fiorentina ihre Überlegenheit nicht in Tore überführte