Der Everton FC gewann am fünfundzwanzigsten Spieltag der Premier League 2025-2026 beim Fulham FC in der Craven Cottage mit 2:1. Fulham ging durch ein Eigentor von Vitaliy Mykolenko früh in Führung, bevor Everton in der Schlussphase durch Kiernan Dewsbury-Hall ausglich und kurz darauf durch ein Eigentor von Bernd Leno den Siegtreffer bekam. Der Spielverlauf kippte damit in den letzten fünfzehn Minuten trotz insgesamt ähnlicher Chancenverteilung.
Ballbesitz und Spielanteile
Fulham hatte über die Spielzeit mehr Ballbesitz und mehr Kontrolle über längere Ballbesitzphasen, was sich in 55 Prozent Ballbesitz sowie 465 Pässen bei 399 erfolgreichen Zuspielen abbildete. Everton blieb mit 45 Prozent und 383 Pässen bei 326 erfolgreichen Pässen darunter, war aber in der Gesamtausrichtung nicht klar in die eigene Hälfte gedrückt, sondern kam über die Spieldauer regelmäßig in Abschlusspositionen.
Das zeigt sich am Schussverhältnis von 13:16 aus Fulham-Sicht, bei identischen 3:3 Schüssen aufs Tor. Fulham bewegte den Ball häufiger und sauberer durch die mittleren Zonen, Everton produzierte aber im gleichen Spiel mehr Abschlüsse und damit mehr direkte Endaktionen. In der Verteilung der Abschlüsse lagen beide Teams dabei nah beieinander, weil Fulham elf seiner dreizehn Schüsse innerhalb des Strafraums nahm und Everton sogar zwölf seiner sechzehn Versuche aus dem Sechzehner heraus abschloss.
Auch das Expected-Goals-Bild ordnet den Spielanteil ein, ohne das Ergebnis zu erklären: Fulham kam auf 1.97 xG und damit auf etwas mehr Qualität im Abschluss, Everton auf 1.68 xG. Dass daraus ein Auswärtssieg wurde, erklärt sich weniger über dominanten Ballbesitz oder ein deutliches Chancenplus, sondern über die entscheidenden Aktionen in der Schlussphase und über die Art der Tore, die jeweils aus Eigentoren beziehungsweise einem späten Treffer entstanden.
Chancenbild und Effizienz in den Strafraumaktionen
Die erste Halbzeit wurde in der Torfolge früh geöffnet, als Mykolenko in der achtzehnten Minute ein Eigentor unterlief und Fulham damit 1:0 führte. Ein solches Tor verändert die Ausgangslage unmittelbar, ohne dass es zwingend eine klare Chancenüberlegenheit abbildet, und genau so wirkte es hier: Fulham konnte mit dem Vorsprung seine Ballbesitzphasen stabil halten, während Everton trotz geringerer Passzahlen im Spiel blieb und über die Spielzeit hinweg mehr Abschlüsse sammelte.
Entscheidend ist, dass beide Teams ihre Abschlüsse sehr häufig aus dem Strafraum bekamen. Bei Fulham waren es elf Strafraumschüsse bei nur zwei Versuchen von außerhalb, bei Everton zwölf Strafraumschüsse bei vier Distanzabschlüssen. Das spricht für ein Spiel, das nicht von langen Schussserien aus der zweiten Reihe geprägt war, sondern von wiederholten Situationen, in denen beide Mannschaften bis in den Sechzehner kamen.
Die Torhüterzahlen passen zu diesem Bild mit eher wenigen, aber relevanten Aktionen auf das Tor: Jordan Pickford musste drei Schüsse aufs Tor parieren und hielt damit Evertons Gegentore bei einem Gegentreffer, während Bernd Leno zwei Paraden hatte, aber zwei Gegentore kassierte, von denen eines als Eigentor in der dreiundachtzigsten Minute gewertet wurde. Auf der anderen Seite blieb Everton trotz 16 Schüssen bei nur drei Schüssen aufs Tor, was eher auf Streuung im Abschluss oder geblockte Wege hindeutet als auf dauerhaft klare Abschlusssituationen, zumal Fulham selbst nur zwei Schüsse abwehren ließ und Everton drei.
In der individuellen Einordnung ragen zwei Werte besonders heraus, weil sie direkt in diesen Effizienzrahmen greifen: Pickford erhielt mit 8.3 das höchste Everton-Rating und unterlegte damit die Bedeutung seiner drei Paraden in einem Spiel, das bis zur Schlussphase eng blieb. Bei Fulham hatte Alex Iwobi mit 7.0 ein auffälliges Rating und war mit 66 Pässen sowie zwei Key-Pässen ein zentraler Mitspieler im Übergang in die letzten Zonen, ohne dass sich daraus ein zweites Tor ergab.
Schlussphase, Wechsel und Disziplin
Der Spielentscheid fiel in einem sehr kompakten Zeitfenster. Everton glich in der sechsundsiebzigsten Minute durch Dewsbury-Hall aus, vorbereitet von Mykolenko, der damit nach seinem Eigentor in der ersten Halbzeit unmittelbar an einem Tor für die eigene Mannschaft beteiligt war. Der Ausgleich kam kurz nach den Doppelwechseln Evertons in der neunundsechzigsten Minute, als Beto und Tyrique George ins Spiel kamen, und nach Fulhams Wechseln in der fünfundsiebzigsten Minute, als Muniz und Kevin Santos Lopes de Macedo für Raúl Jiménez und Chukwueze übernahmen.
Unmittelbar nach dem 1:1 folgte in der dreiundachtzigsten Minute das zweite Eigentor des Spiels, diesmal auf Fulhams Seite durch Leno, was den Spielstand auf 1:2 drehte. Fulham reagierte in derselben Minute noch einmal mit zwei weiteren Wechseln, Oscar Bobb und Kenny Tete kamen, doch die verbleibende Zeit reichte nicht mehr, um den Spielstand zu korrigieren. Everton brachte kurz darauf Branthwaite für Mykolenko, was den Schlussabschnitt personell absicherte.
Das Disziplinbild zeigt, wie intensiv die Endphase geführt wurde: Everton sammelte fünf Gelbe Karten, Fulham nur eine. Besonders die Gelben Karten von Garner, Mykolenko und O’Brien in der zweiten Halbzeit und die Verwarnung für Pickford wegen Zeitspiels in der Nachspielzeit markieren, dass Everton den Vorsprung in der Schlussphase mit vielen Unterbrechungen und Zweikämpfen verteidigte. Gleichzeitig blieb das Spiel trotz der Karten kontrolliert im Rahmen, da keine Platzverweise folgten und die Foulzahlen mit zehn Fouls für Fulham und zwölf für Everton in einem üblichen Bereich lagen.
Auch bei den individuellen Beiträgen lässt sich die Schlussphase statistisch greifen: Garner hatte mit vier Key-Pässen, fünf Tackles und einem Rating von 8.0 einen besonders prägenden Einfluss auf Evertons Arbeit mit und gegen den Ball, ohne dass sich das in einer extremen Passdominanz niederschlug. Dewsbury-Hall als Torschütze brachte das 7.9-Rating ein und setzte mit seinem Treffer den Wendepunkt, während Fulham zwar mehr Passkontrolle hatte, aber in dieser Phase zwei spielentscheidende Szenen gegen sich hatte, die sich direkt im Ergebnis niederschlugen.
Zusammenfassung
- Der Everton FC gewann beim Fulham FC mit 2:1 in der Premier League 2025-2026 trotz geringerer Ballbesitz- und Passwerte.
- Fulham führte nach achtzehn Minuten durch ein Eigentor von Mykolenko, Everton drehte das Spiel in der Schlussphase durch das Tor von Dewsbury-Hall und ein Eigentor von Leno.
- Das Chancenbild war eng, mit 13:16 Schüssen und 3:3 Schüssen aufs Tor sowie 1.97 zu 1.68 bei den Expected Goals zugunsten von Fulham.
- Beide Teams kamen häufig in den Strafraum, Fulham mit elf und Everton mit zwölf Strafraumschüssen, ohne klare Vorteile bei Schüssen aufs Tor.
- Pickford mit Rating 8.3 und drei Paraden sowie Garner mit Rating 8.0 prägten Evertons Schlussphase, während Evertons fünf Gelbe Karten den intensiven Endabschnitt unterstrichen.