Der Real Betis gewann am 33. Spieltag der La Liga 2025-2026 beim Girona CF im Estadi Municipal de Montilivi mit 3:2. Girona ging früh in Führung, Betis glich noch in der ersten Halbzeit aus, bevor die zweite Hälfte mit drei weiteren Treffern entschieden wurde. Das Spiel kippte nach dem Ausgleich per Elfmeter nicht zu Gironas Gunsten, sondern bekam durch Betis’ drittes Tor die finale Richtung.
Ballbesitz und Zugriff im Aufbau
Girona hatte über weite Strecken die größere Kontrolle am Ball, was sich in 56 Prozent Ballbesitz und einem klaren Plus an Passvolumen niederschlug. Mit 549 Pässen gegenüber 440 Pässen des Real Betis und einer hohen Zahl erfolgreicher Zuspiele von 492 zu 378 war Girona häufiger in Phasen, in denen der Ball zirkulierte und Betis verteidigen musste. Das war kein Selbstzweck, denn Girona brachte den Ball auch regelmäßig in Abschlusszonen, sichtbar an sieben Schüssen aus dem Sechzehner bei insgesamt neun Abschlüssen.
Trotzdem blieb die Dominanz im Aufbau nur begrenzt in direkte Torgefahr übersetzt. Girona brachte nur 2:3 Schüsse aufs Tor zustande, obwohl die Abschlusszahl höher war als bei Betis. Diese Differenz zwischen Spielanteilen und Präzision im Abschlussrahmen erklärt, warum Girona seine Ballphasen zwar in Strafraumnähe brachte, aber weniger klare Abschlüsse auf den Kasten erzwang. Betis wiederum musste weniger auf Ballbesitz setzen, um effektiv zu bleiben: Mit 44 Prozent Ballbesitz und insgesamt sieben Schüssen reichten wenige, dafür zielgerichtetere Toraktionen, um drei Treffer zu erzielen.
Im Passspiel fielen bei Girona mehrere zentrale Passgeber auf, ohne dass sich daraus zwingend mehr Torschüsse aufs Tor ergaben. Daley Blind spielte 94 Pässe, Viktor Tsyhankov brachte bei 33 Pässen 31 an und blieb im letzten Drittel mit zwei Key Pässen aktiv. Auf Betis-Seite stützten Sofyan Amrabat mit 55 Pässen bei 51 erfolgreichen Zuspielen sowie Natan Bernardo de Souza mit 55 Pässen bei 52 erfolgreichen Pässen das Spiel gegen den Ball und die Anschlussaktionen nach Ballgewinnen.
Chancenverteilung und Effizienz vor dem Tor
Der Spielbeginn gab dem Match sofort Richtung: Girona traf in der siebten Minute durch Viktor Tsyhankov zum 1:0 und setzte damit früh einen Ergebnisrahmen, in dem Betis reagieren musste. Die Antwort folgte nicht über Dauerdruck, sondern über einen Treffer in der 23. Minute, als Marc Roca Junqué nach Vorlage von Abdessamad Ezzalzouli zum 1:1 ausglich. Damit war das Spiel zur Pause wieder offen, obwohl Girona mehr Ballbesitz hatte.
In der zweiten Hälfte entschied weniger die Menge an Möglichkeiten als deren Nutzung. Betis ging in der 63. Minute durch Ezzalzouli in Führung, diesmal vorbereitet von Cédric Bakambu. Girona kam nur vier Minuten später zurück, als Azzedine Ounahi einen Elfmeter zum 2:2 verwandelte. In dieser Phase wirkte der Spielstand wie ein erneuter Neustart, doch Betis drehte das Momentum erneut auf seine Seite und traf in der 80. Minute durch Rodrigo Riquelme nach einer weiteren Vorlage von Ezzalzouli zum 3:2.
Die Zahlen stützen dieses Bild einer knappen, aber in der Box effizienteren Auswärtsleistung. Girona hatte mit 1.36 zu 1.04 die höheren Expected Goals, produzierte also im Mittel etwas wertigere Abschlusssituationen, verwertete sie jedoch nur zweimal. Betis erzielte drei Tore aus sieben Schüssen und setzte drei Schüsse aufs Tor, Girona kam bei neun Schüssen nur auf zwei Schüsse aufs Tor. Der Unterschied lag damit weniger in der Häufigkeit des Eindringens in den Strafraum als in der Zielgenauigkeit und der Konsequenz bei den Toraktionen.
Individuell spiegeln Ratings diese Wirksamkeit: Tsyhankov war bei Girona mit einem Tor, einem Schuss und einem Rating von 7.9 der auffälligste Abschlussspieler und gewann fünf seiner sechs Duelle. Bei Betis ragte Ezzalzouli mit einem Tor, zwei Assists und dem höchsten Wert im Spiel von 8.2 heraus, weil er direkt an zwei Führungswechseln beteiligt war. Riquelme kam nach seiner Einwechslung zur Pause auf ein Tor und ein Rating von 7.3, was seine Rolle als entscheidender Faktor in der Schlussphase unterstreicht.
Spielentscheidende Phasen und Einwechslungen
Das Spiel wurde stark von klar abgegrenzten Phasen geprägt, in denen Tore den Verlauf neu setzten. Nach dem frühen 1:0 und dem Ausgleich zum 1:1 verlief die Begegnung bis zur Pause ohne weitere Treffer, aber mit einer insgesamt engen Spieldynamik: Girona hielt mehr Ballbesitz, Betis blieb über wenige Aktionen gefährlich. Auffällig war, dass Betis bereits in der neunten Minute die erste Gelbe Karte sah, als Giovani Lo Celso wegen eines Fouls verwarnt wurde, und zur Halbzeit auf diese Personalie reagierte.
Die Doppel-Umstellung zur Pause war ein klarer Einschnitt: Betis brachte Rodrigo Riquelme und Cédric Bakambu, Lo Celso und Juan Camilo Hernández gingen runter. Unmittelbar danach erhöhte sich die Ereignisdichte, auch weil Betis mehr Karten sammelte und in Zweikämpfen häufiger am Limit spielte. Bakambu sah in der 50. Minute Gelb, Betis kam insgesamt auf siebzehn Fouls gegenüber elf von Girona und auf drei Gelbe Karten, was auf eine intensivere, oft unterbrechende Defensivarbeit hindeutet, während Girona nur einmal verwarnt wurde.
Gironas Wechsel kamen erst nach der Betis-Führung: Joel Roca ersetzte in der 66. Minute Francisco Beltrán, kurz vor dem Elfmeter zum 2:2. Später brachte Girona Cristhian Stuani für Claudio Echeverri sowie Thomas Lemar und Hugo Rincón für Iván Martín und Arnau Martínez, ohne dass daraus noch ein weiterer Ausgleich entstand. Dass Girona in der Schlussphase kein Tor mehr nachlegte, passt zur niedrigen Zahl an Schüssen aufs Tor und dazu, dass Betis trotz geringerem Ballbesitz die entscheidenden Momente in der Nähe des Tores setzte.
Bei Standards und Strafraumszenen zeigte sich kein großes Volumen zugunsten des Auswärtsteams. Girona hatte sogar drei Ecken gegenüber einer von Betis und mehr Abschlüsse aus dem Sechzehner. Dennoch blieb Betis in den entscheidenden Situationen im Strafraum präsenter in der Verwertung, während Girona zwar häufiger in Abschlusspositionen kam, aber weniger häufig so abschloss, dass der Torhüter geprüft wurde. Damit erklärt sich auch, warum die Spielstatistik in Teilen für Girona spricht, das Ergebnis aber zu Betis kippte.
Zusammenfassung
- Der Real Betis gewann beim Girona CF in der La Liga mit 3:2 nach einem 1:1 zur Pause.
- Girona hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Pässe, brachte aber nur 2:3 Schüsse aufs Tor zustande.
- Betis war vor dem Tor effizienter und erzielte drei Treffer aus sieben Schüssen, Girona kam bei neun Schüssen auf zwei Tore.
- Die zweite Halbzeit wurde durch die Tore zum 1:2, den Elfmeter zum 2:2 und das 2:3 in der 80. Minute entschieden.
- Abdessamad Ezzalzouli prägte das Ergebnis mit einem Tor und zwei Assists, während Tsyhankov Gironas frühe Führung setzte.