Am 34. Spieltag der La Liga 2025-2026 gewann der Real Mallorca im Estadi Municipal de Montilivi mit 1:0 beim Girona CF. Den einzigen Treffer erzielte Samuel Costa kurz vor der Pause nach Vorarbeit von Johan Mojica. Girona hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz, blieb im Abschluss aber ohne Torerfolg.
Schlüsselphase vor der Pause
Bis zum Halbzeitpfiff bewegte sich das Spiel in einer Konstellation, die sich über die Spieldaten klar abbildet: Girona hatte die längeren Ballbesitzphasen und auch das höhere Passvolumen, während Mallorca mit weniger eigenen Passaktionen situativ in seine Umschaltmomente kam. Mit 59 Prozent Ballbesitz und 509 Pässen gegen 41 Prozent und 361 Pässe verschob Girona das Spiel häufiger in die gegnerische Hälfte, ohne daraus schon früh einen entscheidenden Vorsprung bei klaren Abschlüssen zu ziehen.
Das Tor fiel dann auf der anderen Seite und zeitlich genau in jene Phase, in der ein einzelnes Ereignis die Statik eines bis dahin torlosen Spiels kippen kann: In der 43. Minute traf Samuel Costa nach Assist von Mojica zum 0:1. Für Mallorca war es ein effizienter Moment, der durch die späteren Kennzahlen gestützt wird, denn die Gäste kamen insgesamt zwar nur auf acht Schüsse, brachten davon aber vier aufs Tor und damit genauso viele wie Girona. Costa verband dabei Ergebniswirkung und Aktivität gegen den Ball, was sich auch in seinem Rating von 7,5 als einem der höchsten Werte im Team sowie in seinen drei Tackles und zwei Interceptions spiegelt.
Auf Gironas Seite blieb der erste Durchgang zudem nicht ohne Nebengeräusch: Viktor Tsyhankov sah in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Gelb wegen einer Schwalbe. Für den weiteren Verlauf war das insofern relevant, als Girona mit einem bereits verwarnten Offensivspieler weiter in die direkten Duelle gehen musste, während Mallorca insgesamt sehr viele Unterbrechungen über Fouls in die Partie brachte.
Ballbesitzvorteil ohne Abschlussvorteil
Über die gesamten neunzig Minuten bestätigte sich, dass Gironas Spielkontrolle in erster Linie über Ballzirkulation und Feldposition lief, nicht über eine dominante Chancenstaffelung. Girona nahm dreizehn Schüsse, Mallorca acht, und auch im Strafraum lag Girona mit elf Abschlüssen innerhalb des Sechzehners gegenüber sechs vorne. Trotzdem blieb die Differenz in der wirklich torrelevanten Endausführung gering, weil beide Teams jeweils vier Schüsse aufs Tor hatten. Genau an dieser Stelle wird sichtbar, warum das Spiel trotz Ballbesitz- und Schussvorteil kippen kann: Girona kam häufiger in Abschlussräume, setzte Mallorca aber nicht so unter Druck, dass die Zahl der Schüsse aufs Tor deutlich anstieg.
Die Expected Goals unterstreichen das Bild einer Partie mit Chancen auf beiden Seiten, aber ohne extreme Ausschläge: Girona stand bei 1,43 xG, Mallorca bei 1,04 xG. Die leichte Überlegenheit der Hausherren reichte damit statistisch für einen möglichen Treffer, sie war jedoch nicht groß genug, um das 0:1 als reines Ausreißer-Ergebnis erscheinen zu lassen. Mallorcas Plan, Phasen ohne Ballbesitz zu akzeptieren, wurde dadurch tragfähig, dass Girona zwar in den Strafraum kam, die Abschlüsse dort aber nicht in einer Häufigkeit und Präzision auf das Tor brachte, die den Spielstand zwingend gedreht hätte.
Für Mallorca wurde die Defensivleistung besonders am Torwart sichtbar: Leonardo Román kam auf vier Paraden und erhielt mit 8,2 das herausragende Rating des Spiels. Seine Rolle passt zu den Teamdaten, denn Girona schoss häufiger und setzte Mallorca dadurch wiederholt unter Druck, ohne die benötigte Effizienz zu erreichen. Auf Gironas Seite hatte Paulo Gazzaniga mit zwei Paraden weniger zu tun, kassierte aber aus einem der vier gegnerischen Schüsse aufs Tor den entscheidenden Gegentreffer.
Unterbrechungen, Fouls und Wechsel als Spielsteuerung
Ein zentrales Merkmal der zweiten Halbzeit war die hohe Zahl an Unterbrechungen, die Mallorca in Kauf nahm und die sich klar in den Fouls ablesen lässt. Mit 24:8 Fouls gegen Girona drückten die Gäste das Spiel immer wieder in kurze Sequenzen, was für ein Team mit geringerem Ballbesitz ein naheliegender Weg ist, den Rhythmus des Gegners zu brechen, ohne dafür eigene lange Ballbesitzphasen aufbauen zu müssen. Dass Mallorca dabei bei zwei Gelben Karten blieb, während Girona drei Verwarnungen erhielt, zeigt zugleich, dass viele dieser Aktionen für die Gäste ohne unmittelbare Kartenfolge blieben.
Auch die Ereignisse auf der Wechselbank passten zur Spiellage nach dem 0:1. Mallorca wechselte direkt zur Pause und ersetzte Kalumba durch Jan Virgili, nahm später mit Luvumbo für Pablo Torre eine weitere Anpassung vor und brachte mit Antonio Sánchez, Llabrés und David López in der Schlussphase zusätzliche Kräfte. Girona reagierte ab der 70. Minute mit einem klaren Fokus auf zusätzliche Abschlusspräsenz und neue Aktionen im letzten Drittel: Bryan Gil und Stuani kamen gleichzeitig, später folgten Rincón und Lemar. Dass Stuani in nur zwanzig Minuten zwei Schüsse nahm und einen davon aufs Tor brachte, passt zum Bild einer Schlussphase, in der Girona zwar die Anzahl der Angriffe erhöhte, aber am Ende nicht den Treffer erzielte.
In den individuellen Beiträgen fällt bei Girona auf, dass mehrere Spieler im Passspiel und in Duellen hohe Stabilität lieferten, ohne dass daraus zwingend ein Tor entstand. Azzedine Ounahi kam auf drei Key Pässe bei 58 Pässen und erhielt ein Rating von 7,2, ebenso wie Arnau Martínez und Alejandro Francés mit jeweils 7,2. Diese Werte ordnen ein, dass Girona im Aufbau und in den direkten Duellen häufig Lösungen fand, Mallorca aber im entscheidenden Moment im und vor dem eigenen Tor standhielt. Auf der anderen Seite war Mallorcas defensive Kante unter anderem bei Maffeo sichtbar, der mit 7,3 bewertet wurde und fünf seiner sechs Duelle gewann, während Mojica neben dem Assist auch durch seine Gelbe Karte wegen Spielverzögerung das Verwalten des Vorsprungs in der Schlussphase abbildete.
Zusammenfassung
- Der Real Mallorca gewann beim Girona CF in La Liga mit 1:0, das Tor fiel in der 43. Minute durch Samuel Costa nach Vorarbeit von Johan Mojica.
- Girona hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, kam auch auf mehr Schüsse und mehr Abschlüsse im Strafraum, erreichte bei Schüssen aufs Tor jedoch nur ein 4:4.
- Die xG-Werte von 1,43 zu 1,04 zeigen eine leichte Chancenüberlegenheit für Girona, ohne einen großen Abstand zwischen den Teams.
- Leonardo Román prägte das Ergebnis mit vier Paraden und dem auffälligen Rating von 8,2.
- Mallorcas 24 Fouls und mehrere späte Wechsel begleiteten eine zweite Halbzeit mit vielen Unterbrechungen, während Gironas Offensivwechsel die Schlagzahl erhöhten, aber ohne Ausgleich blieben.