In der 25. Runde der 1. HNL 2025-2026 gewann der Dinamo Zagreb bei dem HNK Hajduk Split mit 3:1. Dinamo stellte die Weichen früh mit zwei Toren in der Anfangsphase und erhöhte noch vor der Pause. Hajduk kam zwischenzeitlich zum Anschlusstreffer, blieb danach aber ohne weiteren Torerfolg.
Frühe Effizienz und Führung vor der Pause
Der Spielverlauf wurde in den ersten knapp vierzig Minuten entschieden, weil der Dinamo Zagreb seine Präsenz im Strafraum in Tore ummünzte. Bereits in der siebten Minute traf Miha Zajc nach Vorarbeit von Mounsef Bakrar zum 0:1, vier Minuten später erhöhte Gabriel Vidović nach Assist von Dion Drena Beljo auf 0:2. Diese frühe Zweitoreführung verschob die Spielanlage: Hajduk musste mehr Ballbesitzphasen aufbauen, während Dinamo im Vorteil blieb, ohne dafür dauerhaft mehr Spielanteile zu benötigen.
Hajduk fand in der 28. Minute eine Antwort, als Rokas Pukštas das 1:2 erzielte. Der Anschlusstreffer passte zum Bild, dass Hajduk über weite Strecken den Ball etwas häufiger hatte, am Ende mit 54 Prozent Ballbesitz und auch mit mehr gespielten Pässen 375 zu 324. Dennoch blieb die Führung instabil, weil Dinamo weiterhin zu Abschlüssen im gefährlichen Bereich kam und in der 38. Minute durch Bakrar nach Vorlage von Luka Stojković erneut traf. Mit dem 1:3 zur Pause war die Ausgangslage klar: Hajduk brauchte nicht nur mehr Ballbesitz, sondern vor allem mehr Durchkommen im Sechzehner, während Dinamo sein frühes Trefferpaket bereits vollständig platziert hatte.
Chancenverteilung im Strafraum und Torhüterfaktor
Die Zahlen stützen den Eindruck, dass Dinamo insgesamt die klareren und häufigeren Abschlusssituationen hatte. Das Schussverhältnis lag bei 12:17, bei den Schüssen aufs Tor bei 3:6. Auffällig ist dabei, dass beide Teams einen sehr hohen Anteil ihrer Abschlüsse aus dem Strafraum nahmen, Hajduk mit 11 von 12 und Dinamo mit 13 von 17. Der Unterschied lag weniger darin, ob man in den Sechzehner kam, sondern wie oft und wie zielgenau daraus abgeschlossen wurde.
Auch die Expected Goals ordnen diese Relation ein: Hajduk kam auf 1,33 xG, Dinamo auf 2,04 xG. Das passt zur Anzahl der Schüsse aufs Tor und zum Endstand. Hajduks Torhüter Toni Silić musste nur eine Parade verzeichnen, kassierte aber drei Gegentore, was die geringe Zahl an abgewehrten Schüssen aufs Tor aus Hajduks Sicht widerspiegelt. Auf der Gegenseite war Dominik Livaković ein klarer Faktor für das Verhindern eines engeren Spiels. Er parierte zwei Bälle und kam auf ein herausragendes Spielerrating von 8,2, das in diesem Spielkontext vor allem die wenigen, aber relevanten Situationen erklärt, in denen Hajduk aus seinen Angriffen doch zu Abschlüssen aufs Tor kam.
Für Hajduk stach Pukštas heraus: vier Schüsse, davon zwei aufs Tor, dazu zwölf gewonnene Duelle bei insgesamt achtzehn und das Tor zum 1:2. Sein Rating von 8,5 war das höchste im Heimteam und steht dafür, dass ein Großteil der gefährlichen Hajduk-Momente bei ihm zusammenlief, ohne dass daraus eine zweite Torphase entstand.
Zweite Halbzeit: mehr Spielanteile, weniger Durchschlagskraft
Nach der Pause blieb das Ergebnis unverändert, obwohl Hajduk mit Wechseln früh reagierte und später weitere Offensivkräfte brachte. Zvonimir Šarlija kam zur zweiten Halbzeit, später folgten unter anderem Filip Krovinović und Marko Livaja. In der reinen Aktivität ließ sich das an Hajduks Ballbesitz und Passvolumen ablesen, die insgesamt leicht über dem Gegner lagen. Gleichzeitig zeigt das Spielprotokoll, dass Dinamo die Kontrolle über die entscheidenden Räume nicht über ständige Dominanz, sondern über die Begrenzung der gegnerischen Abschlüsse aufs Tor hielt.
Dinamo agierte in der zweiten Halbzeit deutlich intensiver in den direkten Duellen, was auch im Foulbild sichtbar wird. Mit 18 Fouls gegenüber neun von Hajduk nahm Dinamo viele Unterbrechungen in Kauf, dazu drei Gelbe Karten, unter anderem für Bakrar und Mišić, die beide dadurch das nächste Spiel verpassen. Diese Häufung spricht für eine Spielphase, in der Hajduk zwar häufiger anspielbar war und ansetzte, Dinamo aber viele Angriffe in Momenten stoppte, bevor daraus klare Abschlusspositionen wurden.
Die Wechsel bei Dinamo ab der 70. Minute sowie die Auswechslung von Zajc und Bakrar in der 77. Minute passten zur Führungslage. Zajc hatte bis dahin mit seinem frühen Tor und einem Rating von 7,7 seinen direkten Beitrag bereits geleistet, Bakrar mit Tor und Assist sowie einem Rating von 7,9 noch deutlicher. Dass Dinamo trotz weniger Ballbesitz die höhere Abschlusszahl und die bessere Zielgenauigkeit hielt, erklärt, warum Hajduks späte Umstellungen zwar einzelne Szenen erzeugten, aber keinen messbaren Umschwung in Richtung mehr Schüsse aufs Tor oder weiterer Tore.
Zusammenfassung
- Dinamo Zagreb entschied das Spiel gegen den HNK Hajduk Split mit zwei frühen Toren und führte zur Pause 3:1
- Hajduk hatte leichte Vorteile im Ballbesitz und bei den Pässen, Dinamo war im Abschlussvolumen und bei den Schüssen aufs Tor vorne
- Die xG-Werte 1,33 zu 2,04 stützten die Chancenrelation und den Endstand 1:3
- Livaković verhinderte mit zwei Paraden zusätzliche Hajduk-Tore, Pukštas prägte Hajduks Offensivbeiträge mit Tor und vier Schüssen
- In der zweiten Halbzeit blieb es trotz Wechseln und höherer Unterbrechungszahl durch Dinamos Fouls beim Ergebnis ohne weitere Treffer