Holstein Kiel und der SV Elversberg trennten sich am vierundzwanzigsten Spieltag der 2. Bundesliga 2025-2026 im Holstein-Stadion 1:1. Nach einer torlosen ersten Halbzeit fielen beide Treffer innerhalb von drei Minuten, erst durch David Ngabi Mokwa Ntusu und kurz darauf durch Jonas Torrissen Therkelsen. Danach blieb das Spiel offen, ohne dass eine Mannschaft den entscheidenden Treffer nachlegte.
Chancenprofil und Effizienz
Über die neunzig Minuten ergab sich ein enges Chancenbild, das die Punkteteilung stützt. Holstein Kiel kam auf ein Schussverhältnis von 10:7 und hatte bei den Schüssen aufs Tor keinen Vorteil, da beide Teams jeweils 3:3 verzeichneten. Auch die Expected Goals lagen nahezu gleichauf, mit 0.99 für Holstein Kiel und 0.95 für den SV Elversberg, wodurch die Toranzahl im Verhältnis zur Chancequalität plausibel bleibt.
Der zentrale Unterschied lag weniger in der Menge der Abschlüsse als in der Herkunft der Kieler Versuche. Holstein Kiel brachte sechs Schüsse aus dem Sechzehner an, Elversberg lediglich drei, während die Distanzschüsse mit 4:4 ausgeglichen waren. Daraus ergab sich für Kiel mehr Aktivität in Tornähe, allerdings ohne klaren Output-Vorteil, weil Elversberg mit wenigen Aktionen im Strafraum ebenso effizient zum Abschluss kam und die Zahl der Torabschlüsse auf Ziel identisch hielt.
Im Torabschluss waren beide Teams nahezu spiegelbildlich: beide Torhüter kamen auf zwei Paraden und kassierten je ein Gegentor. Timon Moritz Weiner und Nicolas Kristof mussten damit jeweils nur selten in höchster Frequenz eingreifen, was zum insgesamt moderaten Abschlussvolumen und zur ausgeglichenen xG-Verteilung passt.
Ballbesitz, Passspiel und Spielanteile
Holstein Kiel hatte leicht mehr Kontrolle über den Ball, was sich im Ballbesitz von 53:47 und auch im Passvolumen ausdrückte. Kiel spielte 392 Pässe gegenüber 344 Pässen des SV Elversberg und brachte davon 317 erfolgreich an, Elversberg 277. Das deutet auf längere Kieler Ballbesitzphasen hin, ohne dass daraus automatisch ein deutlicher Chancenabstand entstand.
Die Zahlen legen nahe, dass Kiel häufiger über Ballzirkulation in die Angriffszone kam, aber Elversberg in den entscheidenden Momenten vergleichbar gefährlich blieb. Trotz des Kieler Übergewichts bei Pässen und bei Schüssen im Sechzehner blieb das Verhältnis der Schüsse aufs Tor ausgeglichen, was dafür spricht, dass Elversberg die Kieler Angriffe oft vor dem finalen, sauberen Abschluss auf Ziel begrenzte oder Kiel seine Strafraumaktionen nicht konsequent in zwingende Abschlüsse verwandelte.
Ein Blick auf einzelne Beiträge unterstreicht diese Lesart: Marko Ivezić war bei Holstein Kiel mit vierundsiebzig Pässen besonders stark in die Spieleröffnung eingebunden und gewann sechs von elf Duellen, was zur höheren Kieler Passzahl passt. Bei Elversberg stach Lukas Finn Pinckert mit einem Spielerrating von 7.2 heraus, gewann zehn von dreizehn Duellen und kam auf fünf Tackles, was gut zu einer Phase passt, in der Elversberg Kieler Vorstöße in vielen direkten Kontakten abarbeitete.
Schlüsselphase nach der Pause und Wechselwirkung der Einwechslungen
Die Partie kippte nach der Pause in eine kurze, entscheidende Ereignisfolge. Der SV Elversberg wechselte in der neunundfünfzigsten Minute doppelt, brachte Lasse Günther und Jarzinho Ataide Adriano de Nascimento Malanga, und nur zwei Minuten später fiel das 0:1: David Ngabi Mokwa Ntusu traf in der einundsechzigsten Minute nach Vorlage von Lasse Günther. Der direkte Zusammenhang ist durch das Assist-Ereignis klar, und die Szene war zugleich Elversbergs effizientester Moment im Spiel, da Mokwa Ntusu insgesamt nur einen Abschluss verzeichnete, diesen aber auf das Tor brachte und verwertete.
Holstein Kiel antwortete unmittelbar und glich in der vierundsechzigsten Minute aus, als Jonas Torrissen Therkelsen traf. Kiel nutzte damit eine der wenigen Situationen, in denen der eigene Strafraumfokus auch wirklich in ein Tor mündete. Therkelsen war dabei nicht nur als Torschütze präsent, sondern lieferte mit einem Spielerrating von 7.6 auch den klaren Ausreißer bei Holstein Kiel und setzte seinen einzigen Schuss aufs Tor zum Ausgleich, was die hohe Effizienz seines Beitrags unterstreicht.
In der Schlussphase blieb das Spiel von Wechseln und Zweikämpfen geprägt, ohne dass sich die Chancenverteilung drastisch verschob. Holstein Kiel brachte Alexander Olof Bernhardsson sowie später Stefan Schwab und Kasper Davidsen, Elversberg reagierte mit Felix Keidel und Luca Pascal Schnellbacher, zudem kam in der Nachspielzeit Julius Frederik Schmahl. Schnellbacher brachte noch einen Schuss aufs Tor an, während Kiel insgesamt bei zehn Abschlüssen blieb, was auf eine Phase hinweist, in der beide Teams eher auf einzelne Aktionen als auf anhaltenden Druck setzten.
Disziplinarisch blieb das Spiel im Rahmen, war aber körperbetont: sechzehn Fouls bei Holstein Kiel und fünfzehn beim SV Elversberg gingen mit jeweils zwei Gelben Karten einher. Die Ecke-Statistik mit 5:7 zugunsten Elversbergs passt dazu, dass die Gäste trotz etwas geringerer Passanzahl regelmäßig in Abschlussnähe kamen und Ballgewinne oder Aktionen in der Kieler Hälfte in Standards ummünzten.
Zusammenfassung
- 1:1 zwischen Holstein Kiel und dem SV Elversberg nach torloser erster Halbzeit
- Beide Tore fielen binnen drei Minuten, Elversberg traf durch Mokwa Ntusu nach Assist von Günther, Kiel glich durch Therkelsen aus
- Kiel hatte leicht mehr Ballbesitz und mehr Pässe, ohne klaren Vorteil bei Schüssen aufs Tor
- Kiel kam häufiger zu Abschlüssen im Sechzehner, Elversberg blieb bei der Zielgenauigkeit und bei den Expected Goals nahezu gleichauf
- Therkelsen als effizienter Kieler Faktor mit Rating 7.6, Pinckert bei Elversberg mit Rating 7.2 als auffälliger Duell- und Defensivbeitrag