In der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 drehte Algerien das Spiel gegen Jordanien nach der Pause und gewann mit 2:1. Jordanien ging in der 36. Minute durch Nizar Al Rashdan nach Vorlage von Mousa Al Tamari in Führung, Algerien glich in der 69. Minute durch Ahmed Nadir Benbouali aus und erzielte in der 82. Minute durch Amine Gouiri den Siegtreffer. Der Spielverlauf kippte nach dem Seitenwechsel in Richtung Algerien, das die zweite Halbzeit klar dominierte.
Ballbesitz und Spielfeldneigung
Die Grundtendenz der Partie war über neunzig Minuten eindeutig: Algerien kontrollierte den Ball und verlagerte das Spiel in die jordanische Hälfte. Das zeigt sich im Ballbesitz von 72 zu 28 Prozent sowie im Passvolumen von 629 zu 246. Mit 552 erfolgreichen Pässen bei Algerien gegenüber 178 bei Jordanien entstand ein dauerhaftes Übergewicht in längeren Ballbesitzphasen, während Jordanien deutlich häufiger in kurzen Sequenzen blieb und im Aufbau früher wieder verteidigen musste.
Dieses Übergewicht übersetzte sich auch in klare Unterschiede bei den Standards und der Präsenz im letzten Drittel. Algerien kam auf neun Ecken, Jordanien nur auf eine, was den wiederkehrenden Druck in Tornähe unterstreicht. Zugleich blieb Jordanien trotz weniger Ballanteile punktuell anspielbar, weil es die wenigen Vorstöße konsequent bis zu Abschlüssen brachte und mit vier Schüssen aufs Tor aus insgesamt acht Versuchen eine vergleichsweise hohe Quote an zwingenden Aktionen erzielte.
Chancenqualität und Effizienz
Im Abschlussbild lag Algerien deutlich vorn: 17:8 Schüsse und 8:4 Schüsse aufs Tor. Noch klarer wird die Chancenqualität in der Strafraumbesetzung. Algerien kam auf 11 Schüsse innerhalb des Sechzehners, Jordanien auf vier, was die höhere Dichte an aussichtsreichen Abschlüssen erklärt. Entsprechend fiel auch das Expected-Goals-Verhältnis aus: 1,81 zu 0,65 zugunsten Algeriens.
Trotzdem stand Jordanien zur Pause vorn, weil der Treffer in der 36. Minute genau in eine Phase passte, in der Jordanien seine wenigen Offensivmomente sauber zu Ende spielte. Die Vorlage von Al Tamari und der Abschluss von Al Rashdan reichten aus, um das Spielbild beim Stand von 1:0 zu halten, obwohl Algerien bereits mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse hatte. In der zweiten Halbzeit verschob sich die Effizienz in Richtung Algerien: Benbouali nutzte in der 69. Minute eine Vorlage von Riyad Mahrez zum 1:1, und Gouiri stellte in der 82. Minute nach, wodurch der statistische Vorteil auch im Ergebnis sichtbar wurde.
Dass es bis in die Schlussphase offen blieb, hing auch mit den Torhütern zusammen. Jordaniens Yazid Abulaila kam auf sechs Paraden und erhielt mit 7,6 das höchste Rating in seinem Team, was zur hohen Zahl algerischer Schüsse aufs Tor passt. Auf der anderen Seite blieb Luca Zidane bei drei Paraden, was mit der geringeren jordanischen Abschlusslast korrespondiert.
Entscheidende Phase nach der Pause
Der Wendepunkt lag weniger in einzelnen Zufallsaktionen als in der klaren Veränderung der Spielanlage Algeriens direkt nach Wiederanpfiff. Mit den beiden Wechseln in der 46. Minute, Nabil Bentaleb für Ramiz Zerrouki und Ahmed Nadir Benbouali für Hicham Boudaoui, stellte Algerien früh die Weichen für eine aktivere zweite Halbzeit. Zerrouki war kurz zuvor nach einem Foul in der 44. Minute verwarnt worden und schied zur Pause aus, was dem Wechsel zusätzlich eine nachvollziehbare Logik gab.
Benbouali prägte die Partie anschließend unmittelbar, weil er aus zwei Schüssen zwei Schüsse aufs Tor machte und den Ausgleich erzielte. Sein Rating von 7,3 ordnet den Einfluss ein, ohne die Teamleistung zu überdecken, denn das algerische Übergewicht blieb ein Mannschaftsprodukt aus Ballzirkulation und wiederholten Angriffen bis in den Strafraum. Mahrez hatte bis zu seiner Auswechslung in der 76. Minute bereits drei Key-Pässe und die Vorlage zum 1:1 geliefert, was seinen Beitrag zur Durchschlagskraft im letzten Drittel unterstreicht.
Jordanien reagierte in der Schlussphase mit Wechseln ab der 76. Minute und nahm mit dem Austausch von Al Tamari in der 84. Minute seinen Assistgeber vom Feld. Insgesamt blieb Jordanien dabei stärker in der Abwehrarbeit gebunden. Das zeigt sich auch daran, dass die jordanische Defensive sehr viele direkte Duelle und Defensivaktionen tragen musste, während Algerien das Spiel über den Ball steuerte. Einzelne jordanische Feldspieler stachen dabei defensiv heraus, etwa Mohannad Abu Taha mit sieben Tacklings und einem Rating von 7,2, was die Intensität der Verteidigungsarbeit in den zentralen Zonen abbildet. Auf algerischer Seite ragte Ramy Bensebaïni mit einem Rating von 7,9 als klarer Ausreißer nach oben heraus, passend zu seinen zwölf gewonnenen Duellen und sechs Tacklings, die Jordanien in den wenigen Umschaltmomenten häufig früh stoppten.
Zusammenfassung
- Jordanien führte in der 36. Minute durch Al Rashdan nach Assist von Al Tamari, Algerien drehte die Partie durch Tore von Benbouali in der 69. und Gouiri in der 82. Minute zum 2:1.
- Algerien dominierte Ballbesitz und Passspiel deutlich mit 72 zu 28 Prozent sowie 629 zu 246 Pässen und verlagerte das Spiel über weite Strecken in die jordanische Hälfte.
- Die Chancenverteilung sprach klar für Algerien mit 17:8 Schüssen, 8:4 Schüssen aufs Tor, 11:4 Strafraumschüssen und 1,81 zu 0,65 Expected Goals.
- Die Wechsel zur Pause und der direkte Einfluss von Benbouali sowie die Vorarbeit von Mahrez fielen in die entscheidende Phase, in der Algerien den statistischen Vorteil in Tore umsetzte.
- Jordaniens Abulaila hielt das Spiel mit sechs Paraden lange offen, während Bensebaïni als defensiver Stabilitätsfaktor Algeriens auffälligster Rating-Ausreißer war.