Der NK Varazdin hat den Vukovar am 26. Spieltag der 1. HNL 2025-2026 mit 2:0 geschlagen. Nach einem 1:0 zur Pause durch das Tor von Luka Škaričić in der 42. Minute erhöhte Aleksa Latković in der 75. Minute. Obwohl der Vukovar mehr Ballbesitz hatte, blieb der Spielverlauf über weite Strecken von der Chancenverteilung zugunsten des NK Varazdin geprägt.
Chancenbild und Strafraumpräsenz
Der zentrale Unterschied lag weniger im Ballbesitz als in der Qualität und Position der Abschlüsse. Der NK Varazdin kam auf 22:10 Schüsse und verlagerte seine Abschlüsse deutlich in den Strafraum, was sich im Verhältnis von 17:4 Schüssen innerhalb des Sechzehners widerspiegelt. Dazu passt auch das Expected-Goals-Bild von 1.82 zu 0.43, das die Anzahl und die Güte der Abschlüsse in eine klare Relation setzt.
Der Vukovar hatte mit 54 Prozent mehr Spielanteile und spielte insgesamt mehr Pässe, 394 zu 334, bei 298 zu 235 erfolgreichen Pässen. Diese Zirkulation mündete jedoch selten in Abschlusssituationen aus gefährlichen Zonen, was sich daran zeigt, dass sechs der zehn Schüsse von außerhalb des Sechzehners kamen. Auf der anderen Seite erzeugte der NK Varazdin trotz geringerer Passmenge mehr Aktionen im letzten Drittel, was auch daran ablesbar ist, dass viele Versuche geblockt wurden, zehn abgewehrte Schüsse beim NK Varazdin gegenüber zwei beim Vukovar. Das spricht für eine Phase, in der Abschlüsse unter Gegnerdruck entstanden, aber vor allem dafür, dass der NK Varazdin den Gegner regelmäßig bis in dessen Block und Strafraum zurückdrängte.
Die Torhüterstatistik unterstreicht das Kräfteverhältnis im letzten Drittel nur bedingt, weil beide Keeper auf drei Paraden kamen. Entscheidend war, dass der Vukovar nur drei Schüsse aufs Tor hatte und damit insgesamt selten zwingend in Abschlusspositionen kam, während der NK Varazdin aus fünf Schüssen aufs Tor zwei Treffer machte.
Spielverlauf und Wirkung der Tore
Die Führung des NK Varazdin kurz vor der Pause setzte einen klaren Marker im Spiel. Das 1:0 in der 42. Minute fiel durch Luka Škaričić nach Vorarbeit von Aleksa Latković und passte in ein Spiel, in dem der NK Varazdin bereits vor dem Seitenwechsel mehr Abschlüsse produzierte. Für den Vukovar bedeutete der Rückstand, dass die zweite Halbzeit stärker über Ballbesitz organisiert werden musste, ohne dass sich dadurch automatisch mehr Strafraumaktionen ergaben.
Der Vukovar reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel, Robin de Jesus Gonzales Ruiz, Kristijan Čabrajić und Kerim Çalhanoğlu kamen, während J. Spoljaric, Vito Čaić und M. Ticinovic gingen. Trotz dieser Anpassungen blieb das Chancenprofil stabil: Der Vukovar erhöhte zwar die Präsenz am Ball, aber die klaren Situationen entstanden weiter überwiegend beim NK Varazdin. Das zweite Tor in der 75. Minute durch Latković verschob das Spiel endgültig in Richtung Ergebnisverwaltung, weil der Vukovar bei weiterhin begrenzter Abschlussgefahr mehr Risiko hätte gehen müssen, ohne dass die Zahlen eine entsprechende Durchschlagskraft belegen.
Die Wechsel des NK Varazdin ab der 62. Minute, darunter Iuri António Teixeira Tavares für Stipe Jurić sowie später Petar Bočkaj und Mario Marina, fügten sich in dieses Bild: Die Heimelf konnte nach dem 2:0 die Minuten kontrollieren, ohne dass der Vukovar über eine Phase mit hoher Schussfrequenz oder vielen Schüssen aufs Tor zurückkam. Auch die Eckballstatistik mit 6:3 für den NK Varazdin zeigt, dass sich Drucksituationen eher vor dem Tor des Vukovar als vor dem des NK Varazdin abspielten.
Schlüsselspieler und Duelle im Zentrum
Die auffälligste Einzelleistung kam von Aleksa Latković, der mit einem Tor und einer Vorlage direkt an beiden Treffern beteiligt war. Sein Rating von 8.9 sticht als klarer Ausreißer beim NK Varazdin heraus und wird durch seine sechs Key Pässe und drei Abschlüsse gestützt. Dass er zudem sechs von neun Duellen gewann, zeigt, dass seine Aktionen nicht nur in Umschaltmomenten stattfanden, sondern auch in engen Spielsituationen Wirkung hatten.
Auch Luka Škaričić prägte das Spiel nicht nur über den Treffer zum 1:0. Mit einem Rating von 8.3 verband er Effizienz vor dem Tor mit stabilen Zweikampfwerten, sieben gewonnene Duelle bei insgesamt neun, und brachte damit sowohl Abschlussqualität als auch Widerstandsfähigkeit in direkten Duellen ein. Ergänzend dazu fiel Tomislav Duvnjak mit einem Rating von 7.9 auf, der mit drei Tackles und drei Interceptions sowie hoher Passsicherheit, einunddreißig erfolgreiche Pässe bei siebenunddreißig Versuchen, wiederholt Ballgewinne und Anschlussaktionen ermöglichte.
Beim Vukovar war das Spiel stärker auf Verteilung als auf Durchbrüche angelegt. Mario Tadić brachte mit drei Schüssen aufs Tor die klarste Torbedrohung seines Teams, blieb im Gesamtkontext jedoch an die niedrige Gesamtqualität der Chancen gebunden, was auch das Expected-Goals-Niveau des Vukovar erklärt. Insgesamt wurden viele Duelle geführt, was sich in fünfzehn Fouls des Vukovar gegenüber zehn des NK Varazdin zeigt, aber diese Intensität führte nicht zu einer Phase, in der sich das Schussverhältnis nachhaltig drehte.
Zusammenfassung
- Der NK Varazdin gewann in der 1. HNL 2025-2026 gegen den Vukovar mit 2:0 durch Treffer in der 42. und 75. Minute
- Trotz 46:54 Ballbesitz lag der NK Varazdin im Chancenbild deutlich vorn, 22:10 Schüsse und 1.82:0.43 Expected Goals
- Die Heimelf kam wesentlich häufiger in den Strafraum, 17:4 Schüsse innerhalb des Sechzehners, während der Vukovar viele Versuche aus der Distanz nahm
- Aleksa Latković entschied das Spiel mit Tor und Assist sowie dem Rating 8.9, Luka Škaričić traf zur Führung und kam auf ein Rating von 8.3
- Der Dreifachwechsel des Vukovar zur Pause erhöhte die Ballzirkulation, änderte aber die geringe Anzahl an gefährlichen Abschlüssen nicht grundlegend