Im zweiten Spieltag der UEFA Europa League 2025-2026 Finalspiele gewann der FC Midtjylland bei Nottingham Forest mit 1:0. Zur Pause stand es 0:0, bevor Gue-Sung Cho in der 80. Minute das einzige Tor erzielte. Über weite Strecken bestimmte Nottingham Forest den Ball und kam zu deutlich mehr Abschlüssen, ohne den Ertrag auf die Anzeigetafel zu bringen.
Ballbesitz und Spielfeldkontrolle
Nottingham Forest prägte den Spielrhythmus über längere Phasen über den Ball. Mit 57 Prozent Ballbesitz und 500 Pässen gegenüber 368 Pässen des FC Midtjylland verlagerte sich das Spiel häufig in die Hälfte der Gäste. Auch die Passgenauigkeit unterstützte dieses Bild, da Forest 417 erfolgreiche Pässe spielte und Midtjylland auf 279 kam. Diese Werte stehen für eine klare Feldüberlegenheit und für viele längere Ballbesitzphasen, in denen Nottingham den Gegner in der eigenen Ordnung band und immer wieder neue Angriffe ansetzen konnte.
Midtjylland blieb dagegen insgesamt abwartender und ließ sich häufig tiefer in das Spiel gegen den Ball ziehen. Das zeigt sich nicht nur im geringeren Ballbesitz, sondern auch in der Verteilung der Standards: Forest erspielte sich sieben Ecken, Midtjylland nur zwei. Gleichzeitig deutet die Foulzahl der Gäste von dreizehn Fouls darauf hin, dass sie den Zugriff häufig über Zweikämpfe und Unterbrechungen suchten, während Forest mit acht Fouls seltener zu diesen Mitteln griff. Auch die vier Abseitsstellungen von Midtjylland im Vergleich zu zwei bei Forest passen dazu, dass die Gäste ihre Offensivmomente eher in wenigen, klaren Vorstößen suchten.
Im individuellen Profil spiegelte sich die Ballzirkulation in mehreren passstarken Auftritten bei Forest. Elliot Anderson brachte siebzig Pässe an und blieb mit 62 erfolgreichen Pässen auffällig konstant in den Verbindungen, während Murillo 58 Pässe spielte. In den offensiveren Zonen kam Morgan Gibbs-White zwar auf nur 38 Pässe, band aber mit vier Key-Pässen mehrfach den letzten oder vorletzten Ball ein. Dass Forest trotz dieser Anlage ohne Treffer blieb, lag weniger an fehlender Präsenz am Ball, sondern daran, dass die Überlegenheit nicht in eine ausreichende Zielgenauigkeit und Effizienz im Abschluss übersetzt wurde.
Chancenbild und Effizienz im Strafraum
Das Schussverhältnis von 22:6 zugunsten von Nottingham Forest war der auffälligste statistische Ausdruck des Spielverlaufs. Noch deutlicher wurde das Chancenbild durch die Herkunft der Abschlüsse: Forest kam auf 14 Schüsse innerhalb des Sechzehners, Midtjylland auf drei. Dazu passten die Expected-Goals-Werte von 1,68 zu 0,69, die Nottingham eine klar höhere Abschlussqualität bescheinigen. Unter dem Strich entstand ein Spiel, in dem Forest wiederholt in gute Zonen gelangte, der FC Midtjylland aber die Wirkung dieser Aktionen am Ende auf ein Minimum begrenzte.
Entscheidend war die unterschiedliche Umsetzung in Tore. Nottingham brachte sechs Schüsse aufs Tor, Midtjylland nur zwei, dennoch fiel der einzige Treffer auf der Seite der Gäste. Ein wesentlicher Faktor war dabei der Torhüter von Midtjylland: Elías Ólafsson kam auf fünf Paraden und hielt damit einen erheblichen Teil der Schüsse aufs Tor fest, während Matz Sels auf der anderen Seite nur eine Parade verzeichnete und bei einem Gegentreffer blieb. In der praktischen Wirkung bedeutete das, dass Midtjylland die wenigen gegnerischen Zielschüsse über weite Strecken kontrollieren konnte, während Nottingham selbst aus häufigeren Torannäherungen keinen Abschluss fand, der das Spiel kippte.
Bei Forest ragte Omari Giraud-Hutchinson mit einem Spielerrating von 7,6 als höchster Wert im Team heraus. Seine vier Key-Pässe und sein Beitrag über Dribblings unterstrichen, dass Forest immer wieder einen Weg in die gefährlichen Räume fand. Ebenfalls auffällig war Callum Hudson-Odoi mit Rating 7,3, der seine Duelle häufig gewann und damit Angriffe am Leben hielt. Igor Jesus sammelte bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute vier Schüsse und zwei Schüsse aufs Tor, was die zentrale Rolle der vordersten Aktionen unterstrich, ohne dass daraus ein Tor entstand. Auf der Gegenseite stand Philip Billing mit Rating 8,2 als klarer Ausreißer, was angesichts der Spielanlage vor allem für hohe Präsenz in den Duellen und einen stabilen Beitrag in den Ballgewinnen und Übergängen spricht.
Schlüsselphasen und spielentscheidende Momente
Die Partie blieb bis in die Schlussphase torlos, obwohl Nottingham Forest über die Gesamtzeit deutlich mehr Druck aufbaute. Schon früh veränderte sich die personelle Zusammensetzung, als Nottingham in der neunten Minute Nikola Milenković brachte. Später folgten weitere Wechsel, die das Spiel in Richtung einer stärkeren Schlussphase der Gastgeber verschoben: Ibrahim Sangaré und Lorenzo Lucca kamen in der 70. Minute, Dilane Bakwa in der 82. Minute. Diese Einwechslungen standen in einem Spielkontext, in dem Forest weiter nachlegte und die Angriffe verdichtete, ohne jedoch die letzte Aktion zu veredeln.
Aufseiten des FC Midtjylland war die Wechselphase um die 57. bis 59. Minute zentral. Mit Gue-Sung Cho kam in der 57. Minute ein Spieler, der das Spiel später entscheiden sollte. Der Treffer in der 80. Minute entstand dann aus einem vergleichsweise seltenen Offensivmoment der Gäste und war in seiner unmittelbaren Wirkung maximal, weil Nottingham trotz eigener Chancenfülle zu diesem Zeitpunkt weiter ohne Tor war. Ousmane Diao lieferte die Vorlage, Cho nutzte seinen einzigen Schuss des Spiels direkt als Schuss aufs Tor und verwandelte damit die Effektivität der Gäste in den entscheidenden Vorsprung.
Dass Nottingham danach nicht mehr ausgleichen konnte, ließ sich im Gesamtbild eher über die Spielstatistik als über ein einzelnes Ereignis erklären. Die Gastgeber hatten das Volumen an Angriffen, an Strafraumabschlüssen und an Standards auf ihrer Seite, doch Midtjylland brachte die entscheidende Szene auf die Anzeigetafel und verteidigte die Führung über die verbleibenden Minuten. Die gelbe Karte für Felipe in der 33. Minute blieb dabei ein isolierter Disziplinarmoment, der das Spiel nicht sichtbar in Karten oder Platzverweisen öffnete, da Midtjylland ohne Verwarnung blieb und es insgesamt bei einer gelben Karte im Spiel blieb.
Zusammenfassung
- Der FC Midtjylland gewann bei Nottingham Forest in der UEFA Europa League 2025-2026 Finalspiele mit 1:0, der Treffer fiel in der 80. Minute durch Gue-Sung Cho.
- Nottingham Forest hatte mehr Ballbesitz und Passvolumen und verlagerte das Spiel häufig in die Hälfte der Gäste.
- Das Chancenbild war klar zugunsten von Forest mit 22:6 Schüssen und 14:3 Strafraumabschlüssen sowie 1,68 zu 0,69 Expected Goals.
- Midtjylland blieb bei wenigen Zielschüssen effizient und erhielt zusätzlich Rückhalt durch Elías Ólafsson mit fünf Paraden.
- Einzelwerte stützten das Gesamtbild, mit Omari Giraud-Hutchinson als auffälligstem Forest-Spieler und Philip Billing als Ausreißer bei Midtjylland.