Am 6. Spieltag der Premier League 2025-2026 gewann AFC Sunderland bei Nottingham Forest im City Ground mit 1:0. Die Partie wurde durch ein Tor in der 38. Minute entschieden, während Nottingham über weite Phasen mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse verzeichnete. Sunderland verteidigte den Vorsprung bis zur Schlussphase gegen zunehmenden Druck.
Frühe Kontrolle von Forest, aber Sunderland setzt den entscheidenden Moment
Nottingham Forest übernahm früh die Spielkontrolle über Ballbesitz und Passvolumen und brachte es über 90 Minuten auf 65 Prozent Ballbesitz sowie 556 gespielte Pässe, von denen 501 ankamen. Sunderland agierte deutlich kompakter und direkter, blieb mit 301 Pässen und 35 Prozent Ballbesitz häufiger ohne längere Ballzirkulation, war aber in einzelnen Umschaltmomenten präsent genug, um das Spiel in der ersten Halbzeit zu kippen.
In der Anfangsphase deuteten die frühen Verwarnungen auf eine körperbetonte Partie hin. Sunderland sah in der 9. Minute Gelb für Noah Sadiki und in der 31. Minute für Fuka Masuaku, Forest reagierte mit Gelb für Nicolás Domínguez in der 36. Minute. Der spielentscheidende Ablauf folgte kurz darauf: In der 38. Minute traf Omar Alderete nach Vorlage von Granit Xhaka zum 0:1. Bemerkenswert war dabei die Effizienz des Auswärtsteams in dieser Phase, weil Sunderland im gesamten Spiel nur auf drei Schüsse auf das Tor kam, den einen klar verwerteten Abschluss aber ins Ergebnis übersetzte.
Forest musste unmittelbar nach dem Rückstand nicht nur den Spielstand korrigieren, sondern auch die Balance in Zweikämpfen halten, was sich ebenfalls in der 38. Minute mit der Gelben Karte für Nikola Milenković zeigte. Trotz Kontrolle über den Ball blieb Forest bis zur Pause ohne Ertrag, während Sunderland den Vorsprung in eine defensiv orientierte zweite Halbzeit mitnahm.
Chancenverteilung und Effizienz: Forest produziert, Sunderland übersteht
Die Statik des Spiels wurde nach dem 0:1 noch deutlicher. Forest kam insgesamt auf 22 Abschlüsse, Sunderland auf 11. Der Unterschied lag vor allem darin, wie konstant Forest in Tornähe kam: 15 Schüsse aus dem Strafraum unterstreichen, dass der Druck nicht nur aus Distanz aufgebaut wurde, während Sunderland auf acht Strafraumabschlüsse kam. Trotzdem blieb Forest ohne Tor, was sich auch in der Torhüterstatistik spiegelt: Sunderlands Robin Roefs musste sechsmal parieren, Forest-Keeper Matz Sels nur zweimal.
Im Detail zeigte sich, dass Forest zwar Abschlussvolumen und Feldkontrolle verband, aber die Verwertung nicht bekam. Christopher Wood stand exemplarisch dafür: Er gab sechs Schüsse ab, brachte aber nur einen davon auf das Tor und kam insgesamt auf ein Spielerrating von 5,9, das im Forest-Team zu den niedrigeren Werten zählte. Der Aufwand im Abschluss war vorhanden, die Präzision im entscheidenden Moment fehlte, wodurch sich der strukturelle Vorteil in Ballbesitz und Strafraumpräsenz nicht im Spielstand niederschlug.
Auf der Gegenseite fiel die Effizienz an einem einzigen, aber maximal wirksamen Beitrag zusammen. Alderete erzielte nicht nur das Tor bei seinem einzigen Torschuss, sondern hatte mit einem Spielerrating von 8,3 auch einen klaren Ausreißer nach oben im Sunderland-Team. Direkt dahinter ordnete sich Xhaka ein, der als Vorlagengeber mit einem Spielerrating von 8,2 ebenfalls zu den auffälligsten Akteuren gehörte. Dass beide Werte im oberen Bereich liegen, passt zum Spielverlauf: Sunderland brauchte im eigenen Ballbesitz wenig, setzte aber einen entscheidenden Standard für Wirkung im letzten Drittel und verwaltete danach den Vorsprung.
Auch der Blick auf die Expected Goals zeigt die Spannweite zwischen Spielbild und Ergebnis: Forest lag mit 1,65 vor Sunderland mit 1,13. Der Vorteil war vorhanden, aber nicht groß genug, um allein durch Quantität zwangsläufig ein Tor zu erzwingen, insbesondere wenn der gegnerische Torhüter in der entscheidenden Phase mehrfach eingreifen kann. Roefs stach hier heraus: Mit sechs Paraden und einem Spielerrating von 8,7, dem höchsten Wert auf dem Platz, war er der zentrale Stabilitätsfaktor dafür, dass die Sunderland-Führung trotz hoher Belastung hielt.
Wechsel, Disziplin und Schlussphase: Forest erhöht den Druck, bleibt aber ohne Durchbruch
Forest reagierte unmittelbar zur Halbzeit mit einem strukturellen Eingriff und brachte Morgan Gibbs-White für den bereits verwarnten Domínguez. Kurz nach Wiederbeginn folgte mit Gelb für Neco Williams in der 49. Minute die nächste Unterbrechung durch ein Foul, insgesamt sammelte Forest vier Gelbe Karten bei elf Fouls. Sunderland blieb mit sechs Fouls und zwei Gelben Karten etwas kontrollierter, was im Kontext eines Auswärtsspiels mit Führungsverwaltung auffiel: weniger unnötige Unterbrechungen, weniger riskante Situationen nach Ballverlusten.
Die Trainerbank wurde danach zu einem wichtigen Mittel, um Spielphasen zu beeinflussen. Forest brachte in der 60. Minute gleich doppelt neue Offensivoptionen mit Igor Jesus und Callum Hudson-Odoi und wechselte in der 72. Minute mit Omari Giraud-Hutchinson erneut für den Angriff. Sunderland antwortete bereits in der 59. Minute mit Bertrand Traoré und Lutsharel Geertruida und nahm in der 75. Minute mit Daniel Ballard eine weitere Anpassung vor, bevor in der 85. Minute Brobbey und Adingra kamen. Die Reihenfolge ist im Verlauf entscheidend: Sunderland setzte früh auf Stabilisierung und frische Beine, Forest musste dagegen zunehmend auf zusätzliche Kreativität und Abschlüsse umstellen.
Gerade die Einwechselspieler von Forest brachten in der Schlussphase Impulse, ohne den finalen Ertrag zu liefern. Giraud-Hutchinson verzeichnete in nur 18 Minuten vier Key-Pässe und zwei Schüsse, beide auf das Tor, und erreichte damit ein Spielerrating von 7,3, das innerhalb des Forest-Teams zu den besten Werten gehörte. Hudson-Odoi kam ab Minute 60 auf zwei Key-Pässe bei 16 Pässen und ein Spielerrating von 6,9, was die erhöhte Aktivität im letzten Drittel unterstützt. Trotzdem blieb das Muster gleich: Forest erzeugte Szenen, Sunderland überstand sie.
Dass Forest insgesamt sieben Eckbälle hatte und damit häufiger in Standardsituationen kam als Sunderland mit vier, passte zum Druckaufbau in der zweiten Halbzeit. Sunderland blieb jedoch in der Strafraumbox präsent genug, blockte Schüsse und nahm Tempo aus den Situationen. Auf Forest-Seite ragten im Aufbau und in der Arbeit gegen den Ball vor allem Elliot Anderson und die Abwehrachse heraus: Anderson kam auf vier Tacklings, sieben gewonnene Duelle und ein Spielerrating von 7,2, während Milenković trotz Gelber Karte mit zwei geblockten Aktionen und einem Spielerrating von 7,3 stabil wirkte. Diese Beiträge verhinderten Konter und hielten Forest im Angriffsdauerlauf, sie reichten aber nicht, um die letzte Hürde im Abschluss zu überwinden.
Zusammenfassung
- AFC Sunderland gewinnt bei Nottingham Forest in der Premier League 2025-2026 mit 1:0, das Tor fällt in der 38. Minute durch Omar Alderete nach Vorlage von Granit Xhaka
- Forest kontrolliert das Spiel über 65 Prozent Ballbesitz und 22:11 Abschlüsse, bleibt aber trotz 15 Strafraumabschlüssen ohne Tor
- Roefs prägt das Ergebnis mit sechs Paraden und dem höchsten Spielerrating von 8,7, während Sels nur zwei Paraden verzeichnet
- Forest steigert nach der Pause mit mehreren Offensivwechseln den Druck, erhält dabei späte kreative Impulse, kommt aber nicht zum Ausgleich
- Disziplin und Belastungssteuerung begünstigen Sunderlands Führungsverwaltung, Forest sammelt vier Gelbe Karten und bleibt in der Effizienz hinter dem Spielbild zurück