West Ham United gewann am 3. Spieltag der Premier League 2025-2026 bei Nottingham Forest im The City Ground mit 3:0. Bis in die Schlussphase blieb die Partie torlos, bevor West Ham zwischen der 84. und 90. Minute plus Nachspielzeit drei Tore erzielte. Nottingham hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz, konnte daraus aber nur begrenzt klare Abschlusssituationen ableiten.
Ballbesitzvorteil von Forest, aber wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel
Nottingham Forest kontrollierte größere Teile der Spielanlage über Ballbesitz und Passvolumen. Mit 58 Prozent Ballbesitz und 525 Pässen bei 456 erfolgreichen Zuspielen war die Heimmannschaft deutlich öfter in geordneten Ballzirkulationen als West Ham, das mit 373 Pässen und 42 Prozent Ballbesitz insgesamt kürzere und seltenere Ballbesitzphasen hatte. Dieser strukturelle Vorteil spiegelte sich jedoch nur begrenzt in der Chancenqualität wider, weil Forest trotz solider Feldkontrolle selten in Abschlusssituationen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit kam.
Forest kam auf 10 Abschlüsse, davon 3 auf das Tor. Die Verteilung der Schüsse deutet auf eine grundsätzlich gute Feldposition hin, weil 9 der 10 Versuche innerhalb des Strafraums entstanden. Entscheidend war aber, dass diese Abschlüsse meist nicht die Intensität und Präzision erreichten, um West Ham nachhaltig zu destabilisieren. Das passt zur niedrigen Expected-Goals-Zahl von 0,58, die im Verhältnis zum Ballbesitz zeigt, dass Ballkontrolle und Strafraumnähe nicht in entsprechend hochwertige Chancen übersetzt wurden.
Einzelaktionen konnten die fehlende Durchschlagskraft nur punktuell kompensieren. Morgan Gibbs-White brachte zwei Torschüsse zustande, beide auf das Tor, blieb aber bei einem Spielerrating von 6,5 ohne direkten Ertrag. Callum Hudson-Odoi setzte ebenfalls einen Abschluss aufs Tor und spielte 3 Key Pässe, dennoch blieb auch hier der Effekt begrenzt, was sich in seinem Spielerrating von 6,3 widerspiegelte. Auffällig stabil in der Arbeit gegen den Ball und in der Verbindung zwischen Phasen war Elliot Anderson: Mit 86 Pässen und 77 erfolgreichen Zuspielen sowie 7 Tackles bei 23 Duellen hatte er eine hohe Präsenz und kam auf ein Spielerrating von 7,2, das bei Forest zu den besten gehörte, ohne dass daraus zwingend mehr Abschlussschärfe entstand.
West Hams Effizienz und Torhüterarbeit als Gegenpol zur Feldkontrolle
West Ham gewann das Spiel nicht über anhaltende Dominanz, sondern über die bessere Umwandlung von Situationen in klare Abschlüsse und schließlich Tore. Die Gäste hatten mit 11 Schüssen sogar leicht mehr Versuche als Forest und kamen dabei auf 7 Schüsse aufs Tor. Damit stand hinter vergleichbarer Strafraumpräsenz in der Schussverteilung ein deutlich höherer Zielabschlussanteil, der Nottingham immer wieder zu Torhüteraktionen zwang. Dass West Ham auf 1,72 Expected Goals kam, unterstreicht, dass die Chancen insgesamt klarer ausfielen als bei Forest, auch wenn das Endergebnis die Differenz noch verstärkte.
Ein zentraler Faktor war, dass Nottingham trotz ordentlicher Defensivarbeit die gefährlichen Momente nicht konsequent aus dem Zentrum hielt. Beide Teams hatten jeweils 9 Strafraumabschlüsse, doch West Ham brachte diese häufiger in eine Abschlussqualität, die Paraden oder direkte Tore erforderte. Matz Sels musste 4 Paraden leisten, während West Hams Torhüter Mads Hermansen 3 Paraden hatte. Die höhere Zahl an Schüssen aufs Tor und die Schlussphasen-Tore zeigen, dass West Ham in den entscheidenden Sequenzen präziser und direkter agierte.
In den Zweikämpfen und in der Absicherung fiel bei West Ham besonders Maximilian Kilman auf. Er gewann alle 4 seiner Duelle und sammelte ein Spielerrating von 7,0, was im Kontext der Partie gut zur stabilen Defensivphase bis zur Schlussphase passt. Kyle Walker-Peters brachte zusätzlich eine aktive Zweikampfführung ein, unter anderem mit 3 Tackles und einem Spielerrating von 7,2. Diese Stabilität war wichtig, weil Forest über 8 Eckbälle und lange Ballbesitzphasen Druck aufbaute, West Ham aber ohne Karten und mit relativ wenigen Fouls insgesamt kontrolliert verteidigte.
Schlussphase als Wendepunkt: Einwechslungen, Strafraumszenen und drei Tore
Der Spielverlauf kippt klar in den letzten zehn Minuten. Forest reagierte bereits in der 58. Minute mit James McAtee für Dan Ndoye, später folgte in der 73. Minute Igor Jesus für Chris Wood, und in der 89. Minute kamen Omari Giraud-Hutchinson sowie Arnaud Kalimuendo. Diese Wechsel veränderten die personelle Struktur in der Offensive, führten aber nicht mehr zu einer Phase, in der Forest West Ham zu längeren Abwehrserien zwingen konnte.
West Ham setzte seine entscheidenden Impulse mit späteren Wechseln, die unmittelbar in produktive Aktionen mündeten. Crysencio Summerville kam in der 82. Minute und lieferte zwei Minuten später die Vorlage zum 0:1 durch Jarrod Bowen in der 84. Minute. Summerville brachte in kurzer Einsatzzeit einen Key Pass und gewann sein einziges Duell, was sich in einem Spielerrating von 7,5 ausdrückte und den unmittelbaren Einfluss auf die spielentscheidende Szene abbildete.
Nach dem Führungstor erhöhte West Ham die Effizienz in den Strafraumsituationen weiter. In der 88. Minute folgte das 0:2 durch einen verwandelten Elfmeter von Lucas Paquetá, der bereits zuvor mit 3 Torschüssen und 2 Schüssen aufs Tor aktiv gewesen war und insgesamt auf ein Spielerrating von 7,2 kam. Den Schlusspunkt setzte Callum Wilson nach seiner Einwechslung in der 64. Minute mit dem 0:3 in der Nachspielzeit 90. Minute plus 1, vorbereitet von El Hadji Malick Diouf. Wilson hatte in kurzer Zeit 3 Torschüsse, alle aufs Tor, und erzielte ein Spielerrating von 7,9, das gemeinsam mit Bowen das höchste im West-Ham-Team war. Bowen wiederum kombinierte sein Tor mit 7 gewonnenen Duellen und einer hohen Aktivität im Dribbling bei 6 Versuchen, was sein Spielerrating von 7,9 im Kontext einer effizienten Schlussphase zusätzlich erklärt.
Zusammenfassung
- Nottingham Forest hatte mehr Ballbesitz und Passkontrolle, blieb aber in der Chancenqualität klar unter West Ham
- Beide Teams kamen häufig in den Strafraum, doch West Ham brachte deutlich mehr Schüsse aufs Tor und höhere Expected Goals zustande
- Die Partie blieb bis zur 84. Minute torlos, dann entschied West Ham das Spiel mit drei Toren in kurzer Folge
- Summervilles Einwechslung führte direkt zur Vorlage für Bowens 0:1, Paquetá erhöhte per Elfmeter, Wilson traf nach Einwechslung in der Nachspielzeit
- Auffällige Spielerratings in der Entscheidung: Bowen 7,9 und Wilson 7,9 als höchste Werte bei West Ham, Anderson 7,2 als stabilster Akteur bei Forest