Am 27. Spieltag der La Liga 2025-2026 trennten sich der CA Osasuna und der Real Mallorca mit 2:2. Mallorca ging in der ersten Halbzeit in Führung und baute den Vorsprung nach der Pause aus, bevor Osasuna in der Schlussphase per Doppelschlag ausglich. Das Spiel wurde zudem durch zwei Platzverweise geprägt, die die letzten Minuten personell und rhythmisch veränderten.
Chancenbild und Strafraumpräsenz
Die Grunddaten zeichnen ein klares Bild zugunsten von Osasuna, das sich vor allem über die Menge und die Qualität der eigenen Abschlüsse ausdrückte. Bei ausgeglichenem Ballbesitz von 50:50 kam Osasuna auf 22 Schüsse gegenüber acht Versuchen von Mallorca, und der Unterschied wurde im Strafraum noch deutlicher: siebzehn Abschlüsse innerhalb des Sechzehners bei Osasuna standen nur fünf bei Mallorca gegenüber. Das spiegelte sich auch in den Expected Goals wider, die mit 2,34 zu 1,08 klar in Richtung der Gastgeber zeigten.
Dass es dennoch bis tief in die Nachspielzeit dauerte, bis Osasuna das 2:2 herstellte, hing eng mit Mallorcas Fähigkeit zusammen, die wenigen eigenen Offensivphasen effizient zu nutzen und Osasunas Abschlüsse häufig zu entschärfen. Acht geblockte Schüsse auf Osasuna-Seite weisen auf viele Versuche hin, die in dichten Situationen nicht bis zum Tor durchkamen, während Mallorca nur zwei Blocks verzeichnete und damit deutlich weniger unter Dauerbeschuss stand. Gleichzeitig lag das Verhältnis der Schüsse aufs Tor mit 5:4 deutlich enger als das Gesamt-Schussverhältnis, was erklärt, warum Mallorca trotz geringerem Volumen lange im Spielstand vorne blieb.
Der Torhüter-Faktor passt in dieses Bild: Mallorcas Leonardo Román kam auf vier Paraden bei zwei Gegentoren und war damit direkt in mehrere Klärungen eingebunden, während Osasunas Sergio Herrera bei vier Schüssen aufs Tor zwei Paraden und zwei Gegentore verzeichnete. Über das Spiel hinweg musste Osasuna also mehr Abschlussarbeit investieren, um auf gleiche Torausbeute zu kommen, während Mallorca mit weniger Aktionen im letzten Drittel zu zwei Treffern gelangte.
Torfolge und Spielphasen
Der Spielverlauf gliederte sich in drei deutlich unterscheidbare Phasen. In der ersten Halbzeit fiel der einzige Treffer durch Vedat Muriqi in der 35. Minute zum 0:1, nachdem sich Mallorca bis dahin in einem insgesamt ausgeglichenen Ballbesitzspiel die entscheidende Abschlussaktion erspielte. Osasuna blieb zwar im Volumen der Angriffe insgesamt aktiver, ging aber mit einem Rückstand in die Pause, was die zweite Halbzeit zwingend in Richtung höherer Risikobereitschaft der Gastgeber verschob.
Nach Wiederanpfiff setzte Mallorca früh einen markanten Akzent: Mit den Einwechslungen von David López Guijarro und Sergi Darder in der 53. Minute folgte acht Minuten später das 0:2, erneut durch Muriqi, diesmal nach Vorarbeit von Darder in der 61. Minute. In dieser Phase bekam Mallorca seine Effizienz maximal auf den Punkt: drei Schüsse von Muriqi insgesamt, zwei Tore, bei insgesamt acht Schüssen des Teams. Das zweite Tor erhöhte den Druck auf Osasuna, das in der Folge noch konsequenter über Strafraumaktionen kommen musste.
Osasuna reagierte mit Wechseln bereits in der 56. Minute, als Raúl Moro und Raúl García de Haro ins Spiel kamen, später folgte ein dreifacher Wechsel in der 77. Minute mit Enrique Barja, Juan Cruz und Moisés Gómez. Die späte Aufholjagd kulminierte in zwei Toren binnen weniger Minuten: Barja traf in der 89. Minute nach Assist von Víctor Muñoz, und Ante Budimir glich in der vierten Minute der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Moisés Gómez aus. Auffällig ist, dass beide späten Treffer direkt an Einwechselspieler gekoppelt waren, was in der Schlussphase sowohl die personelle Frische als auch die Rollenverteilung im letzten Drittel sichtbar veränderte.
Disziplin, Unterbrechungen und Einfluss auf das Endspiel
Die Kartenverteilung und die beiden Platzverweise prägten die Dynamik der Schlussphase stark. Mallorca sammelte fünf Gelbe Karten und sah in der 73. Minute die Rote Karte für Jan Virgili nach einem Foulspiel, was die Gäste in der Schlussphase in Unterzahl brachte. Osasuna wiederum verlor in der 82. Minute Raúl García de Haro durch eine Rote Karte, sodass sich die personellen Verhältnisse nur kurzzeitig zugunsten der Gastgeber verschoben und anschließend wieder auf zehn gegen zehn zurückgingen.
Vor den Platzverweisen war Mallorca bereits durch mehrere Verwarnungen auffällig, darunter Gelb für Valjent in der 27. Minute sowie für Maffeo in der 60. Minute, später auch für Torhüter Leonardo Román wegen Zeitspiels in der 69. Minute. Diese Sequenz aus Karten und Unterbrechungen deutet auf eine Phase hin, in der Mallorca den Spielfluss häufiger stoppte und Osasuna zu neuen Anläufen zwang. Gleichzeitig blieb Osasuna selbst nicht frei von Disziplinmomenten, mit Gelb für Rubén García bereits in der 22. Minute und Gelb für Víctor Muñoz in der 87. Minute.
In der individuellen Einordnung stechen zwei Akteure aufgrund nachweisbarer Spielwirkung heraus. Bei Osasuna war Ante Budimir mit einem Spielerrating von 8,3 der zentrale Abschluss- und Zielspieler, traf mit zwei Schüssen aufs Tor zweimal und gewann fünf seiner sechs Duelle, was die Stabilität der späten Angriffswellen unterstreicht. Auf Mallorcas Seite war Muriqi mit zwei Toren und dem höchsten Rating des Spiels von 8,9 der klare Effizienzträger, während Pablo Maffeo mit 7,9 als auffälliger Wert auf der rechten Seite mit zwei Key-Pässen und mehreren Defensivaktionen die Balance zwischen Entlastung und Verteidigung mitprägte. Die Platzverweise verschoben zwar die personellen Optionen, doch die späten Osasuna-Tore lassen sich vor allem als Ergebnis anhaltender Strafraumpräsenz und hoher Abschlussfrequenz lesen, die bis in die Nachspielzeit durchgehalten wurde.
Zusammenfassung
- Osasuna gegen Real Mallorca endete in der La Liga 2025-2026 am 27. Spieltag 2:2, nach 0:1 zur Halbzeit.
- Mallorca erzielte beide Treffer durch Vedat Muriqi, der in der 35. und 61. Minute traf, das zweite Tor nach Assist von Sergi Darder.
- Osasuna glich spät durch Enrique Barja in der 89. Minute und Ante Budimir in der 90.+4 aus, beide Tore entstanden aus Vorlagen von Einwechselspielern.
- Das Chancenbild sprach deutlich für Osasuna, das 22:8 Schüsse und 2,34 zu 1,08 Expected Goals verbuchte, bei 50:50 Ballbesitz.
- Zwei Platzverweise in der Schlussphase, Jan Virgili in der 73. Minute und Raúl García de Haro in der 82. Minute, beeinflussten Rhythmus und personelle Konstellation der letzten Minuten.