Der AC Milan gewann am 25. Spieltag der Serie A 2025-2026 in der Arena Garibaldi mit 2:1 bei Pisa. Nach einer torlosen Anfangsphase brachte Ruben Loftus-Cheek die Gäste vor der Pause in Führung, bevor Pisa in der zweiten Halbzeit ausglich. In der Schlussphase entschied Luka Modrić die Partie, obwohl Milan zuvor einen Elfmeter vergab.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Die Partie war über weite Strecken klar über die Ballbesitzverteilung geprägt: Der AC Milan kam auf 66 Prozent Ballbesitz, Pisa auf 34 Prozent. Das spiegelte sich auch in der Passstatistik, denn Milan spielte 682 Pässe und brachte 616 an, während Pisa bei 336 Pässen und 265 angekommenen Zuspielen blieb. Milan konnte damit deutlich häufiger längere Ballbesitzphasen aufziehen und das Spiel in Pisas Hälfte verlagern, ohne dabei automatisch in eine hohe Abschlusszahl zu kommen.
Das Schussverhältnis wirkte auf den ersten Blick ausgeglichen, weil beide Teams auf sieben Schüsse kamen und jeweils zwei davon aufs Tor brachten. Der Unterschied lag jedoch darin, wo diese Abschlüsse entstanden: Milan kam auf 7:3 Schüsse im Strafraum, Pisa dagegen nur auf drei Abschlüsse aus zentralen Abschlusszonen und vier Versuche von außerhalb. Dass Milan keinen einzigen Distanzschuss nahm, passt zur Gesamttendenz, Angriffe bis in den Sechzehner zu tragen und dort Abschlüsse zu suchen.
Diese Dominanz im letzten Drittel wird auch durch die Expected Goals gestützt: Milans 2,35 xG standen Pisas 0,77 xG gegenüber. Das deutet darauf hin, dass Milans Ballbesitz nicht nur zirkulierte, sondern häufiger in Situationen mündete, die statistisch als klarere Chancen gewertet werden, während Pisa trotz vereinzelter Entlastung deutlich weniger hochwertige Abschlüsse produzierte.
Schlüsselphasen und Ereignisse
Die erste Halbzeit kippte kurz vor der Pause zugunsten der Gäste: In der 39. Minute erzielte Ruben Loftus-Cheek das 1:0, vorbereitet von Z. Athekame. Bis dahin hatte Pisa bereits früh eine gelbe Karte gesehen, als Idrissa Touré in der 16. Minute wegen eines Tritts verwarnt wurde, was die Zweikampfführung auf dieser Seite des Spiels sichtbar prägte. Mit dem Führungstor nahm Milan das Ergebnis mit in die Halbzeit, ohne dass die Gesamtzahl der Abschlüsse explodierte.
Nach Wiederanpfiff kamen entscheidende Szenen in kurzer Folge. Milan wechselte in der 50. Minute Niclas Füllkrug für Christopher Nkunku ein, und Füllkrug hatte wenig später die große Möglichkeit, die Partie früh zu entscheiden, scheiterte aber in der 56. Minute mit einem verschossenen Elfmeter. Diese verpasste Vorentscheidung fiel zeitlich genau in eine Phase, in der Pisa personell reagierte und mit Akinsanmiro für Aebischer sowie Iling-Junior für Tramoni frische Kräfte brachte.
Der Ausgleich in der 71. Minute durch Felipe Loyola änderte die Statik des Spiels kurzfristig. Milan reagierte umgehend mit weiteren Wechseln, nahm Loftus-Cheek vom Platz und brachte Rafael Leão, dazu folgten Ricci für Fofana und später Pulišić für Athekame. Der späte Siegtreffer in der 85. Minute war dann erneut eine Szene mit klarer Zuordnung: Luka Modrić traf nach Vorlage von Samuele Ricci. Dass Ricci in nur kurzer Einsatzzeit zwei Key Pässe spielte und den Assist lieferte, unterstreicht, wie stark Milans Einwechslungen am Ende auf die letzte Aktion im Strafraum ausgerichtet waren.
Die Schlussphase wurde zusätzlich durch Disziplin- und Unterbrechungsmomente beeinflusst. Davide Bartesaghi sah in der 88. Minute Gelb, und Adrien Rabiot wurde in der Nachspielzeit erst verwarnt und dann mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Für den Spielausgang hatte das keine unmittelbare Folge mehr, markierte aber, dass Milan die letzten Minuten nicht mehr vollständig in gleicher personeller Besetzung zu Ende spielte.
Effizienz, Strafraumpräsenz und Defensivarbeit
Trotz identischer Schussanzahl entschied Milan das Spiel über die deutlich höhere Qualität seiner Abschlüsse. Die 2,35 xG und sieben Strafraumschüsse zeigen eine konstante Präsenz in Abschlussräumen, während Pisa bei nur drei Strafraumabschlüssen blieb und damit insgesamt seltener in Zonen kam, in denen Abschlüsse häufig zu Toren führen. Pisas Tor war entsprechend maximal effizient: ein Schuss aufs Tor, ein Treffer durch Loyola.
Auf der anderen Seite war Milans Chancenverwertung gemischt. Zwei Tore aus zwei Schüssen aufs Tor wirken sehr effizient, allerdings steht dem der verschossene Elfmeter von Füllkrug gegenüber, der die Trefferquote relativiert und den Spielverlauf länger offenhielt. Insgesamt blieb Milan dennoch im Rahmen der erwartbaren Toranzahl, weil die Summe der Chancen deutlich über Pisas Niveau lag.
Defensiv zeigte sich Pisa stark über Aktivität gegen den Ball, was die 14 Fouls und die vergleichsweise vielen Duelle einzelner Spieler stützen. Idrissa Touré führte 27 Duelle, gewann neun davon, konnte Milans Ballzirkulation aber nicht dauerhaft von den Abschlussräumen fernhalten. Milan kam mit weniger Fouls aus, neun insgesamt, und konnte über längere Phasen die Feldposition halten, was sich auch in der niedrigen Zahl an Ecken zeigt: Pisa bekam drei, Milan nur eine, ohne dass daraus ein spürbarer Chancenhebel entstand.
Bei den individuellen Leistungen ragte Luka Modrić mit einem Spielerrating von 8,5 heraus, verbunden mit dem entscheidenden Tor sowie 97 Pässen bei 92 angekommenen Zuspielen. Ebenfalls auffällig war Strahinja Pavlović mit 7,9, der 104 Pässe spielte und viele Duelle gewann, was Milans Stabilität in Ballbesitzphasen unterstützte. Auf Pisas Seite war Loyola mit seinem Tor ein klarer Ergebnisträger, sein Rating von 6,9 ordnet die Leistung jedoch in ein Spiel ein, in dem Pisa insgesamt deutlich weniger Spielanteile und Chancequalität hatte.
Zusammenfassung
- Der AC Milan gewann bei Pisa mit 2:1 nach Führung, zwischenzeitlichem Ausgleich und spätem Siegtreffer.
- Milans 66 Prozent Ballbesitz und 682:336 Pässe verschoben das Spiel über weite Strecken in Pisas Hälfte.
- Bei 7:7 Schüssen lag der Unterschied in der Chancequalität, erkennbar an 2,35 zu 0,77 xG und 7:3 Strafraumabschlüssen für Milan.
- Der verschossene Elfmeter von Füllkrug hielt die Partie offen, bevor Modrić nach Ricci-Vorlage in der 85. Minute entschied.
- Modrić als klarer Rating-Ausreißer und Pavlovićs Pass- und Zweikampfwerte stützten Milans Übergewicht, während Pisas Ausgleich über Loyolas einzigen Abschluss aufs Tor entstand.