Der Rangers FC gewann am 31. Spieltag der Scottish Premiership 2025-2026 im Ibrox Stadium mit 4:1 gegen den Aberdeen FC. Zur Pause stand es nach dem Führungstor von Tochi Phil Chukwuani 1:0, direkt nach Wiederbeginn fiel das 2:0, ehe Aberdeen kurzzeitig verkürzte. In der zweiten Halbzeit baute der Rangers FC den Vorsprung erneut aus, ein später VAR-Eingriff nahm ein weiteres Tor zurück, bevor in der Nachspielzeit das 4:1 fiel.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Der Spielverlauf wurde über lange Phasen durch die Verteilung von Ballbesitz und Pässen bestimmt. Der Rangers FC kam auf 62 Prozent Ballbesitz und spielte 517 Pässe, von denen 429 ankamen, während der Aberdeen FC bei 38 Prozent Ballbesitz mit 315 Pässen und 230 erfolgreichen Zuspielen deutlich weniger eigene Ballzirkulation hatte. Diese Unterschiede zeigten sich weniger in langen Druckphasen am Stück als in der Regelmäßigkeit, mit der die Rangers nach Ballgewinnen wieder in geordnete Angriffe kamen und Aberdeen häufiger zu kürzeren Ballbesitzphasen gezwungen war.
Auffällig war, dass die Rangers trotz des klaren Ballbesitzvorteils nicht über viele Standards kommen mussten. Das Eckballverhältnis lag mit 2:4 sogar zugunsten von Aberdeen, was den Schwerpunkt des Heimteams auf Angriffe aus dem Spiel heraus unterstreicht. Gleichzeitig spricht die geringe Zahl an Paraden auf Rangers-Seite dafür, dass Aberdeen nur selten in Abschlusspositionen kam, die den Torhüter wirklich einbinden konnten. Jack Butland blieb ohne Parade, weil Aberdeen insgesamt nur einen Schuss aufs Tor brachte.
Im Zentrum prägte Nicolas Thierry Raskin die Spielanlage der Rangers sichtbar über sein Passvolumen. Mit 83 Pässen und 70 angekommenen Zuspielen war er ein dauerhafter Verbindungsspieler zwischen den Linien und setzte mit seinem Tor zum 3:1 zudem einen klaren Marker in der entscheidenden Phase. Sein Spielerrating von 8,3 passt in dieses Bild, weil es sowohl die Beteiligung am Spielaufbau als auch den Beitrag zur Effizienz im letzten Drittel widerspiegelt.
Chancenbild und Effizienz
Das Chancenbild fiel deutlich zugunsten des Rangers FC aus. Das Schussverhältnis von 17:6 und vor allem die Schüsse aufs Tor von 6:1 zeigen, dass Aberdeen selten bis in gefährliche Zonen durchkam und die Rangers wesentlich häufiger Abschlüsse so setzten, dass der Gegner reagieren musste. Dazu passte die Verteilung der Abschlussorte: Die Rangers kamen auf zwölf Schüsse innerhalb des Sechzehners, Aberdeen nur auf vier. Der Unterschied war damit nicht nur ein Volumen-, sondern vor allem ein Strafraum-Unterschied.
Auch die Expected-Goals-Werte stützen dieses Bild, ohne es zu überzeichnen. Mit 1,59 zu 0,54 lag der Rangers FC klar vorn, Aberdeen blieb im Bereich weniger, einzelner Möglichkeiten. Dass am Ende dennoch vier Tore für die Rangers standen, erklärt sich vor allem durch die Häufung von Situationen im Strafraum und die bessere Zielgenauigkeit, während Aberdeen sein einziges Tor aus einem der wenigen klaren Momente machte. Dennis Geiger verwandelte dabei den einzigen Aberdeen-Schuss aufs Tor zum 2:1 und hielt sein Team kurz im Spiel, was sich auch in seinem Rating von 7,0 widerspiegelt.
Die Torfolge strukturierte die Partie in Phasen: Nach dem 1:0 durch Chukwuani in der 35. Minute blieb das Spiel bis zur Pause im Ergebnis eng, obwohl die Rangers bereits mehr Abschlüsse hatten. Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Mikey Moore in der 48. Minute auf 2:0 nach Vorarbeit von Ryan Don Naderi, was den Vorsprung sofort stabilisierte. Aberdeen antwortete in der 52. Minute mit dem Anschlusstreffer, doch das 3:1 durch Raskin in der 62. Minute stellte den Abstand schnell wieder her. Spät folgte in der 90. Minute plus sechs das 4:1 durch James Henry Tavernier, nachdem zuvor ein Tor von Bojan Miovski nach VAR wegen Handspiels aberkannt worden war.
Auf individueller Ebene waren bei den Rangers zwei direkte Scorer besonders spielprägend, ohne dass sich das Spiel auf Einzelaktionen reduzierte. Moore steuerte ein Tor bei und kam auf ein Rating von 7,5, Tavernier traf ebenfalls und bereitete mit drei Key Pässen mehrere Abschlusssituationen vor, was sich in seinem Rating von 7,5 niederschlug. Diese Beiträge fügten sich in das Gesamtbild eines Teams, das häufiger in Abschlusszonen kam und daraus mehr verwertbare Abschlüsse erzeugte.
Zweite Halbzeit und Spielmanagement
Die zweite Halbzeit war der Abschnitt, in dem sich der Unterschied im Spiel am klarsten im Ergebnis niederschlug. Entscheidend war die Sequenz unmittelbar nach der Pause: Aberdeen wechselte zur 46. Minute doppelt, kassierte aber kurz darauf das 0:2. Der Anschlusstreffer in der 52. Minute änderte das Momentum nur kurz, weil die Rangers zehn Minuten später wieder auf zwei Tore Abstand stellten.
In dieser Phase nahm auch die Intensität in den Zweikämpfen sichtbar zu, was sich in den Foulzahlen und Karten ablesen lässt. Insgesamt wurden 32 Fouls gezählt, 15 von den Rangers und 17 von Aberdeen. Aberdeen sammelte dabei vier Gelbe Karten, beginnend mit Jack Milne in der 29. Minute, gefolgt von Geiger in der 59. Minute, einer weiteren Verwarnung in der 69. Minute sowie Topi Keskinen in der 90. Minute plus fünf. Die Rangers blieben ohne Gelbe Karte, was gut zu einer Partie passt, in der sie mehr Ballbesitz hatten und dadurch seltener in Unterzahlpressing-Situationen kamen, die häufig zu taktischen Fouls führen.
Die Wechsel beider Teams veränderten das Spielbild eher in Nuancen als grundsätzlich. Aberdeen brachte ab der 67. Minute mit Graeme Shinnie, Marko Lazetić und Topi Keskinen frische Spieler, kam aber weiterhin nur auf wenige Abschlüsse. Auf der anderen Seite steuerten die Rangers die Schlussphase mit mehreren Einwechslungen, unter anderem mit Oliver Antman und später Miovski, der zwar ein Tor erzielte, dieses jedoch nach VAR-Entscheidung nicht zählte. Dass dennoch der vierte Treffer fiel, unterstrich die anhaltende Präsenz der Rangers in Tornähe bis in die Nachspielzeit.
Zusammenfassung
- Der Rangers FC gewann in der Scottish Premiership 2025-2026 gegen den Aberdeen FC mit 4:1, nach 1:0 zur Pause.
- Die Rangers hatten mehr Ballbesitz und Passvolumen, Aberdeen blieb häufiger in kürzeren Ballbesitzphasen.
- Das Chancenbild war klar: 17:6 Schüsse und 6:1 Schüsse aufs Tor, dazu zwölf zu vier Abschlüsse im Strafraum.
- Die zweite Halbzeit kippte das Ergebnis durch die Tore in Minute 48 und 62, Aberdeen blieb trotz Anschlusstreffer nur kurz im Spiel.
- Ein VAR-Eingriff nahm den Rangers ein spätes Tor, das 4:1 fiel dennoch in der Nachspielzeit; Aberdeen sah vier Gelbe Karten, die Rangers keine.