Am 29. Spieltag der Scottish Premiership 2025-2026 trennten sich die Rangers und der Celtic FC im Ibrox Stadium 2:2. Die Rangers gingen durch zwei frühe Treffer in Führung, ehe Celtic nach der Pause den Anschluss herstellte und in der Nachspielzeit ausglich. Der späte Ausgleich fiel unmittelbar nach einem verschossenen Elfmeter.
Frühe Effizienz der Rangers
Die Rangers nutzten ihre ersten klaren Phasen im letzten Drittel, um früh ein Polster aufzubauen. Bereits in der achten Minute brachte Youssef Ramalho Chermiti die Gastgeber in Führung, vorbereitet von Andreas Skov Olsen, und in der 26. Minute legte Chermiti ohne Assist nach. Dass es zur Pause 2:0 stand, spiegelte weniger eine durchgehende Dominanz in Ballbesitz wider als die Fähigkeit, aus wenigen Momenten zügig Tore zu machen.
Über die gesamten neunzig Minuten lagen die Rangers im Ballbesitz mit 44 Prozent hinten und spielten auch weniger Pässe als Celtic 338 zu 423, dennoch reichten elf Schüsse für zwei Tore. Auffällig war dabei die Konzentration der Rangers auf Abschlüsse aus dem Strafraum: acht ihrer elf Schüsse kamen innerhalb des Sechzehners. Chermiti stand exemplarisch für diese Zielstrebigkeit, er verwandelte zwei seiner drei Abschlüsse und erhielt mit 8,7 das klar höchste Rating im Team.
Celtic dagegen brauchte in der ersten Halbzeit trotz höherer Aktivität am Ball mehr Anläufe, um zu klaren Toraktionen zu kommen. Der Zwischenstand zur Pause war damit vor allem eine Konsequenz aus der unterschiedlichen Chancenverwertung in dieser Phase, nicht aus einem grundlegend einseitigen Spiel.
Celtics steigender Druck nach der Pause
Mit dem Wiederanpfiff veränderte Celtic die Besetzung: Reo Hatate und Sebastian Tounekti kamen in der 46. Minute, Alexander Oxlade-Chamberlain und Junior Adamu gingen. In der Folge nahm Celtic den Ballbesitzanteil und die Angriffsdichte im Spiel deutlich stärker an sich, was sich auch in der Gesamtbilanz zeigt: siebzehn Schüsse, davon sieben aufs Tor, bei einem Expected-Goals-Wert von 2.23. Die Rangers kamen demgegenüber nur auf drei Schüsse aufs Tor und 1.48 Expected Goals.
Der Anschlusstreffer in der 57. Minute passte zu dieser Verschiebung. Kieran Tierney traf nach Vorlage von Erik Nygren, und das Spiel kippte von einer kontrollierten Rangers-Führung in eine zunehmend einseitige zweite Halbzeit, in der Celtic häufiger Abschlüsse erzwang. Die Rangers gerieten dabei nicht nur durch die Anzahl der Schüsse unter Druck, sondern auch durch die Qualität der Chancen: Celtic brachte zehn Abschlüsse aus dem Strafraum zustande und ergänzte das mit sieben Versuchen von außerhalb.
Die Torhüterstatistik verdeutlicht die Gewichtung der Chancen nach der Pause zusätzlich. Jack Butland musste fünf Paraden leisten, während Celtic-Keeper Viljami Sinisalo nur einmal eingreifen musste. Dass Celtic trotz hoher Abschlusszahl lange nur einmal traf, lag auch daran, dass Butland viele der Abschlüsse tatsächlich auf das Tor bekam und verarbeiten musste, während die Rangers in der zweiten Hälfte weniger Entlastung über Abschlüsse erzeugten.
Schlussphase, Wechsel und die Sequenz der Nachspielzeit
In der letzten halben Stunde wurde die Partie stärker von Momenten als von längeren Ballbesitzphasen geprägt. Die Rangers reagierten mit Wechseln, brachten Mohammed Diomandé in der 64. Minute und Djeidi Gassama in der 74. Minute. Celtic nahm Tierney nach seinem Treffer in der 73. Minute vom Feld und ersetzte ihn durch Marcelo Saracchi, kurz darauf kamen Luke McCowan für Hyun-Jun Yang und später James Forrest für Nygren.
Die Zahlen unterstreichen, dass Celtic auch in dieser Phase die deutlich größere Menge an Abschlüssen produzierte, während die Rangers ihren Vorsprung vor allem verteidigten. Insgesamt standen 17:11 Schüsse für Celtic zu Buche, bei Schüssen aufs Tor sogar 7:3. Gleichzeitig blieb das Spiel in den Duellen eng und körperlich, was sich an zehn Fouls von Celtic und sieben der Rangers sowie insgesamt drei Gelben Karten zeigt.
Die entscheidende Szene lag in der Nachspielzeit: In der ersten Minute der Nachspielzeit vergab Hatate zunächst einen Elfmeter, unmittelbar danach erzielte er dennoch das 2:2. Diese Sequenz war der Schlusspunkt einer zweiten Halbzeit, in der Celtic kontinuierlich mehr Torgefahr erzeugte, ohne über weite Strecken zwingend zum Ausgleich zu kommen. Dass der Ausgleich erst ganz spät fiel, passt zur Gesamtlogik der Partie: frühe Effizienz der Rangers, anschließend eine lange Phase mit höherem Chancenaufkommen von Celtic und einem späten Durchbruch zum Endstand.
Zusammenfassung
- Die Rangers führten früh 2:0 durch zwei Tore von Chermiti in der achten und 26. Minute.
- Celtic hatte mehr Ballbesitz 56 Prozent und das klar bessere Schussverhältnis 17:11 sowie 7:3 bei Schüssen aufs Tor.
- Nach den Wechseln zur Halbzeit erhöhte Celtic den Druck und verkürzte in der 57. Minute durch Tierney nach Nygren-Vorlage.
- Butlands fünf Paraden standen für die höhere Anzahl an Celtic-Abschlüssen, während Sinisalo nur einmal eingreifen musste.
- In der Nachspielzeit verschoss Hatate erst einen Elfmeter und glich anschließend dennoch zum 2:2 aus.