Der Getafe CF gewann am 26. Spieltag der La Liga 2025-2026 im Estadio Santiago Bernabéu mit 1:0 bei Real Madrid. Das einzige Tor fiel in der ersten Halbzeit, als Martín Adrián Satriano Costa nach Vorarbeit von Mauro Wilney Arambarri Rosa traf. Danach blieb das Spiel über weite Strecken von Madrids Ballbesitz und Getafes Verteidigen des Vorsprungs geprägt.
Ballbesitz ohne Torertrag
Real Madrid trug die Partie klar über lange Ballbesitzphasen, was sich in 77 Prozent Ballbesitz sowie 670 Pässen bei 603 erfolgreichen Pässen spiegelt. Getafe blieb mit 23 Prozent Ballbesitz und 198 Pässen deutlich passiver und setzte im eigenen Spielaufbau nur kurze Sequenzen. Aus dem Spielverlauf heraus ergab sich dadurch ein Muster, in dem Madrid dauerhaft im und um das letzte Drittel präsent war, während Getafe vor allem darauf ausgerichtet war, Ballgewinne abzusichern und die Zeit ohne Ball zu maximieren.
Diese Dominanz übersetzte Real Madrid in ein klares Schussverhältnis von 18:8, allerdings ohne den entscheidenden Abschluss. Sieben Schüsse aufs Tor zeigen, dass Madrid wiederholt in Abschlusspositionen kam, aber die Anzahl an Torabschlüssen allein reichte nicht aus, um den Rückstand auszugleichen. Auffällig ist zudem die Verteilung der Madrider Abschlüsse: fünfzehn Schüsse kamen aus dem Strafraum, nur drei von außerhalb. Das unterstreicht, dass der Weg zum Tor häufig bis in zentrale Zonen führte, der letzte Kontakt jedoch entweder geblockt, gehalten oder nicht präzise genug abgeschlossen wurde.
Getafes geringere Offensivproduktion blieb gemessen an acht Schüssen und 0,48 Expected Goals überschaubar, genügte aber durch die Führung, um die Anforderungen an das eigene Angriffsspiel gering zu halten. Dass Real Madrid trotz 1,57 Expected Goals ohne Treffer blieb, erklärt sich vor allem über die fehlende Effizienz im Abschluss und die hohe Zahl an von Getafe verteidigten Situationen im eigenen Strafraum, die in mehreren geblockten Schüssen und einer hohen Anzahl an Paraden des Getafe-Torhüters mündeten.
Das Tor als Wendepunkt in der Statik
Die entscheidende Szene der Partie fiel in der 39. Minute: Satriano traf für den Getafe CF, Arambarri lieferte die Vorlage. In einem Spiel, das bis dahin bereits stark in Richtung Madrider Kontrolle lief, verschob die Führung die Prioritäten weiter. Getafe konnte den eigenen Fokus noch stärker auf das Halten der Räume und das Überstehen von Druckphasen legen, während Real Madrid im Rückstand gezwungen war, den Ballbesitz konsequent in Abschlüsse umzuwandeln.
Nach dem 0:1 blieb Madrid das aktivere Team, was sich in der zweiten Halbzeit auch an den Eckbällen ablesen lässt: 10:2 Ecken zugunsten von Real Madrid deuten auf anhaltende Präsenz in Tornähe und wiederholte Situationen hin, in denen Getafe klären musste. Gleichzeitig blieb Getafe im Spiel gegen den Ball diszipliniert genug, um die Zahl der klaren Gegentore zu verhindern. Der Getafe-Torhüter David Soria Solís prägte diese Phase sichtbar, indem er sieben Paraden sammelte und mit einem herausragenden Spielerrating von 9,3 als klarer Ausreißer der Partie stand.
Auch die personellen Eingriffe unterstreichen die Reaktion auf den Rückstand. Real Madrid wechselte in der 55. Minute gleich dreifach und brachte Rodrygo Silva de Goes, Dean Donny Huijsen und Daniel Carvajal Ramos. Diese Wechsel markierten eine Phase, in der Madrid die Intensität im letzten Drittel hochhielt und weiter zu Abschlüssen kam. Rodrygo brachte in 35 Minuten zwei Schüsse ein, davon einen aufs Tor, und war in seinen Aktionen effizient, was sein Rating von 7,2 stützt. Dennoch blieb der finale Effekt aus, weil Getafe die entscheidenden Situationen in Tornähe überstand.
Zweikämpfe, Karten und die zerfasernde Schlussphase
Die Partie war neben der Ballbesitzschieflage auch von vielen Unterbrechungen geprägt, was sich in der Kartenstatistik deutlich zeigt. Getafe sammelte fünf Gelbe Karten sowie eine Gelb-Rote Karte, Real Madrid kam auf vier Gelbe Karten und eine Rote Karte. Dazu passen die 17 Fouls von Getafe gegenüber elf Fouls von Real Madrid. Gerade in der zweiten Hälfte erhielt das Spiel in den Zweikämpfen eine höhere Reibung, ohne dass sich daraus für Madrid ein klarer Vorteil im Ertrag ergab.
Im Madrider Spiel waren einzelne Akteure in der Lage, Druckphasen über individuelle Aktionen und stabile Zweikampfwerte zu stützen. Arda Güler fiel bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute mit vielen gewonnenen Duellen auf, gewann elf von 16 Zweikämpfen, brachte einen Schuss aufs Tor und erhielt mit 7,5 eines der höchsten Ratings im Team. Vinícius Júnior war als dynamischer Auslöser vieler Angriffe präsent, zog fünf Fouls, spielte drei Key-Pässe und suchte mit sechzehn Dribblings wiederholt die direkten Wege in den Strafraum, was sich in einem Rating von 7,2 widerspiegelt. Dass Real Madrid trotz dieser Aktivität torlos blieb, zeigt, wie stark sich die Spielentscheidungen auf die letzten Kontakte im Strafraum verdichteten und wie häufig Getafe den Abschluss unter Kontrolle brachte oder Soria den finalen Versuch entschärfte.
Die Schlussphase wurde durch Disziplinarereignisse zusätzlich beeinflusst. In der 90. Minute plus fünf sah Franco Mastantuono nach unsportlichem Verhalten Rot, nachdem er erst in der 69. Minute eingewechselt worden war. Kurz darauf wurde bei Getafe Adrián Liso in der 90. Minute plus sieben mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, nachdem er bereits in der 79. Minute Gelb gesehen hatte. Diese späten Platzverweise änderten am Ergebnis nichts mehr, sie unterstreichen aber, dass das Spiel am Ende stärker von Unterbrechungen und emotionalen Zweikämpfen als von einem flüssigen Rhythmus geprägt war.
Zusammenfassung
- Getafe gewann bei Real Madrid in der La Liga 2025-2026 mit 1:0, das Tor erzielte Satriano in der 39. Minute nach Vorlage von Arambarri.
- Real Madrid dominierte Ballbesitz und Passvolumen deutlich und erspielte sich mit 18:8 Schüssen sowie 7:2 Schüssen aufs Tor die klar höhere Aktivität, blieb aber ohne Treffer.
- Die Chancenverteilung blieb zugunsten Madrids, was sich auch in 1,57 zu 0,48 Expected Goals und 10:2 Ecken zeigt, während Getafe die Führung konsequent verteidigte.
- David Soria prägte das Ergebnis mit sieben Paraden und dem auffälligen Rating 9,3 als entscheidender Faktor gegen Madrids Abschlüsse.
- Die Schlussphase zerfiel durch Karten und zwei späte Platzverweise, Rot für Mastantuono und Gelb-Rot für Liso, ohne Einfluss auf das Endergebnis.