Im Hinspiel der Finalspiele in der UEFA Champions League 2025-2026 gewann Real Madrid gegen SL Benfica mit 2:1. Benfica ging früh in Führung, Real glich kurz darauf aus und drehte die Partie in der Schlussphase. Ein aberkanntes Tor nach VAR wegen Abseits blieb das auffälligste Moment zwischen den Treffern.
Frühe Tore und ein Spiel, das lange offen blieb
Der Verlauf wurde früh geprägt: SL Benfica traf in der vierzehnten Minute durch Rafael Silva zum 0:1, Real Madrid antwortete bereits zwei Minuten später mit dem 1:1 durch Aurélien Tchouaméni nach Vorlage von Federico Valverde. Diese schnelle Abfolge nahm dem Spiel eine lange Abtastphase und führte dazu, dass beide Teams früh in die Zonen kamen, aus denen Abschlüsse entstehen. Das Schussverhältnis blieb insgesamt eng bei 14:12, bei den Schüssen aufs Tor stand es 4:4.
In der zweiunddreißigsten Minute folgte ein Einschnitt ohne Torwirkung: Arda Güler hatte für Real getroffen, der Treffer wurde nach VAR wegen Abseits zurückgenommen. In der Summe blieb es dadurch bei einem Spielstand, der beide Mannschaften in der Balance hielt, statt Real früh in eine komfortablere Spielverwaltung zu bringen. Auffällig ist, dass Real trotz des höheren Ballbesitzes von 56 Prozent nicht in eine klare Dominanz bei der Chancenqualität kam, während Benfica mit 1,82 zu 1,11 Expected Goals die besseren Werte auf der Seite hatte.
Ballbesitzvorteil für Real, aber Benficas Aktionen im Strafraum blieben gefährlich
Real Madrid hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Passvolumen, was sich in 556 zu 435 Pässen sowie 502 zu 376 erfolgreichen Pässen zeigt. Das spricht für längere Phasen mit kontrollierterem Aufbau und mehr Ballzirkulation auf Seiten von Real. Gleichzeitig lässt die Chancenverteilung erkennen, dass Benficas Offensivphasen nicht nur sporadisch waren, sondern regelmäßig in Abschlusspositionen führten: Benfica kam auf acht Schüsse innerhalb des Sechzehners, Real auf zehn. Mit jeweils vier Abschlüssen von außerhalb des Strafraums blieb die Distanzschuss-Komponente auf beiden Seiten ähnlich, die gefährlicheren Szenen entstanden insgesamt aber in Strafraumnähe.
Dass Benfica trotz weniger Ballbesitz eine höhere Expected-Goals-Zahl erreichte, passt zu einem Spiel, in dem die Gäste ihre Angriffe häufiger so zu Ende brachten, dass daraus klarere Abschlusssituationen entstanden. Real ließ zwar nur vier Schüsse aufs Tor zu, musste aber im eigenen Tor mehr abfangen: Thibaut Courtois kam auf vier Paraden, Anatolii Trubin auf zwei. In der Praxis bedeutet das, dass Benficas Abschlüsse, wenn sie durchkamen, Real häufiger zu einer direkten Torwartaktion zwangen.
Individuell stach bei Real neben dem Torschützen Tchouaméni mit einem Spielerrating von 8,2 vor allem Vinícius Júnior ebenfalls mit 8,2 heraus. Tchouaméni verband sein Tor mit hoher Präsenz in Duellen, während Vinícius mit drei Schüssen und zwei Schüssen aufs Tor sichtbar an den entscheidenden Abschlüssen beteiligt war. Bei Benfica erreichte Nicolás Otamendi mit 7,3 den auffälligsten Wert und war über viele Aktionen hinweg in direkten Duellen gefragt, was zu einem Spiel passte, in dem Real insgesamt mehr Ballaktionen in Benficas Hälfte hatte.
Schlussphase: Wechsel, Disziplin und die entscheidende Aktion
Die zweite Halbzeit blieb zunächst ohne weiteren Treffer, obwohl das Spiel in der Zweikampfführung intensiver wurde. Real beging sechzehn Fouls, Benfica zehn, beide Teams sahen jeweils zwei Gelbe Karten. Die Verwarnungen fielen dabei in Phasen, in denen das Spiel enger wurde: Benfica erhielt Gelb in der fünfunddreißigsten Minute gegen Richard Ríos und in der einundfünfzigsten Minute gegen Otamendi, Real folgte in der siebenundfünfzigsten Minute mit Gelb für Raúl Asencio und spät in der Nachspielzeit mit Gelb für César Palacios. Ein Platzverweis blieb aus, wodurch beide Teams bis zum Ende in voller Stärke um den Sieg spielen konnten.
In der siebenundsiebzigsten Minute reagierte Real mit zwei Wechseln, David Alaba kam für den verwarnten Asencio und Franco Mastantuono ersetzte Eduardo Camavinga. Diese Phase leitete unmittelbar die entscheidende Sequenz ein: In der achtzigsten Minute erzielte Vinícius Júnior das 2:1, erneut vorbereitet von Valverde, der damit beide Real-Tore als Assistgeber einleitete. Dass Real damit seine Effizienz in den entscheidenden Momenten hochhielt, steht im Kontrast zur höheren Expected-Goals-Zahl von Benfica, die sich am Ende nicht in ein zweites Tor übersetzen ließ.
Benfica wechselte erst in der fünfundachtzigsten Minute doppelt und brachte mit Franjo Ivanović und Enzo Barrenechea frische Kräfte, während Real in der Schlussphase weitere Wechsel zur Stabilisierung setzte und die letzten Minuten ohne weitere Großereignisse überstand. Die Eckballzahl von 4:7 aus Real-Sicht zeigt zudem, dass Benfica bis zum Ende häufiger in Situationen kam, die zu Standards führten. Aus diesen Phasen entstand jedoch kein weiterer Treffer, sodass Reals Führung Bestand hatte.
Zusammenfassung
- Real Madrid gewinnt das Hinspiel der Finalspiele in der UEFA Champions League 2025-2026 gegen SL Benfica mit 2:1.
- Frühe Tore durch Rafael Silva und Tchouaméni setzten den Rahmen, ein VAR-bedingt aberkanntes Real-Tor hielt das Spiel lange offen.
- Real hatte mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, Benfica kam trotz 44 Prozent Ballbesitz auf höhere Expected Goals von 1,82 zu 1,11.
- Das Schussverhältnis blieb eng bei 14:12 und 4:4 Schüssen aufs Tor, die Torhüterparaden fielen mit 4 zu 2 zugunsten der Benfica-Abschlüsse aus.
- In der Schlussphase entschied Vinícius Júnior nach Valverde-Vorlage, Valverde lieferte beide Assists und prägte damit die Torentstehung.