In der siebten Runde der Österreich Bundesliga 2025-2026 trennten sich der SCR Altach und die WSG Tirol in der CASHPOINT Arena 1:1. Die WSG Tirol ging kurz vor der Pause durch Valentino Müller in Führung, ehe der SCR Altach in der Schlussphase durch Srđan Hrstić ausglich. Zuvor war ein Treffer der WSG Tirol nach VAR-Entscheidung aberkannt worden.
Ballbesitz und Spielrichtung
Der Spielverlauf war klar durch die Verteilung von Ballbesitz und Feldanteilen geprägt: Der SCR Altach hielt den Ball mit 66 Prozent deutlich länger und legte auch über das Passvolumen die höhere Kontrolle über die Spielphasen an. Mit 438 Pässen gegenüber 240 Pässen der WSG Tirol und einer höheren Zahl an erfolgreichen Pässen von 346 zu 178 verschob sich das Geschehen über weite Strecken in Richtung Tiroler Hälfte.
Diese Dominanz im Aufbau spiegelte sich auch darin, dass Altach deutlich häufiger zu Abschlüssen kam und den Druck über längere Sequenzen aufrechterhielt. 16:4 Schüsse insgesamt und 5:2 Schüsse aufs Tor sind in dieser Deutlichkeit ein Hinweis darauf, dass die WSG Tirol meist in tieferen Phasen agierte und seltener selbst in Abschlusssituationen kam. Dass Altach trotz dieser Grundstatistik zur Pause 0:1 zurücklag, zeigt, dass Ballbesitz und Abschlussmenge nicht automatisch in eine frühe Ertragslage münden, wenn der Gegner mit wenigen Aktionen effizient bleibt.
Auch die Eckballzahl von neun für Altach unterstreicht die wiederholten Vorstöße in Tornähe. Für die WSG Tirol ist in den Daten keine Eckballzahl hinterlegt, was die Asymmetrie der Spielrichtung zusätzlich stützt, ohne daraus weitere Schlüsse zu erzwingen.
Chancenqualität und Torhüterfaktor
Altachs Übergewicht war nicht nur quantitativ, sondern auch über die Abschlusszonen erkennbar. Elf der 16 Altacher Schüsse kamen aus dem Sechzehner, bei der WSG Tirol waren es lediglich zwei von vier. Damit entstanden die meisten Altacher Versuche aus Bereichen, in denen Abschlüsse typischerweise gefährlicher werden, während Tirol deutlich häufiger vom Angriff in eine Situation gezwungen wurde, in der nur wenige Aktionen wirklich in den Strafraum gelangten.
Die geringe Differenz bei den Toren lässt sich vor allem über die Torhüter- und Effizienzwerte erklären. Tirols Adam Stejskal verzeichnete vier Paraden und war damit wesentlich häufiger gefordert als Altachs Dejan Stojanovic, der nur eine Parade in der Statistik hat. In einem Spiel mit 5:2 Schüssen aufs Tor zugunsten Altachs ist diese Verteilung ein zentraler Faktor dafür, dass Tirol die Führung lange verteidigen konnte und Altach erst spät zum Ausgleich kam. Stejskals Spielerrating von 7,9 sticht als klares Ausreißer-Rating auf Tiroler Seite heraus und passt zur Rolle, die die Paraden in einem Spiel mit geringer Tiroler Entlastung einnehmen.
Auf der Gegenseite nutzte die WSG Tirol ihre wenigen Toraktionen sehr zielgerichtet. Valentino Müller brachte einen seiner wenigen Tiroler Abschlüsse im ersten Durchgang unter und erzielte in der 45. Minute das 0:1. Sein Rating von 7,5 ordnet sich damit als starkes Einzelrating ein, das in einem Spiel mit nur vier Tiroler Schüssen besonders schwer wiegt. Altach blieb zwar über längere Strecken in Abschlusspositionen, doch der Ertrag lag bis zur Schlussphase allein auf Tiroler Seite.
Schlüsselmomente, Disziplin und Wechselwirkung
Die Partie bekam früh eine klare physische Note. Bereits in den ersten zwanzig Minuten standen mehrere Verwarnungen: Auf Tiroler Seite sahen Benjamin Böckle, Marco Boras und Moritz Wels jeweils Gelb, bei Altach wurde Patrick Greil verwarnt. Insgesamt endete das Spiel mit 6:2 Gelben Karten zugunsten der WSG Tirol, bei ähnlicher Foulzahl von 18:16. Das passt zu einem Verlauf, in dem Tirol häufiger in direkte Zweikämpfe und Unterbrechungen gezwungen wurde, während Altach mit mehr Ballbesitz eher darüber kam, Räume zu bespielen und den Gegner zu Verteidigungsaktionen zu zwingen.
Ein früher Einschnitt war die VAR-Entscheidung in der 26. Minute, als ein Tiroler Tor aberkannt wurde. Unabhängig von der konkreten Szene ist die zeitliche Einordnung wichtig: Tirol hatte damit bereits vor der Pause eine Aktion, die den Spielstand hätte verändern können, blieb aber beim 0:0. Kurz danach musste Altach schon in der 30. Minute wechseln, Moritz Oswald kam für S. Ingolitsch, was die Struktur der Altacher Spielzeit über eine Stunde prägte.
Die Führung der WSG Tirol kurz vor der Pause verschob die Aufgaben in der zweiten Halbzeit klar: Altach musste den hohen Ballanteil stärker in Abschlüsse und Präsenz im Strafraum übersetzen, Tirol konnte mit dem Vorsprung im Rücken die Phasen gegen den Ball verlängern. Auffällig ist, dass Altach in der Schlussphase gezielt personell nachlegte. In der 71. Minute kamen Lukas Josef Gugganig und Srđan Hrstić, kurz danach folgte in der 79. Minute Erkin Yalcin. Der Ausgleich fiel dann in der 82. Minute durch Hrstić nach Vorlage von Yalcin, also durch zwei Einwechselspieler in direkter Kombination.
Diese Wechselwirkung passt auch in die individuellen Daten: Hrstić kam erst in der 71. Minute, hatte dann aber einen Abschluss, der aufs Tor ging und zum Treffer führte, was sich in seinem Rating von 7,3 niederschlägt. Yalcin benötigte nach seiner Einwechslung nur wenige Ballaktionen, lieferte aber die entscheidende Vorlage. Auf Altacher Seite fiel zudem M. Ouédraogo mit dem Teamhöchstwert im Rating von 7,7 auf, was angesichts von zwei Key Pässen, hoher Zweikampfzahl und elf gewonnenen Duellen eine plausible statistische Unterstützung für Altachs anhaltende Aktivität ist.
Zusammenfassung
- Der SCR Altach hatte mit 66 Prozent Ballbesitz sowie 438:240 Pässen klare Spielanteile.
- Altach erspielte sich das deutliche Schussverhältnis von 16:4 und kam häufig in den Strafraum, während Tirol nur zwei Abschlüsse aus dem Sechzehner hatte.
- Die WSG Tirol ging dennoch durch Valentino Müller in der 45. Minute in Führung und verteidigte lange über wenige, aber effiziente Aktionen.
- Tirols Torhüter Adam Stejskal mit vier Paraden und Rating 7,9 hielt den Vorsprung trotz 5:2 Schüssen aufs Tor zugunsten Altachs.
- Der Ausgleich zum 1:1 fiel spät in der 82. Minute durch den eingewechselten Srđan Hrstić nach Assist von Erkin Yalcin, zuvor war ein Tiroler Tor nach VAR aberkannt worden.