Der FK Teplice verlor am 27. Spieltag der 1. Česka fotbalová liga 2025-2026 in der AGC Aréna Na Stínadlech mit 0:1 gegen den FC Hradec Králové. Zur Pause stand es 0:0, ehe Vladimír Darida in der 67. Minute per Elfmeter das einzige Tor der Partie erzielte. Insgesamt verlief das Spiel mit mehr Ballbesitz und mehr Abschlüssen für Teplice, während Hradec Králové den entscheidenden Moment für sich nutzte.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Teplice prägte die Partie über weite Strecken mit dem größeren Anteil am Ball. Die 58 Prozent Ballbesitz und das Passvolumen von 299 zu 219 unterstreichen, dass die Heimelf häufiger in geordneten Phasen aufbauen konnte. Auch die Passzahlen im Detail stützen das Bild: 234 erfolgreiche Pässe bei Teplice gegenüber 157 bei Hradec Králové, was in Summe auf längere Ballbesitzketten und mehr Aktionen im Mittelfeld hindeutet.
Diese Überlegenheit im Ballbesitz schlug sich allerdings nur begrenzt in zwingenden Torraumszenen nieder. Teplice kam zwar auf 16 Schüsse, brachte davon aber nur 3 aufs Tor. Das zeigt, dass viele Abschlüsse entweder geblockt wurden, das Ziel verfehlten oder aus Situationen entstanden, in denen der Abschluss nicht sauber vorbereitet war. Gleichzeitig blieb Hradec Králové mit 42 Prozent Ballbesitz deutlich seltener in langen Ballbesitzphasen, wirkte aber in den Momenten, in denen es in die Abschlusszone kam, deutlich gefährlicher, was sich später auch in den Expected-Goals-Werten widerspiegelte.
Auffällig war zudem, dass die Partie insgesamt relativ ausgeglichen in den Unterbrechungen blieb. Die Foulzahl lag mit 14 zu 13 eng beieinander, auch die Abseitswerte waren mit 3:3 identisch. Das spricht für ein Spiel, in dem beide Teams ähnliche Risiken im Anlaufen und im Timing der Läufe in die Tiefe gingen, ohne dass daraus ein dauerhafter Rhythmusbruch entstand.
Chancenprofil und Effizienz
Die reinen Mengenverhältnisse im Abschluss sprechen zunächst klar für Teplice: 16:9 Schüsse und vor allem 12:5 Versuche innerhalb des Sechzehners zeigen, dass Teplice häufiger in die Zone kam, aus der typischerweise die besseren Chancen entstehen. Auch die Standardsituationensumme stützt den Druck im letzten Drittel, denn Teplice erspielte sich 10:2 Ecken. In einem Spiel mit dieser Eckballdifferenz und diesem Strafraum-Schussverhältnis ist normalerweise zu erwarten, dass zumindest einzelne Phasen zu echten Druckwellen führen.
Trotzdem war Hradec Králové im Chancenwert im Vorteil. Das 1.19 zu 1.91 bei den Expected Goals bedeutet, dass die wenigen Abschlüsse des Auswärtsteams im Schnitt eine höhere Abschlusswahrscheinlichkeit hatten. Der zentrale Grund dafür ist im Spielverlauf klar erkennbar: Der Elfmeter in der 67. Minute ist in einem engen Spiel ein Ereignis mit hohem xG-Anteil und verschiebt die Gesamtbilanz deutlich. Teplice hatte zwar mehr Aktionen im gegnerischen Strafraum, aber die Abschlussqualität blieb so verteilt, dass sich daraus keine entsprechende Erwartung an Tore ableiten ließ.
Auch das Verhältnis der Schüsse aufs Tor unterstreicht diese Effizienzfrage. Teplice kam bei 16 Versuchen nur zu 3 Schüssen aufs Tor, Hradec Králové bei 9 Versuchen zu 2 Schüssen aufs Tor. Der Unterschied ist klein, aber die Konsequenz war groß, weil Hradec Králové mit dem Elfmeter eine Abschlussform bekam, die nicht von Abwehrblocks oder der Streuung aus dem Spiel heraus abhängt.
Die Blockwerte passen in dieses Bild: Hradec Králové blockte 5 Schüsse, Teplice nur 3. Das deutet darauf hin, dass Teplice häufig in Situationen zum Abschluss kam, in denen die Verteidigung noch in Schussbahn-Nähe stand. Umgekehrt musste Teplice weniger blocken, weil Hradec Králové seltener aus laufendem Angriff in dichtem Raum zum Abschluss kam und insgesamt weniger Schüsse abgab.
Schlüsselmomente und individuelle Beiträge
Der entscheidende Moment der Partie fiel in die Phase nach mehreren Wechseln. Hradec Králové reagierte in der 55. Minute mit einem Doppeltausch, Adam Vlkanova kam für Mick van Buren und Daniel Trubač ersetzte Jakub Kučera. Wenig später folgte die gelbe Karte gegen Michal Bílek in der 65. Minute, und zwei Minuten danach verwandelte Vladimír Darida den Strafstoß zum 0:1. Diese Sequenz war spielentscheidend, weil sie in einem zuvor torlosen Spiel das Kräfteverhältnis im Ergebnis drehte und Teplice danach in eine reine Aufholrolle zwang.
Auf Teplicer Seite fiel bereits früh ein Wechsel an, als Ladislav Krejčí in der 36. Minute ausgewechselt wurde. Bis dahin hatte er zwei Abschlüsse und einen Key Pass beigesteuert, sein Rating von 6.3 blieb dabei eher unauffällig. Der frühe Wechsel veränderte personell die Möglichkeiten im Mittelfeld, ohne dass Teplice im Verlauf die statistische Dominanz verlor. Nach dem Rückstand zog Teplice mit mehreren Wechseln nach, unter anderem kam Matyáš Kozák in der 70. Minute, später folgten Tomáš Zlatohlávek und ein weiterer Wechsel in der 73. Minute. Die Wechselphase zeigt, dass Teplice die Schlussphase aktiv gestalten wollte, die Torproduktion aber nicht mehr drehen konnte.
Bei den individuellen Leistungen ragt auf Teplicer Seite Matěj Náprstek heraus. Sein Rating von 8.2 war der klare Ausreißer im Team und passt zu elf gewonnenen Duellen bei insgesamt elf, drei Key Pässen sowie mehreren erfolgreichen Dribblings. Damit war er der Spieler, der am häufigsten in direkten Aktionen Raum gewann und Angriffe in die Abschlusszone verlängerte. Dass Teplice trotz dieser Beiträge ohne Tor blieb, ist weniger eine Frage der Aktivität, sondern der Umwandlung der vielen Strafraumaktionen in präzise Abschlüsse.
Defensiv lässt sich bei Teplice Denis Halinský als stabiler Faktor belegen. Mit Rating 7.3, mehreren Interceptions und Blocks sowie einem Schuss aufs Tor verband er Verteidigungsarbeit mit Beteiligung im Angriffsdrittel, was zu einem Teamprofil passt, das viel Spielzeit in höheren Zonen hatte. Auf Seiten von Hradec Králové stach Torhüter Adam Zadražil mit Rating 7.2 und zwei Paraden heraus, was im Kontext der drei Schüsse aufs Tor von Teplice ein wichtiger Beitrag war, um das Spiel nach dem 0:1 geschlossen zu halten. Zudem war Filip Čihák mit Rating 7.6 einer der auffälligsten Feldspieler der Gäste, was zur hohen Zahl geblockter Schüsse und zur insgesamt erfolgreichen Verteidigung des knappen Vorsprungs passt.
Zusammenfassung
- Teplice hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, blieb bei der Präzision im letzten Drittel aber ohne Tor.
- Das Schussverhältnis und die Eckballzahl sprachen für Teplice, die Expected Goals lagen jedoch aufgrund der besseren Abschlussqualität bei Hradec Králové.
- Der Elfmeter von Vladimír Darida in der 67. Minute entschied das Spiel nach einem 0:0 zur Pause.
- Matěj Náprstek prägte Teplices Offensivaktionen messbar, während Adam Zadražil und Filip Čihák den knappen Auswärtssieg absicherten.