Der TSV Hartberg und der Wolfsberger AC trennten sich am siebten Spieltag der Österreich Bundesliga 2025-2026 in der DATENPOL ARENA 2:2. Die Gäste gingen früh in Führung, Hartberg glich per Elfmeter aus, ehe der WAC noch vor der Pause wieder vorlegte. Nach mehreren Wechseln zur Halbzeit kam Hartberg in der Schlussphase zum Ausgleich.
Frühe Führung und direkte Antworten
Der Spielverlauf war von einem auffälligen Rhythmus in der Anfangsphase geprägt: Der Wolfsberger AC setzte früh den ersten Akzent und nutzte seine erste klare Phase mit Ballkontrolle auch für die Führung. Nach der Gelben Karte gegen Dominik Baumgartner in der elften Minute folgte nur drei Minuten später das 0:1 durch Markus Pink, vorbereitet von eben jenem Baumgartner. Der WAC belohnte damit eine frühe Präsenz im letzten Drittel, ohne dass sich das in einer hohen Abschlusszahl ausdrückte.
Hartberg reagierte jedoch unmittelbar auf den Rückstand. Der Ausgleich fiel bereits in der 27. Minute durch einen Elfmeter von Elias Havel. Dass Hartberg in dieser Phase nicht nur über einzelne Aktionen kam, zeigt das gesamte Abschlussbild: Mit 13:10 Schüssen lag das Team am Ende sogar vorne, und es brachte 5:4 Schüsse aufs Tor zustande. Havel war dabei der zentrale Abschlussspieler: sechs Schüsse, davon vier aufs Tor, und ein Spielerrating von 7,0. Diese Werte spiegeln, dass Hartberg trotz geringerer Ballbesitzanteile wiederholt in Abschlusspositionen kam und den WAC in der eigenen Box zu Entscheidungen zwang.
Der erneute Rückstand vor der Pause veränderte die Ausgangslage trotzdem deutlich. In der 36. Minute traf Dejan Zukić zum 1:2, vorbereitet von Boris Matić. Der WAC war damit zur Halbzeit effizienter: weniger Abschlüsse, aber zwei Treffer aus zehn Versuchen, während Hartberg zu diesem Zeitpunkt nur per Strafstoß erfolgreich war. Die Partie blieb dabei in den direkten Duellen und im Zweikampfverhalten eng, erkennbar an 8:9 Fouls und insgesamt vier Gelben Karten.
Ballbesitzvorteil des WAC und Hartbergs direkterer Zugriff
Über die neunzig Minuten hatte der Wolfsberger AC mehr Kontrolle über Ball und Passspiel. 56 Prozent Ballbesitz sowie 564 zu 431 Pässen unterstreichen, dass die Gäste häufiger längere Sequenzen am Ball hatten. Auch die Passsicherheit war höher, mit 490 erfolgreichen Pässen gegenüber 371 bei Hartberg. Daraus lässt sich ein Spielbild ableiten, in dem der WAC mehr Aufbauphasen hatte, während Hartberg stärker über kürzere Ballbesitzphasen und schnelleres Umschalten zu Abschlüssen kam.
Diese unterschiedliche Gewichtung zeigt sich besonders im Verhältnis von Ballbesitz zu Torgefahr. Hartberg kam auf acht Schüsse innerhalb des Sechzehners, der WAC auf sechs. Trotz weniger Ballkontrolle erreichte Hartberg also häufiger den Bereich, aus dem Tore typischerweise entstehen. Gleichzeitig weist die Zahl der abgewehrten Schüsse in dieselbe Richtung: Hartberg ließ fünf WAC-Abschlüsse blocken, der WAC blockte nur zwei. Das spricht dafür, dass Hartberg den WAC öfter in Situationen brachte, in denen Abschlüsse unter Druck zustande kamen oder in der letzten Linie geklärt werden mussten.
Auch die Torhüterstatistik passt in dieses Muster. Der WAC-Keeper Nikolas Polster kam auf drei Paraden bei zwei Gegentoren, Hartbergs Torhüter Tom Ritzy Hülsmann hatte nur eine Parade bei ebenfalls zwei Gegentoren. Bei fast identischer Zahl an Schüssen aufs Tor deutet das darauf hin, dass Hartberg seine Abschlüsse etwas öfter so platzierte, dass der Torhüter tatsächlich eingreifen musste, während der WAC mit weniger Keeper-Aktionen ebenfalls zu zwei Treffern kam. In Summe ergab sich so ein Spiel, in dem Ballbesitz und Passvolumen zugunsten der Gäste ausschlugen, die Strafraumpräsenz und das Abschlussplus aber eher bei Hartberg lagen.
Im Mittelfeld war Chibuike Godfrey Nwaiwu ein stabiler Faktor im WAC-Passspiel. Mit 84 Pässen und 81 erfolgreichen Zuspielen sowie einem Rating von 7,0 band er viele Aktionen und hielt das Aufbauspiel am Laufen. Auf Hartberger Seite war F. Wilfinger in einer ähnlichen Rolle auffällig: 75 Pässe bei 72 erfolgreichen, dazu vier Interceptions und insgesamt ein Rating von 7,3. Beide Werte markieren weniger spektakuläre, aber spielprägende Beiträge, die erklären, warum beide Teams über längere Strecken zu eigenen Phasen kamen.
Wechsel zur Pause und der Ausgleich aus der Schlussphase
Nach dem 1:2 zur Halbzeit reagierte Hartberg mit einem Dreifachwechsel direkt zum Wiederanpfiff: Dominik Prokop, Maximilian Fillafer und Maximilian Sebastian Marc Hennig kamen in der 46. Minute. Auch der WAC tauschte zur Pause mit M. Diabaté für Nicolas Wimmer. Schon diese Dichte an Wechseln zeigt, dass beide Teams früh in der zweiten Halbzeit neue Impulse setzten, ohne dass sich der Spielstand unmittelbar veränderte.
Die entscheidende Verschiebung im Spielstand kam erst in der Schlussphase und sie war eng mit Einwechslungen und den anschließenden Aktionen verknüpft. Lukas Fridrikas wurde in der 68. Minute eingewechselt und bereitete in der 77. Minute den Ausgleich zum 2:2 vor. Torschütze war Maximilian Fillafer, ebenfalls erst seit der Pause am Feld. Fillafer benötigte in seinen Minuten nur einen Schuss, dieser ging aufs Tor und führte zum Treffer. Sein Spielerrating von 7,6 war das höchste bei Hartberg und passt zu einem Auftritt, der in kurzer Spielzeit direkt auf den Spielstand wirkte.
Der Wolfsberger AC reagierte auf diesen Abschnitt ebenfalls mit Wechseln: In der 76. Minute gingen Dominik Baumgartner und Torschütze Zukić vom Feld, A. Drame und E. Agyemang kamen. In der 64. Minute war bereits E. Chukwu für Simon Piesinger eingewechselt worden. Diese Anpassungen stabilisierten den WAC insofern, als dass kein weiteres Gegentor mehr fiel, doch der Ausgleich war bereits entstanden. Auffällig ist, dass Hartberg nach dem 2:2 nicht nur über den Treffer selbst, sondern über eine insgesamt konstante Abschlussproduktion im Spiel blieb. Der WAC hatte zwar mehr Ballbesitz und blieb über das Passspiel präsent, konnte seine Effizienz aus der ersten Halbzeit aber nicht in einen dritten Treffer ummünzen.
Zusammenfassung
- Der TSV Hartberg und der Wolfsberger AC spielten am siebten Spieltag der Österreich Bundesliga 2025-2026 in der DATENPOL ARENA 2:2.
- Der WAC ging früh durch Markus Pink in Führung, Hartberg glich in der ersten Halbzeit per Elfmeter durch Elias Havel aus, vor der Pause stellte Dejan Zukić auf 1:2.
- Der WAC hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Pässe, Hartberg kam dennoch zu mehr Abschlüssen und zu mehr Schüssen aus dem Strafraum.
- Nach den Wechseln zur Halbzeit und weiteren Einwechslungen bereitete Lukas Fridrikas den Ausgleich vor, Maximilian Fillafer erzielte das 2:2 und lieferte mit 7,6 das höchste Hartberg-Rating.