Die Udinese Calcio gewann am 35. Spieltag der Serie A 2025-2026 im Bluenergy Stadium mit 2:0 gegen den FC Torino. Nach einem aberkannten Treffer in der einundzwanzigsten Minute erzielte Udinese kurz vor der Pause das 1:0 und legte früh in der zweiten Halbzeit nach. Torino blieb über weite Strecken mit wenig Abschlüssen aufs Tor und geringer Strafraumpräsenz.
Chancenbild und Strafraumkontrolle
Das Ergebnis lässt sich klar über die Chancenverteilung erklären: Udinese kam auf 18:10 Schüsse und vor allem auf 8:1 Schüsse aufs Tor. Diese Differenz zeigte sich nicht nur in der reinen Anzahl, sondern auch in der Qualität der Situationen, was sich im Expected-Goals-Vergleich von 1.88 zu 0.66 widerspiegelte. Torino brachte damit über neunzig Minuten nur einen Abschluss auf das Tor von Maduka Okoye, während Udinese den gegnerischen Torhüter konstant beschäftigte.
Entscheidend war die Aktivität im Strafraum. Udinese nahm 13 Abschlüsse innerhalb des Sechzehners, Torino nur drei. Gleichzeitig verteilten sich Torinos Versuche eher nach außen, mit sieben Abschlüssen von außerhalb, was den Weg zu klaren Torraumszenen verlängerte und die Quote der gefährlichen Abschlüsse drückte. Auch die Torhüterstatistik unterstreicht das Bild: Alberto Paleari musste sechsmal parieren, Okoye nur einmal. Dass Torino trotz zweier Gegentore ein hohes Torhüterrating von 7.9 erhielt, passt zu dieser Belastung und deutet darauf hin, dass Udinese mehr als nur die beiden Treffer hätte nachlegen können, ohne dass dafür zusätzliche Spielereignisse bemüht werden müssten.
Udinese blockte zudem häufiger Schüsse als Torino, mit 6:3 abgewehrten Schüssen. Das passte zu einem Spiel, in dem Torino zwar zu zehn Abschlüssen kam, diese aber oft so zustande kamen, dass Udinese noch in den Schussweg kam oder der Abschluss aus weniger günstiger Position erfolgte.
Schlüsselphasen und Wirkung der Tore
Der Spielverlauf wurde durch klare Momente strukturiert, ohne dass das Spiel auf einzelne Zufälle reduziert werden muss. In der 22. Minute wurde ein Tor von Udinese nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt, was früh zeigte, dass Udinese in Abschlusspositionen kam. Der tatsächliche Führungstreffer fiel dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Kingsley Ehizibue traf zum 1:0 in der 45.+1 Minute und verschaffte Udinese einen konkreten Vorteil in einem bis dahin bereits chancenreicheren Auftritt.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel folgte eine kurze Phase mit Karten, zunächst für Christian Kabasele in der 46. Minute, dann für Rafael Obrador in der 49. Minute. In diese Anfangsminuten der zweiten Hälfte fiel auch das 2:0: Thomas Kristensen traf in der 51. Minute, vorbereitet von Lennon Miller. Das zweite Tor veränderte die Anforderungen an Torino messbar, weil der Rückstand nun zwei Tore betrug und Torino mehr Spielanteile in gefährlichen Räumen hätte erzeugen müssen, um wieder Anschluss zu finden. Die Zahlen zeigen jedoch, dass diese Steigerung im letzten Drittel ausblieb: Es blieb bei nur drei Abschlüssen aus dem Strafraum und insgesamt nur einem Schuss aufs Tor.
Die Wechselserie Torinos ab der 57. Minute mit Sandro Kulenović und Matteo Prati, später Cristiano Biraghi sowie Alieu Njie, markierte den Versuch, nach dem 0:2 neue Impulse zu setzen. Am Chancenbild änderte sich dadurch aber nur begrenzt etwas, was sich an der konstant niedrigen Torhüterarbeit auf Udinese-Seite und an den weiterhin deutlich besseren Udinese-Werten bei Schüssen aufs Tor ablesen ließ.
Ballzirkulation, Duelle und individuelle Beiträge
Im Spiel mit Ball lag Udinese leicht vorn, mit 53 Prozent Ballbesitz und 444 gespielten Pässen gegenüber 381 bei Torino. Wichtiger als das leichte Plus war die Präzision in der Zirkulation: Udinese brachte 381 Pässe an, Torino 324. Das deutete auf längere Ballbesitzphasen der Gastgeber hin und half, den Druck über viele Angriffe hinweg aufrechtzuerhalten, ohne dass dafür extreme Ballbesitzwerte nötig waren.
Auffällig war, dass Udinese in mehreren Rollen konkrete, nachweisbare Beiträge aus dem Personal bekam. Oumar Solet prägte die Partie statistisch in beiden Richtungen: mit 82 Pässen bei 78 angekommenen, sechs Tacklings sowie 15 gewonnenen Duellen aus 19. Sein Rating von 8.3 war der klare Ausreißer im Team und passte dazu, dass Udinese sowohl Ballzirkulation als auch Zweikämpfe stabil in die eigenen Abläufe bekam. Nicolò Zaniolo war trotz des aberkannten Treffers eine zentrale Figur in der Offensivproduktion über nachweisbare Zahlen: vier Key-Pässe und drei Abschlüsse bei einem Rating von 7.7 zeigen, dass Udinese wiederholt in Abschlussvorbereitung und Abschluss selbst kam.
Auf der Torschützenseite verband sich Effizienz mit Momenten: Ehizibue verwertete seinen einzigen Schuss aufs Tor zum 1:0 und erhielt dafür ein Rating von 8.0, bevor er später ausgewechselt wurde. Kristensen traf ebenfalls und brachte zwei Schüsse aufs Tor, beide auf das Ziel, was den hohen Ertrag einzelner klarer Situationen unterstreicht. Die Vorlage von Lennon Miller zum 2:0 ergänzte das Bild, dass Udinese nicht nur über Einzelaktionen, sondern auch über sauber zu Ende gespielte Angriffe zu Treffern kam.
Torino dagegen hatte mehr Arbeit gegen den Ball, was sich auch in 17 Fouls gegenüber elf bei Udinese spiegelte. Gleichzeitig entstanden daraus keine klaren Vorteile im eigenen Angriffsspiel. Die Ratings im Feld blieben überwiegend im mittleren Bereich, während Luca Marianucci mit 5.9 und Rafael Obrador mit 5.9 zu den niedrigeren Werten gehörten, passend dazu, dass Torino in vielen Duellen und Sequenzen im eigenen Defensivdrittel gebunden war. Dass Paleari trotz der zwei Gegentore auf 7.9 kam, war in diesem Kontext eher ein Hinweis darauf, wie häufig Udinese zu Abschlüssen kam und wie oft Torino den letzten Moment vor dem dritten Gegentor überstehen musste.
Zusammenfassung
- Udinese gewann in der Serie A 2025-2026 am 35. Spieltag mit 2:0 gegen den FC Torino.
- Das Chancenbild war deutlich: 18:10 Schüsse und 8:1 Schüsse aufs Tor bei 1.88 zu 0.66 Expected Goals.
- Udinese dominierte die Strafraumszenen mit 13:3 Abschlüssen im Sechzehner, Torino blieb häufig bei Distanzschüssen.
- Der VAR nahm Udinese früh ein Tor, anschließend entschieden Treffer in der 45.+1 und 51. Minute die Partie.
- Udinese hatte leichte Vorteile in Ballbesitz und Passspiel und bekam prägende Beiträge von Solet, Zaniolo sowie den Torschützen Ehizibue und Kristensen.