Der Valencia CF gewann am 27. Spieltag der La Liga 2025-2026 im Estadio de Mestalla mit 3:2 gegen Deportivo Alavés. Alavés ging früh durch einen verwandelten Elfmeter in Führung und nahm diesen Vorsprung mit in die Pause. Nach dem Ausgleich kurz nach Wiederbeginn fielen weitere Tore in einer zweiten Halbzeit, die erst in der Nachspielzeit durch ein spätes Tor und einen Elfmeter entschieden wurde.
Ballbesitz und Spielanlage
Über weite Strecken wurde das Spiel von der Ballzirkulation des Valencia CF geprägt. Mit 61 Prozent Ballbesitz und 545 Pässen bei 483 erfolgreichen Zuspielen lag Valencia in beiden Kategorien deutlich vor Deportivo Alavés, das mit 39 Prozent Ballbesitz und 353 Pässen bei 284 angekommenen Pässen eher aus einer tieferen, reaktiven Ausrichtung heraus agierte. Diese grundsätzliche Verteilung spiegelte sich auch in der Spielkontrolle im Mittelfeld wider: Valencia hielt längere Ballbesitzphasen, während Alavés häufiger in kürzeren Sequenzen spielte und seine Offensivaktionen eher über direkte Vorstöße auflöste.
Die frühe Führung der Gäste nach drei Minuten durch den von Lucas Ariel Boyé verwandelten Elfmeter verschob den Rhythmus zusätzlich zugunsten Valencias. Alavés konnte damit früh auf Ergebnisverwaltung umstellen, was den Fokus auf Verteidigen und das Verknappen von Räumen vor dem eigenen Strafraum nahelegte. Valencia wiederum musste über längere Phasen gegen eine kompaktere Restverteidigung anlaufen, was die hohe Passzahl und die klare Überlegenheit bei Standards unterstreicht. Das Eckenverhältnis von 10:2 deutet auf konstanten Druck im letzten Drittel und viele Sequenzen hin, die in geblockten oder abgewehrten Situationen endeten.
Dass Valencia trotz dieser Dominanz in Ballbesitz und Feldlage bis zur Pause ohne Tor blieb, passt zur Verteilung der Paraden: Alavés’ Torhüter Antonio Sivera kam auf drei Paraden bei drei Gegentoren, während Valencias Stole Dimitrievski drei Paraden bei zwei Gegentoren verbuchte. In der ersten Halbzeit führte Alavés bei den Toren, ohne insgesamt mehr Spielanteile zu haben, was das Spiel in eine Konstellation brachte, in der Valencia das Spiel tragen musste und Alavés seine Offensivmomente selektiv setzte.
Chancenbild und Effizienz
Im Chancenbild war Valencia insgesamt klar aktiver. Das Schussverhältnis von 20:10 und die Schüsse aufs Tor von 8:4 zeigen eine deutliche Überlegenheit an Abschlüssen und Zielgenauigkeit. Besonders entscheidend ist dabei die Verlagerung in den Strafraum: Valencia kam auf 14 Schüsse innerhalb des Sechzehners, Alavés auf sieben. Die höhere Präsenz Valencias in torgefährlichen Zonen wird durch den Expected-Goals-Wert von 2.61 gegenüber 1.33 zusätzlich gestützt und ordnet das 3:2 als Ergebnis ein, das näher an Valencias Chancenproduktion lag.
Gleichzeitig blieb Alavés in seinen klaren Momenten sehr wirksam. Lucas Ariel Boyé erzielte zwei Tore bei vier Abschlüssen und traf dreimal aufs Tor. Sein Spielerrating von 8.7 war der auffällige Ausreißer im Team und spiegelt die unmittelbare Wirkung seiner Aktionen auf den Spielstand. Neben dem frühen Elfmeter war auch das zweite Tor in der 71. Minute ein Beispiel dafür, dass Alavés trotz geringerer Gesamtzahl an Abschlüssen zu klaren, verwertbaren Situationen kam, hier vorbereitet durch Denis Suárez, der nach seiner Einwechslung in der 68. Minute sofort Einfluss nahm und bei 16 von 16 angekommenen Pässen die Anschlussaktionen sauber mittrug.
Auf Valencias Seite entstand der Ausgleich unmittelbar nach der Pause: Javier Guerra traf in der 47. Minute nach Vorlage von Umar Sadiq. Guerra brachte seinen einzigen Schuss aufs Tor im Spiel unter und verband damit eine einzelne Abschlussaktion direkt mit maximalem Ertrag. Insgesamt blieb Valencias Abschlussvolumen hoch, was auch an der Zahl abgewehrter Schüsse sichtbar wird. Valencia hatte sieben geblockte Abschlüsse, Alavés drei, ein Verhältnis, das auf viele Situationen hindeutet, in denen Valencia in der Nähe des Strafraums zum Abschluss kam, Alavés aber häufig noch in den Schussweg bekam.
Individuelle Beiträge lassen sich vor allem dort eindeutig festmachen, wo sie sich in klaren Offensivwerten ausdrücken. Largie Ramazani lieferte bis zu seiner Auswechslung in der 82. Minute eine hohe Aktivität im letzten Drittel, er kam auf drei Key Pässe sowie zwei Schüsse aufs Tor und gewann sieben seiner 13 Duelle. Sein Rating von 7.7 war eines der stärksten bei Valencia und passt zu einer Partie, in der Valencia die meisten Angriffszonenbesuche über konstante Wiederholungen und viele Aktionen im letzten Drittel aufbaute.
Entscheidende Phase und Disziplin
Die zweite Halbzeit entwickelte sich zunehmend zu einem Spiel, in dem einzelne Sequenzen den Spielstand schneller kippen ließen als in den ersten 45 Minuten. Nach dem 1:1 in der 47. Minute setzte Alavés in der 71. Minute den zweiten Treffer durch Boyé, also in einer Phase, in der Valencia zwar weiter mehr Ballbesitz hatte, aber nicht verhindern konnte, dass Alavés in einem klaren Moment erneut zuschlug. Für Valencia war die Reaktion darauf vor allem über anhaltenden Druck und das Erzwingen weiterer Strafraumszenen angelegt, was die Eckballserie und die insgesamt hohe Zahl an Abschlüssen unterstreicht.
Ein wesentlicher Kontext für die Schlussphase war die Disziplin. Alavés beging siebzehn Fouls gegenüber neun auf Valencias Seite und sammelte vier Gelbe Karten, während Valencia nur einmal verwarnt wurde. Besonders spürbar war das in den letzten Minuten: Jon Pacheco und Ander Guevara sahen in der 90. Minute plus sieben jeweils Gelb-Rot. Diese doppelten Platzverweise reduzierten Alavés in der entscheidenden Phase personell und veränderten die Verteidigungslage unmittelbar vor den finalen Ereignissen.
Die Entscheidung fiel dann in einer extrem dichten Abfolge: In der 90. Minute erzielte Eray Ervin Cömert das 2:2, womit Valencia seine Feldüberlegenheit spät in einen Ausgleich übersetzte. In der Nachspielzeit folgte der Elfmeter, den Hugo Duro in der 90. Minute plus neun verwandelte. Duro war erst in der 74. Minute eingewechselt worden und setzte mit seinem einzigen Torschuss, der zugleich aufs Tor ging, den Schlusspunkt. Die letzte Phase lässt sich damit als Kombination aus anhaltendem Valencia-Druck, hoher Aktivität im Strafraum und einer zunehmenden Karten- und Foulbelastung bei Alavés einordnen, die den Gästen in der Nachspielzeit die Verteidigung zusätzlich erschwerte.
Zusammenfassung
- Der Valencia CF drehte gegen Deportivo Alavés ein frühes 0:1 durch Boyés Elfmeter zum 3:2, die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit per Elfmeter.
- Valencia dominierte Ballbesitz und Passvolumen deutlich und erzeugte daraus ein klares Chancenplus, unter anderem sichtbar an 20:10 Schüssen und 2.61:1.33 Expected Goals.
- Alavés blieb mit geringerer Spielkontrolle effizient, vor allem über Boyés zwei Tore und den zwischenzeitlichen zweiten Treffer nach der Pause.
- Die Schlussphase wurde durch Alavés’ hohe Foulzahl und zwei Gelb-Rote Karten in der 90. Minute plus sieben zusätzlich geprägt.
- Valencia brachte den späten Ausgleich durch Cömert und nutzte die zusätzliche Druckphase anschließend zur spielentscheidenden Szene vom Punkt.