Der VfB Stuttgart gewann am zwanzigsten Spieltag der Bundesliga 2025-2026 in der MHPArena mit 1:0 gegen den SC Freiburg. Zur Pause stand es 0:0, bevor der VfB erst in der neunzigsten Minute durch ein Tor von Ermedin Demirović nach Vorlage von Deniz Undav entschied. Über weite Strecken verlief die Partie als Spiel mit klarer Feldüberlegenheit der Gastgeber, ohne dass sich das früh im Ergebnis niederschlug.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Stuttgart prägte die Partie über seine Ballzirkulation: Siebzig Prozent Ballbesitz und 512 Pässe standen nur dreißig Prozent und 222 Pässe des SC Freiburg gegenüber. Diese Relation zeigte sich nicht nur in der Menge, sondern auch in der Ausführung, weil der VfB mit 432 erfolgreichen Pässen die Spielphasen lange in der Freiburger Hälfte hielt. Freiburg brachte zwar 154 erfolgreiche Pässe zustande, kam aber insgesamt deutlich seltener in zusammenhängende Ballbesitzphasen und blieb dadurch häufiger auf einzelne Aktionen angewiesen.
Dass Stuttgart trotz dieser Dominanz lange ohne Treffer blieb, passt zur Statik der Zahlen: Das Chancenbild kippte zwar in Richtung VfB, aber nicht in eine früh entschiedene Partie. Mit 18:11 Schüssen lag Stuttgart vorn, die Differenz wurde bei den Schüssen aufs Tor noch deutlicher, weil Stuttgart auf 7:2 kam. Gleichzeitig verteilten sich die Freiburger Abschlüsse nicht nur auf Distanz, sondern auch sechs Mal aus dem Strafraum, wodurch das Spiel trotz des Ballbesitzgefälles offen blieb.
Auch die Standards unterstrichen die räumliche Präsenz des VfB: sechs Ecken zu zwei. Bei gleich vielen Fouls, jeweils vierzehn, blieb die Intensität insgesamt ausgeglichen, nur die Folgeaktionen nach Ballgewinnen fielen zugunsten Stuttgarts aus, weil Freiburg seltener in Abschlusspositionen kam und häufiger verteidigen musste.
Chancenqualität und Effizienz im Strafraum
Die bessere Chancenqualität lag beim VfB, was sich im Expected-Goals-Wert von 1.62 gegenüber 0.70 widerspiegelte. Entscheidender als die Gesamtsumme war dabei die Verlagerung in den Strafraum: Stuttgart nahm dreizehn seiner 18 Abschlüsse innerhalb des Sechzehners, Freiburg nur sechs von elf. Freiburg blieb damit in der Summe der Strafraumaktionen deutlich zurück, während Stuttgart häufiger in Abschlusszonen kam und den Gegner zu mehr Abwehraktionen und Paraden zwang.
Noah Atubolu prägte diese Phase aus Freiburger Sicht: fünf Paraden bei nur einem Gegentor bedeuteten, dass Stuttgart zwar wiederholt zum Abschluss kam, die letzte Ausbeute aber bis zur Schlussphase ausblieb. Auf der anderen Seite musste Alexander Nübel lediglich zwei Mal parieren und blieb damit deutlich seltener unter direktem Druck, was das 7:2-Verhältnis bei den Schüssen aufs Tor zusätzlich einordnet.
Im Stuttgarter Abschlussbild stach Deniz Undav heraus, allerdings nicht über Effizienz, sondern über Volumen: acht Schüsse insgesamt und 3 Schüsse aufs Tor zeigen, dass viele Angriffe bei ihm endeten. Seine Vorlage zum 1:0 gab dem Spiel dann die späte Entscheidung, nachdem Freiburg das eigene Tor lange über Torhüteraktionen und einzelne Klärungen geschlossen gehalten hatte. Dass der VfB am Ende dennoch nur ein Tor erzielte, erklärt sich weniger über fehlende Präsenz im Strafraum als über die Mischung aus gehaltenen Bällen und nicht verwerteten Abschlüssen, die bis zur neunzigsten Minute das 0:0 konservierte.
Wechsel und Schlussphase als Auslöser des Ergebnisses
Die Partie blieb bis weit in die zweite Halbzeit ohne Tore, und erst die Wechselketten verdichteten die Schlussphase. Stuttgart brachte in der 59. Minute Maximilian Mittelstädt für Ramon Hendriks und Chris Führich für Nikolas Nartey, später folgten Ermedin Demirović und Chema Andrés in der 77. Minute. Freiburg reagierte mit Einwechslungen ab der 68. Minute, unter anderem Patrick Osterhage und Cyriaque Kalou Irié, und stellte ab der 76. Minute mit Vincenzo Grifo und Lucas Höler weiter um, bevor Bruno Ogbus in der 78. Minute kam.
Der entscheidende Moment fiel direkt in diese Phase der späten personellen Anpassungen: Demirović traf in der neunzigsten Minute, und die Entstehung ist klar belegbar, weil Undav als Assistgeber notiert ist. Der VfB hatte damit einen Einwechselspieler als Torschützen, was zur Logik des Spiels passte, weil Stuttgart über die gesamte Begegnung mehr Abschlüsse, mehr Strafraumabschlüsse und mehr Schüsse aufs Tor sammelte, der Durchbruch aber lange ausblieb. Freiburgs Defensivleistung hielt das Ergebnis bis dahin offen, die letzten Minuten kippten jedoch in eine Phase, in der Stuttgart den späten Treffer erzwang und anschließend über einen zusätzlichen Wechsel mit Luca Jaquez für Undav in der Nachspielzeit das Ergebnis absicherte.
Die Kartenfolge zeigt, dass die Schlussphase zugleich zäher wurde: Nach Gelben Karten für Karazor in der 52. Minute und Beste in der 53. Minute häuften sich Verwarnungen in der Nachspielzeit, darunter für Demirović und Mittelstädt. Diese Ereignisse änderten am Spielbild nichts Grundsätzliches, markieren aber, dass nach dem Tor weniger Spielfluss entstand und die Partie über Unterbrechungen in den Schlusspfiff geführt wurde.
Zusammenfassung
- Der VfB Stuttgart gewann in der Bundesliga 2025-2026 gegen den SC Freiburg mit 1:0, das Tor fiel in der 90. Minute durch Demirović nach Assist von Undav.
- Stuttgart bestimmte den Spielverlauf über 70 Prozent Ballbesitz und 512 Pässe, Freiburg kam mit 222 Pässen deutlich seltener in längere Ballbesitzphasen.
- Das Chancenbild sprach für den VfB, besonders bei Schüssen aufs Tor 7:2 und bei Strafraumabschlüssen 13:6, während die Effizienz lange ausblieb.
- Atubolu hielt Freiburg mit fünf Paraden im Spiel, Nübel war mit zwei Paraden deutlich weniger gefordert.
- Die Wechselphase in der zweiten Halbzeit mündete in den späten Durchbruch, wobei ein Einwechselspieler den Treffer erzielte und Stuttgart danach das Ergebnis über die Schlussminuten brachte.