Am 23. Spieltag der 1. česká fotbalová liga 2025-2026 trennten sich Viktoria Plzen und Sparta Prag in der Doosan Aréna 0:0. Über weite Strecken prägten ein klarer Chancenüberhang der Gastgeber und längere Ballbesitzphasen der Gäste den Verlauf. In der zweiten Halbzeit wurde ein Strafstoß nach VAR-Bestätigung für Viktoria Plzen gegeben, ohne dass daraus ein Tor entstand.
Chancenbild und Effizienz
Das 0:0 steht vor allem im Kontrast zu den Abschluss- und xG-Werten. Viktoria Plzen kam auf 21 Schüsse gegenüber elf von Sparta Prag und erspielte sich mit 2.00 zu 0.87 auch die deutlich höhere Expected-Goals-Summe. Dass daraus kein Treffer entstand, erklärt sich weniger über fehlende Aktivität im letzten Drittel als über die Endstation im Strafraum und die Torhüteraktionen auf der Gegenseite.
Die Verteilung der Abschlüsse unterstreicht die höhere Durchschlagskraft der Gastgeber: elf Schüsse aus dem Sechzehner und zusätzlich zehn Versuche von außerhalb zeigen, dass Plzen sowohl in Zentrumsnähe als auch aus der zweiten Reihe wiederholt zum Abschluss kam. Sparta blieb mit sieben Schüssen aus dem Strafraum und nur vier aus der Distanz insgesamt seltener in Abschlusspositionen. Gleichzeitig war die Zielgenauigkeit beider Teams im Verhältnis ähnlich, wenn man die Schüsse aufs Tor betrachtet, denn Plzen brachte 7 Schüsse aufs Tor, Sparta fünf. Der Unterschied lag damit vor allem in der Menge an Situationen, die Plzen überhaupt bis zum Abschluss brachte.
Entscheidend für das Ergebnis war die Torhüterleistung der Gäste: Jakub Surovčík parierte sechs Bälle und erhielt mit 9.7 ein außergewöhnlich hohes Spielerrating, das den Spielverlauf gut abbildet. Auf der anderen Seite musste Florian Wiegele fünfmal eingreifen und kam auf ein Rating von 7.2, was Spartas weniger häufige, aber dennoch vorhandene Gefahrenmomente stützt. In Summe war es ein Spiel, in dem Plzen mehr Druck über Wiederholung und Volumen erzeugte, die letzte Konsequenz vor dem Tor aber ausblieb, während Sparta seine geringere Chancezahl über den Torwart absicherte.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Sparta Prag hatte mit 55 Prozent mehr Ballbesitz und spielte auch deutlich mehr Pässe, 361 gegenüber 286 bei Viktoria Plzen. Auch bei den erfolgreichen Pässen lag Sparta vorn, 267 zu 212. Diese Werte sprechen für längere Passsequenzen der Gäste, allerdings ohne die passende Übersetzung in ein entsprechendes Chancenplus. Das Spiel kippte deshalb nicht in Richtung Sparta, sondern entwickelte sich zu einer Partie, in der Ballbesitzphasen und Chancenverteilung auseinanderliefen.
Plzens geringerer Ballbesitz passte zum deutlich höheren Schussvolumen. Das deutet darauf hin, dass die Gastgeber ihre Angriffe schneller in Abschlüsse überführten oder häufiger zu zweiten Bällen und Anschlussaktionen kamen, ohne die Zirkulation lange auszudehnen. Ein Blick auf abgewehrte Schüsse unterstützt dieses Bild: Sparta blockte sieben Plzener Versuche, Plzen dagegen nur einen. Das zeigt, wie oft Plzen in Schusspositionen kam, die Sparta nur noch in der letzten Linie verteidigen konnte, während Spartas Abschlüsse häufiger ungeblockt oder aus klareren Sichtlinien genommen wurden, insgesamt aber zu selten waren.
Individuell stach bei Plzen Václav Jemelka heraus. Er gewann elf von elf Duellen, sammelte drei Tacklings und kam auf vier Interceptions bei einem Rating von 8.3, dem klaren Ausreißer im Heimteam. Das passte dazu, dass Sparta trotz Ballbesitz nicht konstant in torgefährliche Zonen kam und Plzen viele Situationen schon vor dem Strafraum bereinigte oder zweite Bälle behauptete. Auf der Gästeseite war Kasper Kairinen mit einem Rating von 7.6 und drei Key Pässen einer der wenigen, über die sich Spielanteile auch in Richtung letzter Pass verdichten ließen, ohne dass daraus genügend Abschlüsse entstanden.
Schlüsselphasen, VAR und Spielunterbrechungen
Die markanteste Szene der zweiten Halbzeit war die VAR-Entscheidung in der 51. Minute, als ein Strafstoß für Viktoria Plzen bestätigt wurde. Da das Spiel am Ende torlos blieb, war diese Phase zugleich ein Wendepunkt in dem Sinn, dass Plzen die größte Möglichkeit hatte, den Chancenüberhang in Führung umzumünzen, ohne dass der Spielstand sich veränderte. In der Folge blieb die Partie offen, weil Sparta trotz des Rückschlags im Ereigniswert nicht in Rückstand geriet.
Bereits zur Pause reagierte Sparta mit zwei Wechseln: Andrew Irving und Albion Rrahmani gingen, Jakub Martinec und Matyáš Vojta kamen. Irving hatte zuvor in der 28. Minute Gelb gesehen und brachte bis zu seiner Auswechslung ein solides Paket aus Passspiel und Zweikämpfen ein, was sich auch in seinem Rating von 7.3 spiegelte. Der frühe Doppelwechsel deutete auf eine gezielte Anpassung hin, änderte aber nichts daran, dass Sparta insgesamt bei elf Schüssen blieb und damit deutlich hinter Plzen zurücklag.
Plzen wechselte ab der 62. Minute ebenfalls doppelt, später folgten weitere Wechsel in der 69. sowie in der 82. Minute. Diese personellen Veränderungen fielen in eine Phase, in der Plzen den Gegner weiter zu Abschlüssen zwang, erkennbar auch an der hohen Zahl an Eckbällen von 10:6. Das Kartenbild zeigte gleichzeitig eine zunehmende Reibung: Sparta sah vier Gelbe Karten, darunter in der Schlussphase Gelb für Mannsverk und Jaroslav Zelený, Plzen blieb bei einer Verwarnung, die Prince Kwabena Adu kurz nach seiner Einwechslung erhielt. Insgesamt stützten Fouls und Karten die Interpretation eines intensiven Endabschnitts, ohne dass sich daraus ein entscheidender Vorteil in Form eines Treffers ergab.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen Viktoria Plzen und Sparta Prag am 23. Spieltag der 1. česká fotbalová liga 2025-2026
- Plzen mit klarem Chancenplus über 21:11 Schüsse und 2.00:0.87 Expected Goals, ohne Torerfolg
- Sparta mit mehr Ballbesitz und mehr Pässen, aber ohne entsprechendes Abschlussvolumen
- Jakub Surovčík als zentraler Faktor mit sechs Paraden und einem Rating von 9.7
- VAR-bekräftigter Strafstoß für Plzen in der 51. Minute als Schlüsselereignis ohne Torfolge