Der SC Freiburg gewann am vierten Spieltag der Bundesliga 2025-2026 beim SV Werder Bremen mit 3:0. Zur Pause stand es nach einem verwandelten Elfmeter 0:1, in der zweiten Halbzeit fiel früh das 0:2. Später kam es zu einem weiteren Treffer, wodurch das Spiel klar entschieden wurde.
Ergebnisbild und Chancenverteilung
Das 0:3 steht in einem auffälligen Verhältnis zu den Grunddaten des Spiels: Der SV Werder Bremen hatte mit 62 Prozent deutlich mehr Ballbesitz und brachte es auch auf mehr Abschlüsse, zwölf gegenüber zehn. Bei den Schüssen aufs Tor lag jedoch Gleichstand vor, jeweils 5, wodurch sich das Spiel in der letzten Aktion vor dem Tor nicht über Menge, sondern über Wirkung entschied.
Diese Wirkung lässt sich auch über die Expected Goals abbilden. Freiburg kam auf 2,42 xG, Bremen auf 1,22, trotz Bremer Übergewicht bei Pässen und Ballbesitz. Das deutet darauf hin, dass Freiburg die klareren Situationen hatte und Bremen zwar häufiger in Abschlusspositionen kam, dabei aber seltener Abschlüsse aus wirklich aussichtsreichen Zonen erzeugte. Der Blick auf die Verteilung innerhalb und außerhalb des Sechzehners ist dabei nur ein Teil der Erklärung: Bremen schoss achtmal aus dem Strafraum, Freiburg sechsmal, dennoch lag Freiburg in der Qualität deutlich vorne.
Entscheidend war außerdem die Torhüterlinie. Noah Atubolu hielt fünf Bälle und erhielt mit 9,0 ein herausragendes Rating, das die Phase widerspiegelt, in der Bremen bei gleichen Schüssen aufs Tor ohne Ertrag blieb. Auf der Gegenseite wehrte Mio Backhaus drei Bälle ab, kassierte aber drei Gegentore; sein Rating von 7,3 fällt dabei höher aus, als es das Ergebnis vermuten lässt, was zu den drei Paraden und insgesamt soliden Aktionen im Spielaufbau passt.
Schlüsselereignisse und Spielphasen
Die erste klare Weichenstellung erfolgte in Minute 33, als Vincenzo Grifo einen Elfmeter zum 0:1 verwandelte. In der Folge blieb es bis zur Pause bei diesem Spielstand, was Bremen trotz des Ballbesitzvorteils unter Zugzwang hielt, ohne dass sich dies bereits in einem Torerfolg niederschlug.
Unmittelbar nach Wiederbeginn verschob sich das Spiel in Richtung eines klareren Freiburg-Vorteils. In Minute 54 erhöhte Junior Chukwubuike Adamu nach Vorarbeit von Grifo auf 0:2. Damit wurde aus einer knappen Partie eine Situation, in der Bremen mehr Risiko gehen musste, während Freiburg mit dem Vorsprung im Rücken die Spielkontrolle ohne hohen Ballbesitz organisieren konnte.
In Minute 58 wurde nach VAR-Entscheidung ein Bremer Strafstoß bestätigt, doch aus den vorliegenden Daten ergibt sich kein Torerfolg aus dieser Szene. Der Spielstand blieb damit bei 0:2, was für den weiteren Verlauf zentral war: Bremen erhielt zwar ein Ereignis, das das Spiel hätte drehen können, blieb aber ohne den notwendigen Ertrag.
Die Schlussphase wurde in Minute 75 endgültig entschieden, als A. Coulibaly ein Eigentor unterlief, vorbereitet durch Adamu. Damit wuchs der Abstand auf 0:3 und nahm dem Spiel den letzten offenen Charakter. Dass Freiburg danach mit Wechseln bis in die Nachspielzeit hinein verwaltete, passt zum Verlauf, ohne dass sich daraus weitere zwingende Torraumszenen ableiten lassen.
Duellführung, Disziplin und Einfluss einzelner Akteure
Die Verteilung der Karten zeigt eine zunehmend körperliche und unterbrechungsreiche Partie aus Bremer Sicht. Bremen sammelte fünf Gelbe Karten bei dreizehn Fouls, Freiburg blieb bei zwei Gelben Karten und sieben Fouls. Auffällig ist dabei, dass Bremer Verwarnungen früh nach der Pause kamen, etwa gegen Jens Dalsgaard Stage in Minute 48 und gegen Marco Grüll in Minute 49, was in eine Phase fiel, in der Freiburg kurz darauf auf 0:2 stellte.
Individuell stach bei Freiburg Vincenzo Grifo heraus. Mit einem Elfmetertor, einer Vorlage und einem Rating von 8,5 prägte er die entscheidenden Aktionen bis zu seiner Auswechslung in Minute 69. Sein Einfluss ist zudem über zwei Key Pässe und direkte Beteiligung an beiden ersten Toren belegt, wodurch Freiburg trotz nur 38 Prozent Ballbesitz zu klaren Abschlusssituationen kam.
Auch Junior Chukwubuike Adamu hatte messbaren Einfluss. Er erzielte das 0:2, bereitete das Eigentor mit vor und gewann dreizehn von sechzehn Duellen, was den Charakter seiner Partie beschreibt: nicht über hohe Passzahlen, sondern über Durchsetzungsfähigkeit in direkten Aktionen. Das Rating von 7,3 ordnet sich dabei stimmig in seine Torbeteiligungen und die hohe Zweikampfquote ein.
Auf Bremer Seite war Marco Friedl einer der wenigen Spieler, deren Leistungsdaten gegen das Ergebnis anarbeiteten. Er brachte ein Rating von 7,2, gewann fünf von sechs Duellen und sammelte vier Tackles, dazu eine sehr hohe Passbeteiligung mit 91 Pässen bei 85 angekommenen. Gleichzeitig blieb der Einfluss dieses Aufbauspiels auf die Torgefahr begrenzt, weil Bremen insgesamt zwar zu fünf Schüssen aufs Tor kam, diese aber von Atubolu geklärt wurden und sich in der Summe nicht in Tore übersetzten.
Zusammenfassung
- Der SC Freiburg gewann in der Bundesliga 2025-2026 beim SV Werder Bremen 3:0, zur Pause stand es 1:0 durch einen Elfmeter.
- Bremen hatte mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse, Freiburg aber die deutlich höhere Chancenqualität bei 2,42 zu 1,22 Expected Goals.
- Die Partie kippte nach dem 0:2 in Minute 54, das 0:3 durch ein Eigentor in Minute 75 entschied endgültig.
- Noah Atubolu hielt fünf Schüsse aufs Tor und prägte mit seinem Rating 9,0 den Unterschied in der Effizienz, während Grifo mit Tor und Assist die Schlüsselaktionen lieferte.