In der Ekstraklasa 2025-2026 gewann der Radomiak Radom am dreißigsten Spieltag bei der Wisla Plock mit 1:0. Zur Pause stand es 0:0, bevor Maurides Roque Junior in der 73. Minute nach Vorlage von Rafał Wolski das einzige Tor erzielte. Der Spielverlauf war über weite Strecken von mehr Ballbesitz und höherem Abschlussvolumen der Gäste geprägt.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Der Radomiak Radom legte die Partie über Ballbesitz und Passvolumen an. Mit 57 Prozent Ballbesitz sowie 454 Pässen bei 397 erfolgreichen Zuspielen bewegten die Gäste den Ball häufiger und sauberer als die Wisla Plock, die bei 43 Prozent Ballbesitz auf 328 Pässe und 253 erfolgreiche kam. Die Relationen deuten darauf hin, dass Radomiak längere Phasen im geordneten Aufbau und in Ballzirkulation verbrachte, während Wisla häufiger in Sequenzen mit kürzerem Ballbesitz und weniger Passfolgen kam.
Gleichzeitig blieb das Spiel nicht einseitig in Richtung der Gäste, weil Plock im eigenen Spiel zwar weniger Ballbesitz hatte, aber nicht völlig aus dem letzten Drittel gedrängt wurde. Das zeigt sich daran, dass beide Teams bei den Eckbällen gleichauf lagen, jeweils sieben, und Plock trotz geringerer Passzahlen insgesamt zehn Abschlüsse erreichte. Der Unterschied lag vor allem darin, wie konstant Radomiak über die gesamte Spielzeit zu Angriffen kam, was sich im höheren Abschlussvolumen von siebzehn Schüssen und sechs Schüssen aufs Tor widerspiegelte.
Chancenprofil und Effizienz
Im offenen Chancenprofil war die Wisla Plock nicht chancenlos, im Gegenteil: Mit 1,24 Expected Goals lag der Heimwert sogar über den 0,93 des Radomiak. Dennoch endete das Spiel 0:1, weil Radomiak deutlich mehr seiner Abschlüsse auf das Tor brachte. Das Verhältnis bei den Schüssen aufs Tor lag bei 2:6 aus Sicht der Wisla, und damit waren die klaren Torabschlussmomente der Gäste häufiger mit unmittelbarer Torhüteraktion verbunden.
Die Verteilung der Abschlusszonen unterstreicht diesen Unterschied in der Nachhaltigkeit der Angriffe. Radomiak kam auf elf Schüsse innerhalb des Sechzehners und zusätzlich sechs von außerhalb, Plock auf sieben im Strafraum und drei aus der Distanz. Das spricht für mehr Aktionen der Gäste in torgefährlichen Räumen, auch wenn die reine erwartete Torwahrscheinlichkeit am Ende zugunsten der Wisla ausfiel. Ergänzend passt dazu die Zahl der abgewehrten Schüsse: Radomiak sah sich sechs geblockten Versuchen gegenüber, Plock nur zwei. Das deutet darauf hin, dass Plock häufiger in Situationen zum Abschluss kam, in denen Radomiak noch Zugriff auf den Schussweg hatte, während Radomiak öfter zu Abschlüssen kam, die eher bis zum Tor durchkamen.
Die Torhüterwerte stützen dieses Bild. Rafał Leszczyński musste fünf Paraden leisten, Filip Majchrowicz nur zwei. Plock erzeugte also durchaus Momente, die eine Rettung erzwangen, doch Radomiak hatte insgesamt die größere Zahl an Abschlüssen, und im entscheidenden Moment reichte ein sauber zu Ende gespielter Angriff: Nach der Einwechslung von Maurides Roque Junior in der 72. Minute fiel nur eine Minute später das 0:1, vorbereitet von Rafał Wolski. Maurides brachte bei seinem einzigen Abschluss zugleich den einzigen Schuss aufs Tor von ihm unter und entschied damit die Effizienzfrage zugunsten der Gäste.
Entscheidende Phasen und Personalwechsel
Bis zur Pause blieb es beim 0:0, ohne dass ein frühes Ereignis die Statik auflöste. Direkt nach dem Seitenwechsel reagierte die Wisla Plock mit einem Wechsel, Tomás Franco Tavares kam zur zweiten Halbzeit für Kyriakos Savvidīs. Auf Gästeseite folgten zwischen der 57. und 58. Minute zwei Wechsel, die die Offensive neu besetzten: Roberto Emanuel Oliveira Alves ersetzte Elves Umar Baldé, und Salifou Soumah kam für Vasco Rafael Fortes Lopes. Diese Phase markierte eine spürbare Umstellung im Personal, bevor Radomiak in der Schlussviertelstunde den entscheidenden Impuls setzte.
Der Schlüsselabschnitt begann mit dem Tausch in der Sturmspitze: Maurides Roque Junior kam in der 72. Minute für Abdoul Fessal Tapsoba und war unmittelbar darauf in der 73. Minute der Torschütze. Die zeitliche Nähe zwischen Einwechslung und Treffer ist das zentrale Ereignis der Partie, weil es aus einem bis dahin torlosen Spiel einen verwaltbaren Vorsprung machte. Die Wisla reagierte ebenfalls in dieser Minute mit Quentin Lecoeuche für D. Gallapeni und kurz darauf mit Deni Jurić für Daniel Pacheco Lobato. Damit verschob sich Plock in der Schlussphase personell, ohne den Rückstand noch auszugleichen.
In den individuellen Daten stach bei der Wisla vor allem Daniel Pacheco Lobato mit einem Rating von 7,9 heraus, dem höchsten Wert seines Teams, unter anderem gestützt durch drei Key Pässe und eine vollständige Quote bei drei erfolgreichen Dribblings. Dazu passte Wiktor Nowak mit Rating 7,0 und einem Schuss aufs Tor als einer der Akteure, die Plocks Offensivaktionen mittrugen. Defensiv hielt Leszczyński mit Rating 7,7 und fünf Paraden das Spiel lange offen, trotz des hohen Drucks durch sechs Schüsse aufs Tor der Gäste. Beim Radomiak ragte Maurides mit Rating 7,3 als Torschütze heraus, während Adrián Diéguez Grande mit Rating 7,2 und sieben Interceptions die Arbeit gegen Plocks Angriffe prägte. Christos Donis lag ebenfalls bei 7,3, bevor er nach seiner Gelben Karte aus der ersten Halbzeit in der 80. Minute ausgewechselt wurde.
Zusammenfassung
- Radomiak Radom gewinnt bei der Wisla Plock in der Ekstraklasa 2025-2026 mit 1:0.
- Radomiak hat mehr Ballbesitz und deutlich mehr Abschlüsse, Plock liegt bei den Expected Goals vorn.
- Das Schuss-aufs-Tor-Verhältnis von 2:6 und fünf Paraden von Leszczyński zeigen die höhere Frequenz klarer Gästeabschlüsse.
- Das Tor fällt in der 73. Minute durch Maurides Roque Junior nach Vorlage von Rafał Wolski, direkt nach Maurides’ Einwechslung.
- Plock bleibt über Einzelaktionen im Spiel, kann die Schlussphase nach mehreren Wechseln jedoch nicht mehr zum Ausgleich nutzen.