Der TSV Hartberg gewann am 13. Spieltag der Österreich Bundesliga 2025-2026 in der Lavanttal Arena mit 2:1 beim Wolfsberger AC. Hartberg ging in der ersten Halbzeit in Führung und legte nach einer Gelb-Roten Karte kurz nach der Pause den zweiten Treffer nach. Der WAC kam spät durch ein Eigentor zum Anschluss und beendete das Spiel nach einer VAR-gestützten Roten Karte in Unterzahl.
Ballbesitzdominanz und einseitige Spielkontrolle ohne passenden Ertrag
Der Spielverlauf wurde über weite Strecken durch den Ballbesitz des Wolfsberger AC geprägt, der mit 79 Prozent extrem hoch ausfiel. Diese Kontrolle zeigte sich auch in der Passstatistik: 714 gespielte Pässe beim WAC gegenüber 200 bei Hartberg, dazu 648 erfolgreiche Zuspiele beim Heimteam gegenüber 121 beim Gast. Hartberg nahm die lange Verteidigungsphase in Kauf und blieb im eigenen Ballbesitz sehr selektiv, wodurch sich das Spiel häufig in Richtung Hartberger Strafraum verlagerte.
Aus dieser Dominanz entstand auch ein deutliches Schussverhältnis von 24:6 für den WAC. Gleichzeitig blieb die Qualität und die Durchschlagskraft der Abschlüsse begrenzt, was sich im Verhältnis von Schüssen aufs Tor zeigt: Trotz der vierfachen Anzahl an Versuchen brachte der WAC nur 4:3 Schüsse aufs Tor zustande. Passend dazu lag der Expected-Goals-Wert des WAC mit 1,54 zwar klar über Hartbergs 0,71, aber nicht in einem Bereich, der aus der klaren Feldüberlegenheit zwingend mehrere Treffer erwarten ließ.
Der WAC kam häufig in Abschlusspositionen, auch innerhalb des Sechzehners mit 16:4 Schüssen, traf dort aber zu selten sauber in Richtung Tor oder ließ viele Versuche blocken. Zehn abgewehrte Schüsse unterstreichen, wie häufig Hartberg im Strafraum noch in den Schussweg kam und den hohen Druck in vielen Situationen zumindest bis zum Abschluss kontrollierbar hielt.
Effizienz und Timing der Tore gegen die Spielrichtung
Hartberg setzte die entscheidenden Nadelstiche mit klarer Zielstrebigkeit. In der 28. Minute fiel das 0:1 durch Maximilian Sebastian Marc Hennig nach Vorlage von Tobias Kainz. In einer Phase, in der der WAC bereits deutlich mehr Ballbesitz hatte, brachte Hartberg einen seiner wenigen Angriffe in eine direkte Torchance und verwertete diese mit einem der insgesamt drei Schüsse aufs Tor.
Der zweite Treffer folgte in der 74. Minute, als Elias Havel nach Assist von Hamaciré Youba Diarra zum 0:2 traf. Bemerkenswert ist dabei der Kontext: Hartberg spielte seit der 49. Minute nach Gelb-Rot für einen Spieler mit der ID 523149 in Unterzahl und blieb dennoch effizient. Statt sich ausschließlich auf das Verteidigen des Strafraums zu beschränken, reichte ein sauber zu Ende gespielter Moment, um den Vorsprung auszubauen, obwohl Hartberg in Summe nur sechs Abschlüsse hatte und damit klar unter dem Druckniveau des WAC blieb.
Der Anschluss des WAC kam erst in der 86. Minute und nicht durch einen eigenen Torschützen, sondern als Eigentor von Dominic Vincze. Dieser Zeitpunkt passt zur Gesamtdynamik: Der WAC war über die gesamte Spielzeit im letzten Drittel präsent, fand aber bis in die Schlussphase keinen Abschluss, der Hartbergs Torhüter dauerhaft überwinden konnte. Tom Ritzy Hülsmann hielt bei vier Paraden die Linie, was bei nur vier WAC-Schüssen aufs Tor eine hohe Quote an verhindertem Ertrag bedeutet.
Karten, Spielphasen und individuelle Beiträge im statistischen Bild
Die Disziplin- und Kartenstatistik prägte die Spielphasen sichtbar. Hartberg kassierte bereits früh Gelb für Dominik Prokop in der 13. Minute, ehe der Spieler mit der ID 523149 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Gelb sah und kurz nach Wiederbeginn in der 49. Minute Gelb-Rot erhielt. In der Folge verschob sich das Spiel erwartbar noch stärker in Richtung Hartberger Strafraum, was sich über das Volumen an WAC-Abschlüssen und den hohen Passzahlen bestätigte. Dennoch blieb Hartberg in den Zweikämpfen präsent, gewann Duelle in wichtigen Situationen und blockte viele Abschlüsse, wodurch die Unterzahl nicht automatisch zu einer offenen Schlussphase führte.
Beim WAC fiel eine späte Eskalation ins Gewicht: René Renner sah in der 90. Minute plus sechs nach VAR-Eingriff die Rote Karte wegen Tätlichkeit. Dieses Ereignis lag zeitlich nach dem Eigentor zum 1:2 und änderte den Spielstand nicht mehr, setzte aber einen klaren Schlusspunkt in einer Phase, in der der WAC noch auf den Ausgleich drängte. Insgesamt blieb das Foulverhältnis mit 11:9 relativ eng, ebenso die Abseitszahlen mit 2:3, was darauf hindeutet, dass Hartberg die wenigen Offensivmomente eher direkt und mit klaren Laufwegen suchte.
In den individuellen Statistiken lassen sich beim WAC drei Akzente herauslesen. Dejan Zukić stach mit dem höchsten WAC-Rating von 8,3 heraus und verband dies mit sechs Key-Pässen, was den konstanten Versuch erklärt, aus Ballbesitz Überzahlsituationen in der letzten Linie zu schaffen. Alessandro André Schöpf folgte mit 7,7 und hoher Passbeteiligung, während Dominik Baumgartner mit 7,6 ebenfalls auffällig war, unter anderem durch vier Key-Pässe aus einer tiefen Position. Auf Hartberger Seite lieferte Torschütze Hennig mit 8,0 das stärkste Team-Rating und verband seinen einen Schuss aufs Tor direkt mit dem Führungstreffer, während Havel mit 7,9 seinen einzigen Schuss aufs Tor zum 0:2 nutzte. Dazu passte Hülsmanns 7,3 als Stabilitätsfaktor mit vier Paraden in einer Partie, in der Hartberg sehr viel Zeit ohne Ball überstehen musste.
Zusammenfassung
- Der TSV Hartberg gewann beim Wolfsberger AC mit 2:1 und traf in der 28. und 74. Minute, der WAC verkürzte in der 86. Minute durch ein Eigentor.
- Der WAC dominierte Ballbesitz und Passvolumen mit 79 Prozent sowie 714:200 Pässen, blieb aber bei 24:6 Schüssen im Ertrag begrenzt und brachte nur 4:3 Schüsse aufs Tor zustande.
- Hartberg spielte ab der 49. Minute nach Gelb-Rot in Unterzahl, erzielte dennoch das zweite Tor und verteidigte viele WAC-Abschlüsse über Blocks und Torhüterparaden.
- Schlüsselbeiträge im Zahlenbild kamen beim WAC von Dejan Zukić mit Rating 8,3 und sechs Key-Pässen sowie bei Hartberg von Maximilian Sebastian Marc Hennig mit Rating 8,0 und Elias Havel mit Rating 7,9 als Torschützen.
- In der Schlussphase sah der WAC nach VAR eine Rote Karte gegen René Renner, ohne dass sich der Spielstand danach noch veränderte.