Der US Lecce gewann am 28. Spieltag der Serie A 2025-2026 mit 2:1 gegen die US Cremonese. Die Gastgeber gingen in der ersten Halbzeit mit zwei Toren in Führung, darunter ein Treffer per Elfmeter. Direkt nach der Pause verkürzte die US Cremonese, brachte den Ausgleich aber nicht mehr zustande.
Frühe Effizienz entscheidet die Ausgangslage
Lecce setzte die entscheidenden Akzente in der ersten Hälfte, ohne dabei über lange Phasen die Spielkontrolle über Ballbesitz auszuüben. Das 1:0 fiel in der 22. Minute durch Santiago Daniel Pierotti nach Vorlage von Antonino Gallo, wodurch Lecce seine Angriffe früh mit einem klaren Ertrag unterlegte. Der zweite Treffer folgte in der 38. Minute als verwandelter Elfmeter durch Nikola Štulić und erhöhte zur Pause auf 2:0, obwohl die Gesamtstatistik später ein leichtes Plus an Abschlüssen für Cremonese ausweist.
Die Zahlen stützen diese Einordnung: Lecce kam insgesamt auf 9:10 Schüsse, lag bei den Schüssen aufs Tor aber nur knapp hinten mit 3:5. Entscheidend war, dass Lecce aus einem erwartbaren Chancenwert von 1.60 zwei Tore machte, während Cremonese bei 0.96 Expected Goals trotz mehr Spielanteilen lediglich einmal traf. Der Spielverlauf wurde damit vor allem von der Konstellation geprägt, dass Lecce früh vorlegte und Cremonese anschließend aus einem Rückstand heraus agieren musste.
In den individuellen Beiträgen stach auf Lecce-Seite vor allem die linke Seite hervor: Gallo lieferte den Assist und kam als einer der prägenden Akteure auf ein Rating von 7.9. Pierotti verband sein Tor mit drei Key-Pässen und erreichte ebenfalls 7.9, womit Lecce trotz insgesamt nur 258 Pässen wiederholt in wenigen Aktionen zu klaren Situationen im letzten Drittel kam.
Cremonese mit mehr Ballbesitz, aber begrenztem Durchschlag
Cremonese hatte mit 59 zu 41 Prozent mehr Ballbesitz und spielte auch deutlich mehr Pässe mit 355 zu 258. Die höhere Passzahl und das Plus bei erfolgreichen Zuspielen von 249 zu 179 spiegeln wider, dass Cremonese längere Angriffsphasen aufziehen konnte und Lecce häufiger in tiefere Verteidigungsarbeit drängte. Gleichzeitig blieb der Ertrag im Strafraum begrenzt: Bei den Schüssen innerhalb des Sechzehners lag Cremonese nur knapp vorne mit 8:7, ohne daraus eine klare Abschlussdominanz zu entwickeln.
Der Anschlusstreffer in der 47. Minute passte in dieses Bild, weil er direkt nach der Pause aus einer zielgerichteten Aktion entstand: Federico Bonazzoli traf nach Vorlage von Milan Đurić. Bonazzoli schloss damit seinen effizientesten Moment ab, was sich auch im Spielerrating von 8.2 widerspiegelt, dem klaren Ausreißer nach oben bei Cremonese. Dennoch blieb es in der Folge bei einem Spiel, in dem Cremonese zwar häufiger in Ballbesitz war, aber nicht konsequent genug in eine Serie klarer Abschlüsse kam, um den Rückstand vollständig zu drehen.
Ein weiterer Hinweis auf die Art der Chancenverteilung liegt bei den Torhüteraktionen: Lecce-Torhüter Wladimiro Falcone verzeichnete vier Paraden in der Teamstatistik und drei Saves in seiner Spielerstatistik, während Cremonese-Keeper Emilio Audero nach Datenlage nur eine Parade verbuchte und zwei Gegentore kassierte. Das unterstreicht, dass Cremonese zwar auf fünf Schüsse aufs Tor kam, diese aber nicht in eine zweite Toraktion ummünzen konnte, während Lecce aus weniger aufs Tor gebrachten Abschlüssen insgesamt effektiver blieb.
Zweite Halbzeit: Druckphase, viele Unterbrechungen, Lecce verteidigt den Vorsprung
Nach dem 2:1 direkt nach Wiederbeginn reagierte Cremonese umgehend mit personellen Maßnahmen: Zur Pause kamen Alessio Zerbin, Milan Đurić und Martín Payero, während Matteo Bianchetti, Jamie Richard Vardy und Jari Vandeputte das Feld verließen. Der schnelle Effekt war sichtbar, weil der Anschlusstreffer bereits in der 47. Minute fiel und damit den Charakter der zweiten Halbzeit definierte: Cremonese musste nicht mehr nur auf Ballbesitz setzen, sondern brauchte Abschlüsse zum Ausgleich.
Gleichzeitig blieb das Spiel in dieser Phase stark von Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägt. Cremonese beging 27 Fouls, Lecce 19, dazu kamen insgesamt drei Gelbe Karten auf dem Feld, zwei davon für Cremonese. Diese Häufung an Fouls verringerte die Zahl längerer, flüssiger Angriffswellen und führte dazu, dass Cremonese trotz Spielanteilen nicht dauerhaft im Strafraum bleiben konnte. Dass beide Teams am Ende jeweils vier Ecken hatten, passt zu einem Spiel, in dem zwar Phasen im letzten Drittel entstanden, aber keine klare Standardsdominanz den Ausschlag gab.
Lecce setzte in der Schlussphase stärker auf Stabilisierung über Wechsel: Walid Cheddira ersetzte den Elfmeterschützen Štulić in der 65. Minute, später folgten Omri Gandelman und Gaby Jean in der 79. Minute sowie Sadik Fofana kurz vor Schluss. Diese Sequenz fällt zeitlich in die Phase, in der Cremonese mit weiteren Wechseln nachlegte, unter anderem durch David Okereke und später Arnaldo Sanabria. Im Ergebnis blieb es aber dabei, dass Lecce das 2:1 über die verbleibende Spielzeit brachte, ohne die Partie über eine eigene Abschlussserie erneut in Richtung 3:1 zu verschieben.
Zusammenfassung
- Lecce entschied das Spiel gegen die US Cremonese mit einer 2:0-Führung zur Pause durch Pierottis Treffer und Štulićs Elfmeter
- Cremonese hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, blieb aber gemessen an 0.96 Expected Goals und fünf Schüssen aufs Tor beim einen Treffer
- Der Anschlusstreffer direkt nach der Pause durch Bonazzoli nach Đurić-Vorlage erhöhte den Druck, führte aber nicht zum Ausgleich
- Lecce nutzte 1.60 Expected Goals für zwei Tore und verteidigte den Vorsprung trotz 9:10 Schüssen und 3:5 Schüssen aufs Tor über die zweite Halbzeit