In der 14. Runde der Österreich Bundesliga 2025-2026 gewann der LASK in der Merkur Arena mit 3:1 beim SK Sturm Graz. Sturm ging früh in Führung, danach drehte der LASK die Partie noch vor der Pause und erhöhte nach dem Seitenwechsel. In der Schlussphase wurde ein Strafstoß für Sturm nach VAR-Entscheidung wieder zurückgenommen.
Ballbesitz und Spielrichtung
Die Partie war über weite Strecken klar in den Ballbesitzwerten verteilt: Der SK Sturm Graz hatte 72 Prozent Ballbesitz und kam auf 639 Pässe, der LASK stand bei 28 Prozent und 245 Pässen. Damit lag die Spielrichtung häufig in Richtung LASK-Tor, was sich auch im Schussverhältnis von 22:12 für Sturm abbildete. Gleichzeitig blieb der Unterschied im präzisen Endprodukt kleiner, weil beide Teams jeweils sechs Schüsse aufs Tor verzeichneten.
Sturm erzeugte seine Abschlusszahl nicht nur über Distanz, sondern vor allem aus dem Strafraum: vierzehn der zweiundzwanzig Schüsse kamen aus dem Sechzehner. Der LASK lag dort mit zehn Strafraumabschlüssen ebenfalls hoch, obwohl er insgesamt deutlich weniger Abschlüsse hatte. Diese Relation erklärt, warum das Expected-Goals-Bild trotz der Sturm-Dominanz im Ballbesitz enger blieb: 2,15 zu 1,72 zugunsten von Sturm, aber nicht in einem Verhältnis, das das Ergebnis automatisch abbildet.
Im Passspiel war Sturm zwar deutlich umfangreicher und auch sauberer, mit 540 erfolgreichen Pässen, der LASK kam auf 168. Entscheidend war jedoch, dass der LASK seine wenigen Ballbesitzphasen in Situationen brachte, aus denen direkte Abschlüsse entstanden, während Sturm häufiger an der letzten Aktion arbeitete und dabei auch acht abgewehrte Schüsse hinnehmen musste. Die Zahlen deuten damit auf ein Spiel hin, in dem Sturm mehr Sequenzen im letzten Drittel hatte, der LASK aber die besseren Momente pro Angriffszug setzte.
Torfolge und Effizienz in den Schlüsselphasen
Der Einstieg gehörte Sturm: In der siebten Minute traf Otar Kiteishvili nach Vorarbeit von Jon Gorenc Stankovič zum 1:0. Schon daran lässt sich ablesen, dass Sturm früh Zugriff auf das Spiel bekam, denn das Tor fiel zu einem Zeitpunkt, als sich der Ballbesitzvorteil noch verfestigte. Kiteishvili war auch darüber hinaus zentraler Taktgeber der Offensivphasen, mit vier Key Pässen und zwei Schüssen aufs Tor bei insgesamt zwei Abschlüssen.
Die entscheidende Verschiebung im Spielstand kam innerhalb von zwei Minuten: Der LASK glich in der 25. Minute durch Kasper Poul Mølgaard Jørgensen aus, vorbereitet von George Bello, und ging in der 27. Minute durch Moses Usor nach Assist von Samuel Adeniran in Führung. In dieser Phase zeigte sich die Effizienz des LASK: Aus vergleichsweise wenigen Aktionen entstanden zwei Tore, die das Spiel von einem frühen Rückstand in eine Führung drehten. Während Sturm weiter über hohe Ballzirkulation kam, hatte der LASK in dieser Phase die Durchschlagskraft, seine Abschlüsse in Tore umzuwandeln.
Nach der Pause blieb Sturm zunächst bei der Linie, über Spielanteile zurück ins Spiel zu kommen, wechselte zur Halbzeit Axel Kayombo für Maurice Malone und erhöhte die Aktivität in Richtung Strafraum weiter. Doch das nächste Tor fiel erneut auf der Gegenseite: In der 60. Minute stellte Kryštof Daněk nach einer weiteren Vorlage von Adeniran auf 3:1. Damit hatte der LASK drei Tore aus zwölf Abschlüssen, Sturm stand am Ende bei einem Tor aus zweiundzwanzig Schüssen. Der Torwartfaktor ordnete diese Effizienz zusätzlich ein: Lukas Jungwirth kam beim LASK auf fünf Paraden und kassierte nur ein Gegentor, während Oliver Christensen bei Sturm drei Paraden verzeichnete und drei Gegentore zuließ.
Zweikämpfe, Unterbrechungen und die späte VAR-Szene
Ein auffälliger Kontrast zeigte sich in der Intensität gegen den Ball und in den Unterbrechungen: Der LASK beging sechzehn Fouls und sah drei Gelbe Karten, Sturm blieb ohne Verwarnung und kam nur auf vier Fouls. Das passt zu einem Spiel, in dem der LASK häufig in Phasen verteidigte, in denen er Lauf- und Zweikampfarbeit gegen Sturms Ballbesitz leisten musste. Gleichzeitig konnte Sturm aus der hohen Spielkontrolle kein dauerhaftes Druckmoment in Tore umsetzen, obwohl es acht Ecken gab und damit doppelt so viele wie beim LASK.
In den individuellen Daten wird sichtbar, wer die Phasen prägte, ohne dass daraus zwingend Zählbares entstand. Bei Sturm war Kiteishvili mit einem Spielerrating von 8,7 der klare Ausreißer und verband Torabschluss, Passspiel und Duellführung, er gewann zehn von fünfzehn Duellen. Stankovič brachte mit einem Rating von 7,7 neben dem Assist auch vier Abschlüsse ein und war damit ein wichtiger zweite Welle-Spieler. Auf LASK-Seite ragte Jørgensen mit einem Rating von 8,2 heraus, er traf mit seinem einzigen Schuss aufs Tor und lieferte zusätzlich drei Tackles sowie drei Interceptions, was seine Rolle in beiden Spielphasen unterstreicht.
Die Schlussphase blieb trotz des Zwei-Tore-Rückstands nicht frei von einem möglichen Wendepunkt: In der 84. Minute wurde ein Elfmeter für Sturm nach VAR wieder aberkannt, die Szene ist im Spielprotokoll als Strafstoß-Entscheidung und anschließende Rücknahme geführt. Damit entfiel die größte sofortige Chance, den Rückstand zu verkürzen, in einem Spiel, in dem Sturm bereits über Volumen und Strafraumszenen kam. Der LASK schloss die Partie mit weiteren Wechseln und hielt den Vorsprung trotz anhaltendem Sturm-Ballbesitz, was sich auch daran zeigt, dass nach dem 3:1 kein weiteres Tor mehr fiel.
Zusammenfassung
- Der LASK gewann in der Österreich Bundesliga 2025-2026 beim SK Sturm Graz mit 3:1, nachdem Sturm früh getroffen hatte.
- Sturm dominierte Ballbesitz und Passvolumen deutlich und hatte mit 22:12 Abschlüssen mehr Szenen, beide Teams kamen aber auf 6:6 Schüsse aufs Tor.
- Die spielentscheidende Phase lag zwischen der 25. und 27. Minute mit dem Doppelschlag des LASK nach dem 0:1, das 3:1 folgte in der 60. Minute.
- Trotz 2,15 zu 1,72 Expected Goals zugunsten von Sturm blieb die Chancenqualität insgesamt näher beieinander, während der LASK die höhere Torquote hatte.
- Sechzehn LASK-Fouls und drei Gelbe Karten standen vier Sturm-Fouls gegenüber, zudem wurde ein Sturm-Elfmeter in der 84. Minute nach VAR zurückgenommen.