In der Süper Lig 2025-2026 trennten sich Kasimpasa und Genclerbirligi am 16. Spieltag im Recep Tayyip Erdoğan Stadyumu 0:0. Über weite Strecken verlief die Partie ausgeglichen, mit leichten Vorteilen bei Ballbesitz und Passzahlen für Genclerbirligi. In den Abschlüssen und der erwarteten Torwahrscheinlichkeit hatte Kasimpasa die bessere Bilanz, ohne daraus ein Tor zu erzielen.
Ballbesitz und Passspiel: Genclerbirligi mit leichter Feldkontrolle
Genclerbirligi hatte mit 51% zu 49% etwas mehr Ballbesitz und bewegte den Ball insgesamt häufiger durch die eigenen Reihen (401 Pässe gegenüber 380). Auch die Zahl der erfolgreichen Zuspiele lag bei den Gästen vorn (331 zu 300), was darauf hindeutet, dass sie in längeren Phasen stabilere Ballzirkulation herstellen konnten, ohne dabei eine klare Dominanz zu entwickeln.
Kasimpasa blieb im Aufbau dennoch nah dran und war nicht darauf angewiesen, nur tief zu verteidigen. Auffällig ist, dass einzelne Kasimpasa-Spieler im Passspiel relativ präsent waren, etwa A. Arous mit 62 Pässen (51 angekommen) oder Frimpong mit 52 Pässen (44 angekommen), was für kontinuierliche Beteiligung an der Spielgestaltung spricht. Bei Genclerbirligi stachen vor allem Žužek (66/59) sowie Kelven (62/52) heraus, was gut zu einem Spielbild passt, in dem die Gäste verlässlich zirkulierten, aber in den letzten Aktionen weniger Durchschlagskraft erzeugten.
Die insgesamt ausgeglichene Pass- und Ballbesitzverteilung erklärt, warum das Spiel lange ohne klare Phasen einer Mannschaft verlief: Beide Teams kamen zu kontrollierten Ballbesitzmomenten, die entscheidenden Aktionen entstanden aber eher punktuell als aus anhaltendem Druck.
Abschlüsse, Strafraumaktionen und Expected Goals: Kasimpasa mit dem klareren Plus
In der Summe hatte Kasimpasa die besseren Offensivwerte: 10 Schüsse gegenüber 6 sowie 3 Torschüsse gegenüber 1. Das spiegelt sich auch im Expected-Goals-Wert wider (0,69 zu 0,40), der Kasimpasa mehr und etwas hochwertigere Möglichkeiten zuschreibt, auch wenn beide Zahlen insgesamt auf eine chancenarme Partie hinweisen.
Die Strafraumverteilung unterstreicht, dass Kasimpasa häufiger in Abschlusspositionen in Tornähe kam: 5 Schüsse innerhalb des Sechzehners gegenüber 4 bei Genclerbirligi. Gleichzeitig nahm Kasimpasa auch 5 Distanzschüsse (Genclerbirligi: 2), was darauf hindeutet, dass nicht jede Angriffswelle bis in die klaren Zonen durchkam und mehrere Versuche aus weniger optimalen Bereichen gewählt wurden.
Auf Individualebene stechen bei Kasimpasa mehrere Beiträge zu Abschlüssen und Vorlagenansätzen heraus: Ben Ouanes kam auf 2 Schüsse und war mit Duellwerten (7 von 11) aktiv, Baldursson spielte 2 Key Pässe, Diabaté brachte 5 erfolgreiche Dribblings bei 7 Versuchen ein und lieferte einen Key Pass. Yusuf Barası war bis zu seiner Auswechslung besonders wirksam: 1 Torschuss (auch aufs Tor), 2 erfolgreiche Dribblings, 9 gewonnene Duelle aus 11 sowie 4 herausgeholte Fouls, was auf wiederholte Vorstöße mit Kontakt im direkten Gegenspiel hindeutet.
Dass es trotzdem 0:0 endete, passt zu den Torhüterzahlen: Genclerbirligis Torwart Mário Ricardo da Silva Velho verzeichnete 2 Paraden und erhielt mit 7,6 eine der besten Bewertungen im Spiel, während Kasimpasas Gianniotis nur 1 Parade benötigte. Die Werte legen nahe, dass Kasimpasa zwar häufiger zum Abschluss kam, aber insgesamt nicht so zwingend, dass Genclerbirligi strukturell auseinanderfiel oder eine Serie hochkarätiger Chancen zuließ.
Zweikämpfe, Fouls, Karten und Wechsel: viele Unterbrechungen, wenige Folgen
Die Partie war im direkten Duell und über Fouls geprägt von vielen Unterbrechungen: Genclerbirligi beging 15 Fouls, Kasimpasa 12. Dazu kamen insgesamt fünf Gelbe Karten (Kasimpasa 2, Genclerbirligi 3), ohne dass eine Rote Karte oder Gelb-Rot das Spielgeschehen taktisch veränderte. Die Karten fielen vor allem in der zweiten Halbzeit gehäuft: Dele-Bashiru (77'), Niang (81') sowie Ben Ouanes (81') und Baldursson (86').
Zwei Verwarnungen hatten unmittelbare Konsequenzen über das Spiel hinaus: Niang (Genclerbirligi) und Ben Ouanes (Kasimpasa) sind laut Ereignisliste im nächsten Spiel gesperrt. Inhaltlich erklärt die Kartenverteilung auch, warum die Schlussphase weniger flüssig war: Mit zunehmender Intensität in den Zweikämpfen sank die Rhythmusstabilität, ohne dass daraus klare Chancenketten entstanden.
Bei den Standards blieb das Spiel ebenfalls eher arm an Drucksituationen. Kasimpasa hatte 3 Ecken, Genclerbirligi 2; auch das passt zu wenigen längeren Belagerungen am Strafraum. Abseitspositionen (Kasimpasa 2, Genclerbirligi 3) deuten darauf hin, dass beide Teams situativ Tiefe suchten, die Abstimmung im Timing aber nicht konstant präzise war.
Die Wechsel kamen überwiegend im letzten Drittel der Partie: Genclerbirligi ersetzte Koïta durch Varešanović (65') und später Gürpüz durch Samed Onur (76'); ganz spät kam Onyekuru für Mimaroğlu (90+2'). Kasimpasa brachte Fall für Barası (71'), Winck für Espinoza (74') und Kol für Diabaté (87'). Insgesamt veränderten diese Wechsel das Kräfteverhältnis nur begrenzt: Sie fügten frische Beine und neue Duelltypen hinzu, führten aber nicht zu einem erkennbaren Anstieg der Torgefahr, was das torlose Ergebnis stützt.
Zusammenfassung
- Kasimpasa und Genclerbirligi spielten am 16. Spieltag der Süper Lig 2025-2026 im Recep Tayyip Erdoğan Stadyumu 0:0.
- Genclerbirligi hatte leichte Vorteile bei Ballbesitz (51%) sowie bei Gesamtpässen (401) und erfolgreichen Pässen (331).
- Kasimpasa verzeichnete mehr Abschlüsse (10) und mehr Torschüsse (3) sowie höhere Expected Goals (0,69).
- Die Torhüterbilanz zeigte 2 Paraden für Mário Ricardo da Silva Velho und 1 Parade für Andreas Gianniotis.
- Das Spiel war durch 27 Fouls und 5 Gelbe Karten geprägt; Niang und Ben Ouanes fehlen nach Verwarnung im nächsten Spiel.