Kasimpasa – Trabzonspor 0:1 (Süper Lig 2025-2026)
Trabzonspor gewann bei Kasimpasa mit 1:0, nachdem die erste Halbzeit torlos geblieben war. Die Gäste hatten über weite Strecken mehr Ballbesitz und setzten sich im Spielverlauf in den Kennzahlen für Chancen und Expected Goals ab. Das einzige Tor fiel in der 75. Minute.
Ballbesitz und Feldüberlegenheit: Trabzonspor mit mehr Kontrolle, Kasimpasa mit hoher Fehler- und Foulzahl
Die Statistiken zeichnen ein Spiel, in dem Trabzonspor die Grundkontrolle häufiger über Ballbesitz und Passspiel herstellte. Mit 56 % Ballbesitz und 406 gespielten Pässen lagen die Gäste klar vor Kasimpasa (44 %, 309 Pässe). Auch die Passsicherheit war auf Trabzonspor-Seite höher: 344 erfolgreiche Zuspiele gegenüber 244 bei den Gastgebern. Das spricht für längere Phasen, in denen Trabzonspor den Rhythmus bestimmen und das Spiel in geordneten Sequenzen verlagern konnte, während Kasimpasa öfter in kürzeren Aktionen blieb.
Dieses Bild wird durch einzelne Spielerprofile gestützt: Bei Trabzonspor hatte Arsenii Batagov mit 80 Pässen (67 angekommen) eine auffällige Rolle im Aufbauspiel, während auf Kasimpasa-Seite die Passzahlen in mehreren Mannschaftsteilen deutlich niedriger ausfielen. Zwar kamen Attila Szalai (53/47) und Nicholas Opoku (47/45) noch in ähnliche Bereiche, doch insgesamt blieb Kasimpasas Ballzirkulation weniger stabil. Auch die Verteilung der Schlüsselaktionen deutet eher auf punktuelle Impulse hin: Haris Hajradinović sammelte zwar vier Key Passes, aber diese entstanden offenkundig nicht aus dauerhaftem Druck, sondern eher aus einzelnen Phasen, in denen Kasimpasa in die nächste Linie kam.
Kasimpasa kompensierte fehlende Kontrolle zunehmend über Intensität in Zweikämpfen und Unterbrechungen. 21 Fouls der Gastgeber gegenüber 13 bei Trabzonspor sind ein deutlicher Ausschlag. Besonders auffällig: Pape Habib Guèye beging allein sechs Fouls, was die Linie des Spiels gut beschreibt—viele Duelle, wenig flüssiger Aufbau, und immer wieder Momente, in denen Kasimpasa Ballverluste oder Raumprobleme nur über Regelverstöße lösen konnte. Dazu passten die insgesamt ausgeglichenen Gelben Karten (je 2), auch wenn die Verwarnung gegen Cláudio Winck Neto bereits in Minute 63 ein Zeichen war, dass Kasimpasa im direkten Duell häufiger an die Grenze ging.
In den Standardsituationen blieb Kasimpasa trotzdem präsent. Die 6:4-Ecken zugunsten der Gastgeber zeigen, dass sie trotz weniger Ballbesitz wiederholt in Zonen kamen, aus denen Eckbälle erzwungen werden können—ein typischer Weg, um ohne lange Ballbesitzphasen dennoch Druck zu erzeugen. Gleichwohl reichte diese Art Feldpräsenz nicht, um die Kontrolle von Trabzonspor im offenen Spiel nachhaltig zu brechen, zumal die Gäste bei Abseits (2:2) und Karten keine strukturellen Nachteile hatten und insgesamt geordneter wirkten.
Chancen und Effizienz: Trabzonspor mit deutlich besserem xG-Profil und dem entscheidenden Treffer nach Wechseln
Der entscheidende Unterschied lag im Chancenprofil. Trabzonspor kam auf 11 Torschüsse, Kasimpasa auf 8. Noch wichtiger: Die Gäste hatten mehr Abschlüsse im Strafraum (5 gegenüber 3) und erzeugten insgesamt ein klar höheres Expected-Goals-Niveau (1,16 zu 0,19). Diese Differenz ist so groß, dass sie den Spielausgang nachvollziehbar erklärt: Kasimpasa hatte zwar einige Abschlüsse, konnte aber kaum Abschlüsse in hochwertigen Zonen und Situationen herstellen. Fünf ihrer acht Versuche kamen von außerhalb des Sechzehners, was in der Regel die Abschlussqualität drückt und sich hier im niedrigen xG widerspiegelt.
Trabzonspor verteilte seine Abschlüsse ausgeglichener: 5 im Strafraum, 6 von außerhalb. Das zeigt, dass die Gäste sowohl zu Durchbrüchen in gefährlichere Räume als auch zu Distanzversuchen kamen. Kasimpasa blockte zwar einige Versuche, doch Trabzonspor hatte mit 4 abgewehrten Schüssen (Kasimpasa: 2) auch selbst häufig Situationen, in denen Abschlüsse entweder unter Druck standen oder die letzte Linie noch rechtzeitig dazwischenkam. Trotz dieser Widerstände blieb Trabzonspor in der Lage, die entscheidende Aktion zu setzen.
Der Spielverlauf rund um das Tor unterstreicht zudem die Bedeutung der Wechselphase. Trabzonspor reagierte in Minute 65 mit zwei Offensivwechseln: Danylo Sikan kam für Ebere Paul Onuachu, Oleksandr Zubkov für Edin Višća. Zehn Minuten später fiel das 0:1 durch Felipe Augusto da Silva (75.). In den Daten zeigt sich, dass Felipe Augusto nicht nur traf, sondern auch der einzige Spieler von Trabzonspor war, dem ein Schuss aufs Tor zugeschrieben ist (1). Das passt zu einem Spiel, in dem viele Abschlüsse entweder geblockt wurden oder am Tor vorbeigingen, und in dem eine einzelne präzise Aktion das Ergebnis entschied.
Kasimpasa versuchte, seinerseits über Wechsel nachzuschärfen, wechselte aber insgesamt eher reaktiv. Nach der Gelben Karte für Winck (63.) kam Cem Üstündag (67.), später folgten Atakan Müjde und Yusuf Barası (beide 73.) sowie Kubilay Kanatsızkuş (87.). Diese personellen Veränderungen brachten zwar frische Beine und einzelne Duelle, aber die individuellen Zahlen der Einwechselspieler deuten auf begrenzten Einfluss im Ballbesitz hin: Üstündag kam auf 9 Pässe, Müjde auf 3, Barası auf 1. Gerade nach dem Gegentor blieb die Fähigkeit, längere Angriffe zu etablieren, statistisch gering, was mit dem weiterhin niedrigen xG-Wert kompatibel ist.
Auch im Disziplin- und Spielmanagement der Schlussphase lag kein Bruch, der Kasimpasa zurück ins Spiel brachte. Trabzonspor kassierte Gelbe Karten in Minute 76 (Mustafa Eskihellaç) und 79 (Sikan), blieb aber ohne Platzverweis und stabilisierte später mit weiteren Wechseln: Batista Mendy und Muhammed Cham kamen in Minute 86, Ozan Tufan sehr spät in der Nachspielzeit (90+6). Diese Eingriffe passten zu einer Phase, in der es darum ging, die Führung zu sichern, ohne dass Kasimpasa statistisch noch zu einer signifikanten Chance kam.
Zusammenfassung
- Trabzonspor gewann bei Kasimpasa in der Süper Lig 2025-2026 mit 1:0; das Tor erzielte Felipe Augusto da Silva in der 75. Minute.
- Trabzonspor hatte mehr Ballbesitz (56 %), mehr Pässe (406) und eine höhere Passquote (344 erfolgreiche Pässe) als Kasimpasa (44 %, 309, 244).
- Im Chancenbild lagen die Gäste vorn: 11:8 Schüsse, 5:3 Abschlüsse im Strafraum und 1,16:0,19 Expected Goals.
- Kasimpasa beging deutlich mehr Fouls (21:13); Gelbe Karten waren mit 2:2 ausgeglichen.
- Die entscheidende Phase begann mit Trabzonspors Doppelwechsel in Minute 65; der Treffer fiel zehn Minuten später.