Der Al-Ahli Jeddah gewann am 24. Spieltag der Saudi Pro League 2025-2026 im Prince Faisal bin Fahd Stadium mit 1:0 bei Al Riyadh. Zur Pause stand es 0:0, zuvor und nach dem Seitenwechsel wurden mehrere Treffer des Al-Ahli Jeddah per VAR wegen Abseits aberkannt. Das entscheidende Tor fiel in der 75. Minute als Eigentor von Milan Borjan.
Spielkontrolle und Ballzirkulation
Die Partie bewegte sich insgesamt in einem moderaten Ballbesitzrahmen, mit 54 Prozent für den Al-Ahli Jeddah und 46 Prozent für Al Riyadh. Diese leichte Überzahl spiegelte sich in der Passmenge und in der Passsicherheit: Der Al-Ahli Jeddah spielte 346 Pässe und brachte 289 davon an, Al Riyadh kam auf 297 Pässe bei 225 erfolgreichen Zuspielen. Über längere Phasen bedeutete das, dass die Gäste häufiger in der Lage waren, Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte zu halten und Angriffe mit mehreren Stationen fortzusetzen, während Al Riyadh öfter aus kürzeren Ballbesitzphasen heraus agierte.
Der Unterschied zeigte sich weniger in einer klaren Dominanz, sondern in der Häufigkeit, mit der der Al-Ahli Jeddah in Abschlusspositionen gelangte. Das Schussverhältnis von 15:11 zugunsten der Gäste passt zu dieser Spielanlage. Gleichzeitig blieb die Partie eng, weil Al Riyadh die Sequenzen der Gäste oft bis zum Abschluss zuließ, dabei aber viele Versuche in ungünstigere Zonen lenkte oder blockte. Die fünf abgewehrten Schüsse von Al Riyadh gegenüber zwei des Al-Ahli Jeddah sind ein Hinweis darauf, dass Al Riyadh im eigenen Strafraum und davor häufig in Abschlusssituationen eingreifen musste.
Chancenprofil, Effizienz und Torhüterfaktor
In der Summe erspielte sich der Al-Ahli Jeddah die etwas bessere Qualität an Chancen, was sich in den Expected Goals von 1,51 gegenüber 1,16 für Al Riyadh abbildet. Auch die Verteilung der Abschlüsse bestätigt dieses Bild: sieben Schüsse der Gäste kamen aus dem Strafraum, bei Al Riyadh waren es fünf. Außerhalb des Sechzehners blieb es mit 8:6 ebenfalls leicht zugunsten des Al-Ahli Jeddah, was auf mehr Abschlusssituationen insgesamt hindeutet, ohne dass sich daraus zwingend eine klare Überlegenheit im letzten Drittel ergab.
Ein zentraler Faktor für den knappen Spielausgang war die Arbeit der Torhüter. Milan Borjan verzeichnete fünf Paraden, während Édouard Mendy ohne Parade blieb. Diese Asymmetrie passt zur Anzahl der auf das Tor gebrachten Abschlüsse der Gäste, die mit sechs Schüssen aufs Tor ausgewiesen sind. Gleichzeitig erklärt sie, warum Al Riyadh trotz höherer eigener Abschlusszahl im Verhältnis zum Ergebnis nicht zum Torerfolg kam: Die Abschlüsse der Gastgeber führten offenbar seltener zu klaren Toraktionen, die eine Parade erzwangen.
Das entscheidende 0:1 entstand in der 75. Minute als Eigentor von Borjan. Damit wurde ein Spiel entschieden, in dem die Gäste zwar mehr Druckphasen und das bessere Chancenprofil hatten, der Unterschied aber bis dahin nicht in einem regulären Treffer sichtbar geworden war. Borjans persönlicher Beitrag blieb trotz des Eigentors auffällig: Sein Spielerrating von 7,2 ordnet sich im Kontext der vielen Defensivaktionen und Paraden als wichtiger Stabilitätsfaktor für Al Riyadh ein, bevor die Partie durch die unglückliche Szene kippte.
Schlüsselmomente, Abseitslinie und Spielmanagement
Der Verlauf wurde stark durch VAR-Entscheidungen geprägt, die dem Al-Ahli Jeddah mehrere Tore nahmen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde ein Treffer von Roger Ibañez wegen Abseits aberkannt, in der 59. Minute folgte ein weiterer aberkannter Treffer von Galeno aus demselben Grund. Später, in der 87. Minute, wurde erneut ein Tor der Gäste nach Videobeweis nicht gegeben. Diese Sequenz erklärt, warum die statistische Überlegenheit in Abschlüssen und Expected Goals lange ohne regulären Torertrag blieb und das Spiel bis in die Schlussphase hinein offen wirkte.
Dass der Al-Ahli Jeddah dabei häufiger am Timing im letzten Moment scheiterte, wird auch durch die Abseitszahlen gestützt: sechs Abseitsstellungen bei den Gästen gegenüber zwei bei Al Riyadh. In einer Partie mit leichtem Ballbesitzplus und mehr Angriffen in Richtung Strafraum ist das ein typisches Begleitmuster, weil Läufe hinter die letzte Linie häufiger gesucht werden. Gleichzeitig bremste es wiederholt Angriffe, die bereits im Abschluss endeten und damit in der Wahrnehmung wie klare Durchbrüche wirkten, aber statistisch als nicht verwertbar zurückblieben.
Im physischen und disziplinarischen Bereich blieb das Spiel relativ kontrolliert, wenn auch mit vielen Unterbrechungen: Al Riyadh beging zwölf Fouls, der Al-Ahli Jeddah fünfzehn. Karten gab es praktisch nur auf einer Seite, mit einer Gelben Karte für Abdulelah Al Khaibari in der 45. Minute plus eins. Al Khaibari war darüber hinaus ein wichtiger Kontaktpunkt für Al Riyadh, gewann neun seiner zwölf Duelle und zog sechs Fouls, was zu längeren Ballbesitzphasen nach Standards oder Freistößen beitrug, ohne dass daraus der Ausgleich entstand.
Auf Seiten des Al-Ahli Jeddah ragten zwei Akteure über ihre Beteiligung an Ballgewinnen und Anschlussaktionen heraus, ohne dass daraus ein regulärer Treffer resultierte. Roger Ibañez brachte mit einem Rating von 7,6 eine sehr starke Gesamtleistung ein, verbunden mit hoher Passbeteiligung und mehreren Defensivaktionen, während Ziyad Al Johani mit 7,5 unter anderem durch zwei Schüsse aufs Tor auffiel und damit direkt zu den produktivsten Abschlussaktionen der Gäste gehörte. Beide Profile passen zu einem Spiel, in dem der Al-Ahli Jeddah über längere Phasen näher am Tor war, aber erst durch das Eigentor den entscheidenden Unterschied erhielt.
Zusammenfassung
- Der Al-Ahli Jeddah gewann bei Al Riyadh in der Saudi Pro League 2025-2026 mit 1:0, der Treffer fiel als Eigentor in der 75. Minute.
- Die Gäste hatten mit 54 Prozent Ballbesitz sowie 346:297 Pässen und 15:11 Schüssen die etwas höhere Spielkontrolle und Abschlussfrequenz.
- Das Chancenprofil sprach mit 1,51:1,16 Expected Goals und mehr Strafraumabschlüssen leicht für den Al-Ahli Jeddah, Al Riyadh blockte dafür häufiger Schüsse.
- Mehrere VAR-Abseitsentscheidungen nahmen dem Al-Ahli Jeddah Tore, passend zu 6:2 Abseitsstellungen, wodurch das Spiel lange torlos blieb.
- Borjans fünf Paraden hielten Al Riyadh im Spiel, während die Entscheidung letztlich über das Eigentor fiel.