Am 1. Spieltag der Saudi Pro League 2025-2026 trennten sich Damac und Al-Hazm 1:1. Nach einer torlosen ersten Halbzeit ging Al-Hazm in der zweiten Hälfte durch einen per VAR bestätigten Elfmeter in Führung. Damac glich in der 90. Minute aus.
Ballbesitz und Passspiel: Damac mit Feldüberlegenheit, aber ohne Durchschlagskraft
Damac prägte das Spiel über längere Phasen mit mehr Ballbesitz (59%) und einem deutlich höheren Passaufkommen (479 zu 333). Auch die Passgenauigkeit lag auf Heimseite höher (397 erfolgreiche Pässe gegenüber 255), was auf ein stabileres Ballhalten und längere Ballbesitzphasen hindeutet. In der Anlage zeigte sich damit eine klare Feldüberlegenheit von Damac, die sich jedoch nur begrenzt in klare Strafraumpräsenz übersetzte.
Al-Hazm agierte im Vergleich dazu reduzierter im Aufbau, hielt die eigene Struktur aber über Phasen, in denen Damac dominierte, stabil genug, um das Spiel offen zu halten. Dass die Gäste mit weniger Ballbesitz dennoch zu gleich vielen Abschlüssen kamen (9:9), unterstreicht, dass sie ihre Angriffe zielgerichteter abschlossen, während Damac aus dem Mehr an Ballzirkulation zu selten in Situationen kam, die den gegnerischen Torhüter wirklich forderten.
Bei Damac war Valentín Vada im Passspiel ein zentraler Faktor: 52 Pässe bei 47 erfolgreichen, dazu zwei Key-Pässe und am Ende die Vorlage zum Ausgleich. Auch Bedrane (73 Pässe, 59 erfolgreich) und Harkass (73 Pässe, 65 erfolgreich) stützten die Kontrolle im Spielaufbau. Die reine Ballkontrolle blieb allerdings lange ohne die passende letzte Aktion, was sich vor allem an der geringen Zahl an Schüssen auf das Tor ablesen ließ.
Abschlüsse, Strafraumaktionen und Torhüteraktionen: Al-Hazm mit klarerem Ziel, Damac mit spätem Ertrag
Obwohl beide Teams jeweils neun Schüsse verzeichneten, war die Verteilung der Wirkung sehr unterschiedlich. Damac brachte nur einen Abschluss auf das Tor, Al-Hazm dagegen vier. Diese Differenz war spielentscheidend für die Statik der zweiten Halbzeit: Al-Hazm konnte mit weniger Ballbesitz eine höhere unmittelbare Torgefahr erzeugen, während Damac zwar wiederholt in Abschlusspositionen kam, aber zu häufig geblockt oder in weniger gefährliche Zonen gedrängt wurde.
Die Zahlen zu abgewehrten Schüssen (Damac 4, Al-Hazm 1) passen dazu: Damacs Versuche wurden häufiger im Feld geblockt, was auf weniger klare Abschlussfenster und stärkere Präsenz der Gäste im letzten Moment hindeutet. Gleichzeitig kamen beide Mannschaften ähnlich oft zu Abschlüssen im Strafraum (Damac 6, Al-Hazm 5), nur brachte Al-Hazm diese Szenen häufiger so zu Ende, dass der Torhüter eingreifen musste. Damacs Torhüter Kewin Oliveira Silva verzeichnete drei Paraden, Al-Hazms Torhüter Bruno Varela keine einzige, was die geringe Präzision bzw. Schärfe der Heimabschlüsse bis zur Schlussphase spiegelt.
Auf individueller Ebene hatte Al-Hazm mehrere Spieler mit direktem Abschlussbezug: Yousef Al Shammari kam bis zu seiner Auswechslung auf drei Schüsse, davon zwei aufs Tor. Amir Sayoud steuerte zwei Schüsse bei, darunter einen auf das Tor. Bei Damac fiel auf, dass der spätere Torschütze Harkass seinen einzigen Schuss zugleich als einzigen Schuss aufs Tor der Heimmannschaft markierte. Das zeigt, wie lange Damac trotz vieler Aktionen im letzten Drittel nicht zu Abschlüssen mit Torwahrscheinlichkeit kam.
Elfmeter, Disziplin und Wechsel: Spiel kippt in Phasen, Ausgleich nach späten Anpassungen
Das zentrale Ereignis der zweiten Halbzeit war die Elfmeterentscheidung zugunsten von Al-Hazm: In der 55. Minute bestätigte der VAR einen Strafstoß, den Fábio Martins in der 57. Minute verwandelte. Diese Szene gab der zuvor ausgeglichenen Partie eine neue Richtung, weil Damac danach noch konsequenter anlaufen musste, während Al-Hazm mit der Führung im Rücken seine Aktionen stärker auf Absicherung und gezielte Entlastung ausrichten konnte.
Die Zweikampf- und Foulstatistik deutet auf eine intensive, phasenweise unterbrochene Partie hin. Al-Hazm beging 19 Fouls, Damac 11; gleichzeitig gab es keine Platzverweise, aber insgesamt sieben Gelbe Karten (Damac 4, Al-Hazm 3). Bei Damac fielen Karten in verschiedenen Spielphasen an, darunter kurz vor der Pause (Sumairi 45+1) sowie in der Schlussphase (Al Ghamdi 90+5 wegen Argumentierens). Bei Al-Hazm kamen Verwarnungen ebenfalls verteilt, darunter spät (Al Harbi 90+9), was zur zunehmenden Hektik nach dem Ausgleich passt.
Beide Trainer reagierten früh zur Halbzeit: Al-Hazm wechselte Mohammed Al Saedi für Al Yami (46.), Damac brachte Hazzaa Al Ghamdi für Yahya Naji (46.). Damac nahm zudem zwei Wechsel in der 64. Minute vor (Al Khaibar und David Kaiki), später folgten Al Qahtani (80.) und Al Obaid (89.). Al-Hazm brachte in der 72. Minute mit Mokwana und Al Somah frische Optionen, wechselte zudem in der Schlussphase defensiv bzw. zur Stabilisierung (Al Dakheel 87.) und nahm in der 90. Minute Martins vom Feld (Al Habashi). Dass Damac trotz der Führung der Gäste bis zum Ende im Spiel blieb, zeigte sich im späten Tor: In der 90. Minute traf Jamal Harkass nach Vorlage von Vada zum 1:1. Der Ausgleich fiel damit in einer Phase, in der Al-Hazm bereits personell auf Verwaltung und Absicherung umgestellt hatte, während Damac seine Feldüberlegenheit weiter in Strafraumszenen drückte.
- Saudi Pro League 2025-2026, 1. Spieltag: Damac und Al-Hazm 1:1 (0:0).
- Al-Hazm ging nach VAR-bestätigtem Elfmeter durch Fábio Martins in Führung (57.).
- Damac hatte mehr Ballbesitz (59%) und mehr Pässe (479), aber nur einen Schuss aufs Tor.
- Al-Hazm brachte vier Schüsse aufs Tor und zwang Damacs Torhüter zu drei Paraden.
- Ausgleich durch Jamal Harkass nach Vorlage von Valentín Vada in der 90. Minute.
- Sieben Gelbe Karten insgesamt, keine Platzverweise; Al-Hazm beging mehr Fouls (19:11).