Mirassol gewann am ersten Spieltag der Copa Libertadores 2026 in der Gruppenphase mit 1:0 gegen den CA Lanús. Nach einer torlosen ersten Halbzeit wurde ein Mirassol-Treffer kurz nach der Pause per VAR aberkannt, bevor João Victor Carroll Santana in der sechzigsten Minute das entscheidende Tor erzielte. In der Schlussphase dezimierte sich der CA Lanús durch eine Rote Karte.
Ballbesitz ohne Durchschlagskraft
Der CA Lanús hatte über die Spielzeit mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, blieb damit aber in der Ertragslage hinter Mirassol. Die Gäste kamen auf 56 Prozent Ballbesitz sowie 405 Pässe bei 326 erfolgreichen Zuspielen, Mirassol auf 44 Prozent, 322 Pässe und 260 erfolgreiche. Diese Verteilung spiegelte vor allem längere Ballzirkulationen von Lanús wider, während Mirassol mit weniger Sequenzen häufiger in Abschlusspositionen kam.
Im Schussverhältnis kippte das Bild deutlich zugunsten der Hausherren: 13:6 Abschlüsse und 3:2 Schüsse aufs Tor für Mirassol. Auch die Verteilung der Abschlusszonen unterstreicht, dass Lanús trotz Spielanteilen selten in zwingende Räume gelangte. Mirassol nahm fünf Schüsse im Strafraum und acht von außerhalb, Lanús kam nur auf drei Versuche innerhalb des Sechzehners bei ebenfalls drei von außerhalb. Das niedrige Expected-Goals-Niveau beider Teams, 0,47 zu 0,34, passt zu einem Spiel, in dem keine Mannschaft konstant klare Torchancen aus dem laufenden Spiel heraus aneinanderreihte, Mirassol aber die etwas häufigeren und besser platzierten Abschlussmomente hatte.
Entscheidende Phase nach der Pause
Die erste Halbzeit verlief ohne Tore, war aber früh durch Disziplin- und Zweikampfstatistiken geprägt. Mirassol sammelte bereits in den ersten zwanzig Minuten zwei Gelbe Karten durch José Aldo Soares de Oliveira Filho in der zweiten Minute und Lucas da Cruz Oliveira in der zwanzigsten. Insgesamt beging Mirassol sechzehn Fouls, Lanús nur sieben, was auf eine Partie hindeutet, in der die Gastgeber viele Angriffe der Gäste mit Unterbrechungen stoppten und Lanús seltener in direkte Duelle ging, die zu Fouls führten.
Kurz nach Wiederanpfiff wurde ein Treffer von Mirassol nach VAR-Überprüfung in der 48. Minute aberkannt. Dieses Ereignis schärfte die Konturen der zweiten Halbzeit: Mirassol blieb in der Folge die Mannschaft, die ihre Offensivaktionen schneller in Abschlüsse übersetzte. In der sechzigsten Minute fiel dann das 1:0, João Victor Carroll Santana traf, vorbereitet von Reinaldo Manoel da Silva. Dass die Entscheidung aus einer konkret verwerteten Aktion entstand, passt zum insgesamt engen Chancenbild und zur geringen xG-Differenz, in dem ein einzelnes verwandeltes Moment das Ergebnis prägte.
In der Phase nach dem Tor reagierten beide Teams über Wechsel: Mirassol brachte zwischen der 62. und 77. Minute mehrere frische Spieler, Lanús wechselte ab der 69. Minute ebenfalls in mehreren Blöcken. In der Datenlage zeigt sich dabei keine deutliche Verschiebung hin zu einer Gäste-Druckphase über Abschlüsse. Lanús blieb bei insgesamt sechs Schüssen und zwei Schüssen aufs Tor, Mirassol hielt das eigene Abschlussniveau höher und ließ in der Summe wenig zusätzliche Zielgenauigkeit der Gäste zu.
Duellintensität und Schlüsselspieler
Die Spielanlage war in vielen Phasen von Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägt, sichtbar an Karten, Fouls und der späten Unterzahl von Lanús. Mirassol sah drei Gelbe Karten, Lanús eine Gelbe und eine Rote Karte. Der Platzverweis gegen Tomás Ezequiel Guidara in der 89. Minute nahm den Gästen die Möglichkeit, die Schlussphase mit voller Besetzung zu bespielen. Guidara hatte bis dahin eine hohe Defensivaktivität, er gewann elf seiner vierzehn Duelle und sammelte sieben Tacklings, was seine Einbindung in viele direkte Situationen unterstreicht, aber durch den Platzverweis am Ende nicht mehr in eine Ausgleichsinitiative münden konnte.
Auf Seiten von Mirassol ragte der Torschütze auch über seine Gesamtleistung heraus. João Victor Carroll Santana erzielte nicht nur das 1:0, sondern lieferte mit einem Spielerrating von 8,5 den klaren Bestwert im Team und dominierte seine direkten Duelle mit elf gewonnenen von vierzehn. Damit verband sich der entscheidende Abschluss mit hoher Präsenz in den wiederkehrenden Zweikampfsituationen, die das Spiel prägten.
Reinaldo Manoel da Silva hatte als Vorlagengeber einen unmittelbaren Einfluss auf die entscheidende Szene und stützte diese Rolle mit drei Key Pässen sowie einem Rating von 7,7. Ergänzend fiel Luiz Henrique Soares Firmino mit einem Rating von 7,9 und ebenfalls drei Key Pässen als wichtiger Zubringer auf, was zu Mirassols Muster passt, aus wenigen, aber zielgerichteten Aktionen Abschlüsse zu erzeugen. Bei Lanús fiel kein Offensivspieler über Abschlusszahlen oder Ratings als klarer Fixpunkt auf; die zwei Schüsse aufs Tor verteilten sich ohne erkennbaren Häufungseffekt, und die beiden Torhüter wurden jeweils nur zu zwei Paraden gezwungen, was die insgesamt begrenzte Zahl an tatsächlich prüfenden Abschlüssen bestätigt.
Zusammenfassung
- Mirassol gewann in der Copa Libertadores 2026 gegen den CA Lanús mit 1:0 durch das Tor von João Victor Carroll Santana in der 60. Minute.
- Der CA Lanús hatte mehr Ballbesitz und mehr Pässe, Mirassol kam jedoch zu mehr Abschlüssen und zu mehr Strafraumaktionen.
- Ein Mirassol-Treffer wurde in der 48. Minute nach VAR-Check aberkannt, die Entscheidung fiel anschließend über die effizientere Verwertung einer einzelnen Szene.
- Mirassol agierte mit hoher Foulzahl und drei Gelben Karten, Lanús beendete die Partie nach der Roten Karte gegen Tomás Ezequiel Guidara in Unterzahl.
- Die Spielerratings stützen den Spielausgang: Santana als Matchwinner mit 8,5 sowie Reinaldo mit 7,7 und Luiz Henrique mit 7,9 prägten Mirassols produktivste Aktionen.