Im Zuge unserer neuesten „Was wurde aus“-Serie sehen wir uns den Werdegang einzelner Fußballer an, die innerhalb der letzten zehn Jahre in der österreichischen Bundesliga spielten. Wer schaffte den Durchbruch, wer musste einen Rückschritt machen und wie geht es den Ex-Bundesliga-Legionären bzw. vom Radar verschwundenen Österreichern heute?
Heute widmen wir uns einem Spieler, dessen Treffsicherheit und Selbstverständlichkeit im Abschluss dem SK Rapid heutzutage fehlt. In der Saison 2014/15 erzielte Robert Beric 27 Saisontore für die Hütteldorfer und beschloss die Saison als Zweiter in der Torschützenliste hinter Salzburg-Star Jonathan Soriano.
Erst ein Jahr zuvor war der slowenische Mittelstürmer von Sturm Graz nach Wien übersiedelt. In Grün-Weiß spielte Beric allerdings nur 14 Monate lang. Im August 2015 wechselte er um 7,5 Millionen Euro zum französischen Traditionsverein AS Saint-Etienne, was bis heute ex aequo mit Maximilian Wöbers Transfer zu Ajax Amsterdam der teuerste Verkauf Rapids ist.
An die Treffsicherheit seiner Rapid-Zeit konnte Beric in Saint-Etienne allerdings nicht anknüpfen. Immer wieder wurde er von kleineren Verletzungen zurückgeworfen und auch ein Kreuzbandriss sehr bald nach seinem Transfer nach Frankreich bremste den mittlerweile 33-Jährigen massiv aus.
So kam er für Saint-Etienne in insgesamt vier Saisonen stets auf Werte zwischen drei und neun Saisontreffern. Zwischenzeitlich, im Frühjahr 2018, wurde er außerdem an den belgischen Top-Club Anderlecht verliehen, wo er allerdings floppte. Im Jänner 2020, also vor mittlerweile über fünf Jahren, verließ Beric schließlich Europa und wechselte gegen eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro nach Chicago.
Ab hier ging es für den 25-fachen slowenischen Nationalspieler primär um die Altersvorsorge. Allerdings sorgte der Rechtsfuß aus Krsko auch dafür, dass er jeden Cent wert ist: Für Chicago Fire erzielte er in 56 Spielen 20 Tore und nach seinem Vertragsende war Beric im Frühjahr 2022 über drei Monate vereinslos, ehe er in China anheuerte. Bei Tianjin Shinmen Tiger sollte er fast zwei ganze Jahre bleiben und mit 14 Toren in 56 Spielen ebenfalls weitgehend überzeugen. Im Februar 2024 schloss er sich mit Changchun Yatai, einem weiteren chinesischen Arbeitgeber, an, bei dem er noch einen Vertrag bis zum Jahresende 2025 besitzt.
Mit 14 Toren und 6 Assists in 32 Spielen ist der ehemalige Sturm- und Rapidspieler auch hier einer der wichtigsten Offensivakteure. Allerdings bekam Beric erst im vergangenen Jänner harte Konkurrenz auf der Stürmerposition: Der nigerianisch-stämmige norwegische Angreifer Ohi Omoijuanfo, den Rapid-Fans unter anderem noch von einem Europa-League-Duell mit dem norwegischen Klub Molde kennen, wechselte ebenfalls zu Yatai.
Nach dem Ende der Saison wird spannend sein, ob Beric nach dann 6 Jahren außerhalb Europas noch die eine oder andere Saison in China oder anderswo dranhängen wird oder eine Rückkehr nach Europa anpeilt.

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als „Gschropp“ sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen
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