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Fankurve

Groundhopping: Das Saisonfinale in der OÖ-Relegation

Jedes Jahr kommt es in Österreich in einigen Bundesländern nach dem Abschluss der Meisterschaft noch zu Relegationsspielen. In Oberösterreich, wo man diesen Nachschlag der Saison aus Bayern übernommen hat, ist man am erfahrensten. Neidvoll blickte man zuvor in Oberösterreich über den Inn, ehe man selbst solche Duelle in eigenen Verband einführte. Mittlerweile ist die Relegation in Oberösterreich nicht mehr wegzudenken und die spannenden Duelle ziehen nach wie vor beim Publikum, sodass auch der wirtschaftliche Faktor für die Vereine nicht außer Acht gelassen werden darf. Heuer waren wir wieder bei drei Spielen selbst mit von der Partie.

FC Pischelsdorf – SK Neukirchen/A. 4:0 (2:0)

Etwas mehr als einem Jahr nach unserem Erstbesuch in Pischelsdorf am Engelbach sollte es abermals in die im Bezirk Braunau befindliche Gemeinde gehen. Der Grund dafür ist es, dass man hier im vergangenen September die etwas außerhalb des Ortes liegende Arena eingeweiht hat und den in Zentrumsnähe befindlichen Sportplatz „Hendlpark“ aufgegeben hat. Der alte, enge Platz war für den Amateurfußball nicht wirklich geeignet und soll in seiner neuen Bestimmung als Erweiterung für den Kindergarten dienen.

Doch die erste Saison auf der neuen Sportanlage verlief alles andere als wirklich berauschend. Als Tabellenvorletzter der oberösterreichischen 1. Klasse Südwest rutschte man auf dem letzten Drücker in die Relegation und wurde in dieser dem in der 2.Klasse Süd spielenden Vizemeister SK Neukirchen/A. zugeteilt.

823 Besucher kommen heute zu diesem Hinspiel der Relegation und sie füllen die gelungene Arena sehr gut. Beide Seiten können auch auf Fanunterstützung zurückgreifen, wobei die mitgereisten Fans aus Neukirchen zum Einlauf der beiden Mannschaften Rauch in den Vereinsfarben und Bengalos zünden.


In der von Schiedsrichter Aiglsperger geleiteten Partie legen die Gastgeber los wie die Feuerwehr und gehen bereits in der zweiten Minute durch Achleitner in Führung. Die Gäste können das Tempo der Pischelsdorfer nicht mitgehen und kassieren in der elften Minute bereits den zweiten Treffer. Dank dieses Tores von Spreitzer nimmt der Klassenerhalt der Innviertler bereits nach wenigen Minuten des Hinspiels Formen an.

Die Hausherren kontrollieren danach diese Partie und gehen mit einem 2:0 in die Pause. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte wird abermals gezündet, aber auf dem Rasen gibt es bloß ein Feuerwerk des FC Pischelsdorf. Mit einem Doppelschlag von Stanisavljevic in der 63. und 66.Minute steht es bereits 4:0 für Pischelsdorf, womit man sich beim Rückspiel am Sonntag jedenfalls nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen sollte.

Einen Wehrmutstropfen gibt es aber dennoch auf Pischelsdorfer Seite, denn Keeper Kücher verletzt sich in der Nachspielzeit bei einem Abschlag schwer am Knie und muss vom Spielfeld getragen werden. Somit steht ein weiterer Einsatz für den Krankenwagen am Plan, nachdem sich bereits ein Fan der Gäste beim Abbrennen der Pyro zu Beginn der zweiten Spielhälfte Verbrennungen an der Hand zugezogen hat.

Die Pischelsdorfer Mannschaft zeigt übrigens Größe, in dem sie ihren Jubelkreis bei ihrem vor der Tribüne auf der Bahre liegenden Keeper macht und die Mannschaft wird auch alles daransetzten am Sonntag für ihn endgültig den Klassenerhalt zu fixieren.

Danach ist der letzte Programmpunkt das Fotografieren des Spielankünders in der Ortsmitte, ehe es die etwas mehr als drei Stunden wieder heimwärts ging und das Zuhause wieder um 01:00 Uhr erreicht wurde, aber die Relegation ist ja nur einmal im Jahr.

SPG Neue Heimat/Edelweiss 1b – SV Steyregg 1:5 (0:3)

Da die Fahrt nach Pischelsdorf doch eher anstrengend war und man deshalb in der vergangenen Nacht nur wenig Schlaf hatte, entschied man sich heute nicht allzu weit zu fahren, sodass die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz angesteuert wurde. Dort hatte der ASKÖ Neue Heimat, der mittlerweile als SPG Neue Heimat/Edelweiss 1b fungiert, sein Heimspiel in der Relegation gegen den SV Steyregg.


Der im Süden von Linz gelegene Sportplatz der Neuen Heimat liegt direkt neben dem Edelweiß-Platz, der seinerseits direkt neben der Anlage des oberösterreichischen Fußballverbandes liegt. Da aber alle drei Plätze eigene Eingänge haben und doch von einander abgetrennt sind, handelt es sich somit bei der Anlage des ASKÖ Neue Heimat somit auch um einen eigenen Sportplatz.

Da die Hitze durstig macht und wir bis zum Spielbeginn noch etwas Zeit haben, begeben wir uns noch in den nahen Supermarkt, um uns mit einem weißen Spritzer auf das Spiel einstimmen zu können. Natürlich ist bei der Relegation auf einem Stadtplatz meistens weniger los, als auf den zahlreichen Dorfplätzen, aber die Anlage füllt sich außerordentlich gut. Die angegebenen 300 Besucher scheinen zu stimmen und sind für die Neue Heimat auch exzellent.

Das liegt auch daran, dass zahlreiche Fans aus Steyregg mitgekommen sind, denn sie wollen nach mageren Jahren in der 2.Klasse zumindest wieder eine Liga höher spielen. Einen organisierten Support gibt es heute leider auf keiner Seite, aber das stört und nicht, zumal wir hier das Gefühl eines urigen ASKÖ-Stadtplatzes aufsaugen können und dies hat Charme, ebenso wie das Publikum, sodass man sich doch in der Zeit einige Jahrzehnte zurückversetzt fühlt.

In der von Schiedsrichter Ing. Fuchs Eisner, MBA geleiteten Begegnung haben die Gastgeber nicht wirklich viel zu lachen. Frühwirth sorgt mit einem Doppelschlag in der 6. und 10.Minute für eine komfortable Führung der Gäste, die der eigentlich höherklassig spielenden Spielgemeinschaft keine Chance lassen. Nachdem Frühwirth in der 29.Minute mit seinem dritten Tor an diesem Abend einen Hattrick erzielt, kann der SV Steyregg schon den Sekt für die Aufstiegsfeier einkühlen.

Nach dem Seitenwechsel kommt die Neue Heimat aber stärker aus der Kabine zurück und erspielt sich einige Chancen. Dass ein Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben wird, ist bitter, denn dadurch wird eine mögliche Aufholjagd verunmöglicht. In der 66.Minute schiebt Zimmer zum 4:0 für Steyregg ein, wobei der Keeper der Hausherren nicht wirklich im Bilde ist. Um es positiv zu formulieren hat dieser das Tormannspiel nicht wirklich weiterentwickelt. Andere wären da direkter und würden sagen: „Waunnst do an Bock ins Toa stölst, geht des a ned ondas aus!“


Immerhin gelingt Memic mit einem verwandelten Elfmeter in der 73.Minute noch der Ehrentreffer für die Neue Heimat. Doch das Aufbäumen war nur kurz, zumal Zimmer in der 78.Minute noch einen weiteren Treffer für Steyregg drauflegt. Mit 5:1 gewinnen die Gäste sohin bei der Neuen Heimat, sodass das Rückspiel in Steyregg am Sonntag nur mehr Formsache sein wird, zumal die Neue Heimat spielerisch zu limitiert ist, um ansatzweise eine Chance zu haben, dieses Ergebnis drehen zu können.

Aber ein Stadtverein erfüllt andere Aufgaben, als höherklassigen Amateurfußball zu spielen und somit wird man in der Neuen Heimat auch in der 2.Klasse für die Jugend der Umgebung eine gute Anlaufstelle sein, um sich sportlich betätigen zu können. Steyregg kann man nach dem eindrucksvollen Sieg im Hinspiel wohl schon zum Aufstieg in die 1.Klasse gratulieren.

USV Pattigham/Pramet – SPV Kematen-Piberbach/Rohr 1:3 n.V. (0:0, 0:0)

Am Sonntag hatten wir die Wahl eines von mehreren Entscheidungsspielen in der Relegation des OÖFV zu sehen, wobei die Arena in Pattingham zum Ziel auserkoren wurde, weil diese noch allen Mitfahrern fehlte. Des Weiteren sprach für den Besuch der Heimstätte des USV Pattigham/Pramet auch der Gegner SPV Kematen-Piberbach/Rohr, zumal dieser auf die Unterstützung der UK (Unbeugsame Kematner) zurückgreifen könnte.

Wir begeben uns somit in den im Innviertel gelegenen Ort, wo wir zeitgerecht das Auto in der Nähe des Sportplatzes abstellen können. Nach einer kurzen Ortsrunde merken wir sofort, dass es hier heute zu keiner Zuschauerzahl kommen wird, die vierstellig sein wird. Immerhin füllt sich nach und nach der Sportplatz, sodass es mit 620 Besuchern zwar keinen Ausnahmezustand gibt, aber die Kulisse dennoch mehr als in Ordnung ist. Während man auf Seiten der UK vor Spielbeginn Pyro zündet und ein Spruchband hochhält, gibt es seitens der Heimfans keine optischen Aktionen.

Durch das 1:1 im Hinspiel ist die Ausgangslange an diesem Nachmittag auch mehr als offen. In den ersten 45 Minuten sind die Gastgeber viel zu statisch und die SPV Kematen-Piberbach/Rohr macht das Spiel. Es wird aber deutlich, warum man die Bezirksliga Ost nur auf einem Relegationsplatz beendet hat, zumal gefährliche Chancen ebenfalls Mangelware sind.

Aber auch nach dem Seitenwechsel ist der USV Pattigham/Pramet nicht in der Lage gefährliche Chancen zu kreieren und so wird ziemlich bald klar, dass hier eine Verlängerung droht, falls nicht einer Mannschaft doch noch ein Lucky Punch gelingen sollte. In der Schlussphase haben die Gäste zwar die besseren Möglichkeiten, aber es bleibt beim 0:0, sodass Schiedsrichter Dukic beide Teams in die Verlängerung bittet.

In dieser überschlagen sich dann die Ereignisse. Hofer bringt Pattigham/Pramet in der 93.Minute in Führung und solch ein Tor war schon oft der Nackenschlag für den Gegner. Der Platzsprecher ist auch schon sehr euphorisch und wünscht sich, dass die Zeit nun schnell vergehen möge. Es vergeht aber nicht viel Zeit, ehe den Gästen in der 96.Minute der Ausgleich durch Hinterleitner gelingt.


Mit diesem Ausgleich kippt das Spiel zu Gunsten der Gäste, die in der 101.Minute durch Lederhilger erstmals in Führung gehen und diese Führung durch Kerschbaumer nur zwei Minuten später auf 3:1 ausbauen. Damit ist dieses Duell entschieden und die Zuschauer verlassen bereits vermehrt die Anlage. Die zweiten 15 Minuten der Verlängerung sollten ebenfalls torlos verlaufen.

Danach kommt es noch zur spontanen Klassenerhaltsfeier der Gäste auf dem Rasen. Die SPV Kematen-Piberbach/Rohr ist gerade noch mit einem blauen Auge in dieser Saison davongekommen und spielt auch im kommenden Jahr in der Bezirksliga. Der USV Pattigham/Pramet konnte diese erfolgreiche Saison leider nicht krönen und bleibt weiterhin in der 1.Klasse des OÖFV.

Somit endet auch die diesjährige Relegation und mit ihr auch das Fußballjahr 2025/26. Aber die kommende Saison wirft ihre Schatten schon voraus und auch in dieser werden wohl wieder einige Relegationsspiele besucht werden.

Es folgen einige Impressionen, die sich per Klick vergrößern lassen:

 

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SV Ried
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SK Sturm Graz
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TSV Hartberg
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M. Usor
LASK
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P. Greil
SCR Altach
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B. Matić
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Wolfsberger AC
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