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Fankurve

Groundhopping: Ein Besuch in Südtirol

Wohlweislich, dass an diesem Samstag die Semesterferien in zahlreichen Regionen Europas beginnen und dies zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen am Weg in die Alpen führt, hieß es am Samstag bereits zeitig in der Früh aufzustehen um die Fahrt nach Südtirol in Angriff zu nehmen. An diesem Wochenende habe ich ab Linz einen Mitfahrer und aufgrund guter Planung erreichen wir ohne nennenswerte Verzögerung bereits zu Mittag unser Ziel Bozen.

FC Südtirol – US Catanzaro 1929 2:1 (2:1))

Da wir bis zum Spielbeginn um 15:00 Uhr noch genügend Zeit haben, widmen wir uns den Sehenswürdigkeiten der Südtiroler Hauptstadt und kehren in der Altstadt noch auf eine Pizza ein. Danach führt uns der Weg direkt zum Drusus-Stadion, wo der FC Südtirol in einem Spiel der italienischen Serie B heute auf US Catanzaro 1929 trifft. Da die Gäste aus der Hauptstadt Kalabriens stammen, kann man hier sehr wohl von einem Anti-Derby sprechen, wenn man beim nördlichsten Verein der ersten drei Ligen Italiens antreten muss.

Doch die Tifosi aus Süditalien haben heute weder Kosten noch Mühen gescheut und haben sich in einer starken Anzahl nach Bozen gemacht. 568 Gästefans sorgen auch dafür, dass der Gästesektor zur Gänze gefüllt ist und selbst neben dem Block und auf der Haupttribüne findet man noch vereinzelt Zuschauer in Catanzaro-Fanutensilien. Dass in Catanzaro derzeit ein Hype herrscht, liegt auch daran, dass man in der Serie B zuletzt lange Zeit in der Spitzengruppe war und sich noch immer auf Tuchfühlung zu einem Play Off-Platz befindet.

Der FC Südtirol ist nicht ganz so gut in diese Saison gestartet und war im Herbst einige Wochen sieglos, aber man hat die letzten drei Spiele allesamt gewinnen können, womit man die Abstiegszone verlassen hat und wieder ins Tabellenmittelfeld vorgerückt ist.


Immerhin kommen 3.808 Besucher zu dieser Begegnung ins Drusus-Stadion, das seit dem Umbau 2022 insgesamt 5.500 Besuchern Platz bietet. Dennoch ist dieses Stadion nach wie vor das kleinste der Liga, was aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass es hier an den Hintertorseiten keine Tribünen oder sonstige Zuschauerbereiche gibt.

Es haben noch nicht einmal alle Besucher im Stadion ihre Plätze eingenommen, da steht es bereits 1:0 für den in Weiß-Rot spielenden FC Südtirol. Taits Schuss kann Gästetormann Pigliacelli noch per Faustabwehr parieren, aber der Abpraller fällt Zedadka vor die Füße, der den Ball sehenswert im rechten Kreuzeck unterbringen kann. Catanzaro ist danach keineswegs geschockt und kommt bereits vier Minuten später zu einem Konter. Liberali schickt Pittarello steil, der dadurch alleine aufs Tor läuft und mit einem satten Schuss ins linke Eck den Ausgleich erzielen kann.

In der 21. Minute ist Bozen wieder am Zug. Catanzaros Verteidiger Brighenti kann einen aufspringenden Ball am Mittelkreis nicht klären und so läuft Merkaj alleine auf das Tor Catanzaros zu. Er umkurvt Keeper Pigliacelli und schiebt danach den Ball locker zur erneuten Führung der Gastgeber ein. Catanzaro hat bis zur Pause zwar noch zwei weitere Chancen, die aber keine große Gefahr ausstrahlten.

Nach der Pause hat Catanzaro zwar mehr vom Spiel, aber der FC Südtirol doch die gefährlicheren Möglichkeiten, aber ein weiterer Treffer will vorerst nicht fallen. In der Schlussphase erhöht Catanzaro noch einmal das Tempo, aber die Defensive der Bozener steht gut. In der letzten Minute der Nachspielzeit werfen die Gäste noch einmal alles nach vorne und eine Flanke findet den Weg zu Catanzaros Pittarello, der aus halbrechter Position aufs Tor schießt. Doch auf der Linie klärt der eingewechselte Odogwu mit seinem Oberkörper. Nachdem sich Schiedsrichter Turrini kurz mit dem VAR verbindet und auch dieser nichts zu beanstanden hat, ist der 2:1-Heimsieg für den FC Südtirol amtlich.

Wir genießen hier noch die Jubelbilder der Bozner und die Verabschiedung beider Mannschaften von ihren Fans, ehe wir uns auf den Weg ins nahe Eppan machen, wo wir unser Quartier für die heutige Nacht beziehen.

FC Obermais – ASD Portogruaro Calcio 4:0 (2:0)

Am Sonntag war es geplant, dem FC Obermais auf der Lahn einen Besuch abzustatten. Doch leider verhinderte das Schlechtwetter der vergangenen Woche den Besuch des altehrwürdigen Heimplatzes des Südtiroler Viertligisten, denn der FC Obermais musste aufgrund der Unbespielbarkeit des Rasens das für diesen Sonntag angesetzte Heimspiel gegen ASD Portogruaro Calcio auf den Kunstrasenplatz in Sinich verlegen. Sinich bzw. italienisch Sinigo ist ein im Süden Merans befindlicher Ortsteil.


Der Kunstrasenplatz in Sinich, der unter dem Namen Sinigo Arena geführt wird, verfügt immerhin über einen Ausbau auf der Hangseite, auf der sich auch eine kleine, unüberdachte Tribüne befindet. Er dient dem USD Sinigo und dem Rugbyverein Meran Dragons als Heimstätte. Nachdem wir am Vormittag die Kurstadt Meran besichtigten, erreichen wird Sinich rund eine Stunde vor Spielbeginn. Es herrscht hier noch gähnende Leere, aber das sollte sich ändern, je näher der Anpfiff rückt. Um 14:30 Uhr ist dann nicht nur die Tribüne voll, sondern es sind auch die Stehplätze auf der Hangseite sehr gut gefüllt. Am Südende der Hangseite hat sich auch eine Abordnung aus Portogruaro eingefunden, die rund 10 Mann stark ist, einige Transparente aufgehängt hat und ihre Mannschaft sowohl lautstark als auch mit Fahnen unterstützt.

Die Curva Sud Obermais befindet sich heute auf der nördlichen Hintertorseite beim Eingang, wo man sich mit Bänken auch Erhöhungen geschaffen hat, um einen kompakten Block bilden zu können. Fanunterstützung ist nämlich heute für beide Seiten wichtig, denn es ist quasi das Spiel der letzten Chance für beide Vereine um einem Abstieg zu entgehen, denn es trifft der Tabellenvorletzte auf den Tabellenletzten der Girone C der viertklassigen Serie D. Allerdings hat Obermais bereits sechs Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Portogruaro und ist nebenbei auch klar formstärker, sodass von den wohl um die 450 Besucher in Sinich heute wohl die meisten auf einen Pflichtsieg hoffen.

Unter der tollen landschaftlichen Kulisse mit den Bergen bei Sonnenschein im Hintergrund des Platzes geht Obermais bereits in der achten Minute durch Jungspund Stecher in Führung, der einen Angriff von rechts mit einem satten Schuss ins lange Eck abschließen kann. Dieser Auftakt nach Maß sollte für die Meraner in der 21. Minute noch vergoldet werden, denn der Kapitän Portogruaros kann einen Ball im Mittelfeld nicht unter Kontrolle bringen und da seine Mannschaft aufgerückt ist, kann Mittelstürmer Brusco alleine aufs Tor laufen und zum 2:0 einschieben.

Alles ist angerichtet für einen Obermaiser Sieg und auch nach der Pause ist Momentum auf der Seite der Meraner. Bereits in der 51. Minute gibt Schiedsrichter Ambrosini nach einem klaren Foul im Strafraum Elfmeter für die Südtiroler und diesen verwertet Brusco eiskalt.

Nur vier Minuten später tankt sich der slowakische Neuzugang Spalek, der sich auf diesem Terrain eindeutig besser zurechtfindet als auf den derzeit tiefen und unebenen Rasenböden, auf der linken Seite durch und spielt den Ball zum in der Mitte lauernden Österreicher Bauernfeind, der überlegt aus kurzer Distanz einschieben kann. Mit dem 4:0 im Rücken kann es sich Obermais nun leisten, Brusco zu schonen und Neuzugang Ngom im Sturm Spielpraxis zu geben. Die Winterneuverpflichtung hat auch einige gute Momente, war aber im Abschluss zumeist noch zu überhastet.


Auf Seiten Portogruaros gab es kein Aufbäumen mehr, sodass die mitgereisten Tifosi ein Viertelstunde vor Schluss ihre Sachen packten und lautstark vorzeitig den Platz verließen. Diese wurde von der Curva Sud Obermais mit Applaus und einem „Ciao Ragazzi!“ gewürdigt. Auf dem Rasen tat sich danach nicht mehr viel und Obermais konnte nach dem bisher höchsten Sieg in der Serie D mit drei weiteren Punkten auf dem Konto den direkten Konkurrenten Adriese überholen. Damit konnte man auch einen direkten Abstiegsplatz verlassen und hätte derzeit ein Play Out-Spiel um den Klassenerhalt.

Eine sichtlich erleichterte Obermaiser Mannschaft kommt danach zur Verabschiedung in die Kurve, wo man diesen heroischen Erfolg gemeinsam feiert. Die Curva Sud Obermais hat aber schon weitere Pläne und stimmt mit einem Schmunzeln ein „Andiamo in Serie C!“ an. Da muss auch die Mannschaft schmunzeln, aber in der derzeitigen Form mit sieben Punkten aus drei Spielen, ohne dabei ein Gegentor kassiert zu haben, ist es mittlerweile durchaus realistisch, dass das Abenteuer in der Serie D um ein weiteres Jahr verlängert werden kann.

Wir verlassen danach Sinich und begeben uns über Bozen und den Brenner wieder heimwärts mit einem guten Gewissen, denn wir wissen, dass wir wieder kommen werden, um den FC Obermais auf der Lahn einen Besuch abzustatten. Idealerweise in der Serie D.

Es folgen einige Impressionen, die sich per Klick vergrößern lassen:

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Torschützenliste Bundesliga

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K. Mutandwa
SV Ried
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O. Kiteishvili
SK Sturm Graz
29
15 (7)
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E. Havel
TSV Hartberg
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13 (3)
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M. Usor
LASK
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13 (2)
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P. Greil
SCR Altach
29
12 (2)

Assistliste Bundesliga

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Spieler
Spiele
Assists
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D. Zukić
Wolfsberger AC
22
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J. Eggestein
FK Austria Wien
22
6
3
B. Matić
Wolfsberger AC
17
5
4
T. Horvat
SK Sturm Graz
17
5
5
A. Schöpf
Wolfsberger AC
18
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